David Garrett

"Frauen spielen nie die erste Geige"

Stargeiger David Garrett setzt klare Prioritäten. Und muss damit leben, zwar ein Frauenschwarm, aber ziemlich oft einsam zu sein ...

David Garrett

Gäbe es eine "Sexiest man alive"- Wahl in der Klassikszene,

der in geborene Weltbürger - mit seiner Körpergröße von 1,91 Metern, den langen blonden Haaren und den markanten Augenbrauen - wäre ein Top-Kandidat. Doch obwohl der Geigenvirtuose für viele Frauen ein Traummann ist, der, wie er sagt, "seinen Traum lebt": Im Gala-Gespräch schlägt er auch melancholische Töne an.

David Garrett bewies neulich bei "Wetten, dass..?" nicht nur sein Können auf der Violine, sondern gewann mit seinem ausgezeichne

David Garrett bewies neulich bei "Wetten, dass..?" nicht nur sein Können auf der Violine, sondern gewann mit seinem ausgezeichnet Gehör auch seine Wette.

Spielen Sie einer Frau beim ersten Date auf der Violine vor?

Die Frauen, die ich interessant finde, haben bisher nie darum gebeten. Ich würde es machen. Weil ich ein netter Typ bin, und nicht, um sie zu beeindrucken. Wenn meine Verabredung sich mit Buchhaltung auskennt, knall ich ihr ja auch nicht gleich meine Steuererklärung hin. Das muss bis zum zweiten Treffen warten.

Das Gespräch mit David Garrett führte GALA-Redakteurin Anna-Lena Koopmann im Berliner "Hotel de Rome".

Das Gespräch mit David Garrett führte GALA-Redakteurin Anna-Lena Koopmann im Berliner "Hotel de Rome".

Sie sind zwar ein Frauenschwarm, zurzeit aber Single. Wie gehen Sie mit diesen einsamen Momenten um, wenn Sie nach einem Konzert allein im Hotelzimmer sitzen?

Gerade, weil ich vorher emotional viel von mir gegeben habe, fühle ich mich sehr leer. Nähe ist ein menschliches Grundbedürfnis, es ist schwer zu ertragen, wenn sie einem verwehrt wird. In diesen Momenten, wenn es einem schlecht geht, aber niemand da ist zum Reden, dann rufe ich meist jemanden an.

Könnte eine Frau diese Lücke schließen?

Nein, eine Frau wird in meinem Leben niemals die erste spielen. Ich finde diese Prioritätensetzung unsinnig. Wenn man so viel Druck auf eine Beziehung ausübt, ist die Erwartungshaltung so hoch, dass ihr niemand gerecht werden kann. Ich brauche in meinem Leben eine Balance, einen Ruhepol, aus dem ich Energie schöpfen kann. Meine Freundin muss akzeptieren, dass sie nicht die einzige Liebe in meinem Leben ist.

Würden Sie Ihrer Partnerin das gleiche Recht zugestehen?

Natürlich! Ich finde es unattraktiv, wenn eine Frau sich nur um den Haushalt kümmert. Sie braucht eine Leidenschaft, die sie inspiriert. Ich will schließlich nicht das Einzige in ihrem Leben sein, aus dem sie schöpft. Dann würde ihre Welt doch zerbrechen, wenn wir mal streiten.

Ihre Eltern verboten Ihnen soziale Kontakte, stattdessen probten Sie täglich stundenlang allein in Ihrem Zimmer. Haben Sie sich durch Ihre Kindheit ans Alleinsein gewöhnt?

Es fühlte sich irgendwann nicht mehr wie mein eigenes Leben an. Immer, wenn ich selbst etwas entscheiden wollte, hat das in der Familie zu Streit geführt. Als ich mich nicht länger bevormunden lassen wollte, habe ich radikal die Konsequenzen gezogen.

Indem Sie mit 18 von zu Hause flüchteten, um in New York zu studieren.

Es war tatsächlich eine Flucht. Ich wollte keine Kompromisse mehr eingehen und eigene Entscheidungen treffen. Ob sie dann richtig oder falsch wären, war mir fast egal. Meine Eltern konnten das nicht verstehen, sie waren sehr enttäuscht. Unser Verhältnis bessert sich inzwischen aber stetig.

Das Tattoo an Ihrem rechten Oberarm - ein Zeichen der Genugtuung, oder?

Stimmt. ( lacht) Das habe ich mir stechen lassen, nachdem ich das erste Semester in New York überstanden hatte. Nach dem zweiten und dritten kam jeweils eines dazu. Jeder hatte mir prophezeit, dass ich es niemals schaffen würde, doch ich habe es mir selbst und allen Zweiflern bewiesen: Ich kann auf eigenen Beinen stehen. Mit den Tattoos wollte ich diesen Erfolg für immer festhalten.

Mehr zum Thema

Star-News der Woche