David Duchovny
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David Duchovny "Sind wir allein im Universum?"

Zehn Jahre lang stellte David Duchovny nur noch privat Fragen nach dem Übersinnlichen. Jetzt geht er wieder im Kino auf Alien-Jagd

Die Wahrheit ist

irgendwo dort draußen. Immer noch. Und er ist zurückgekehrt, um sie zu finden. Anfang der Neunziger machte die Serie "Akte X" David Duchovny alias Fox Mulder zum Star, 1998 untersuchte das Agenten-Duo Mulder & Scully in "Akte X - Der Film" auch im Kino übernatürliche Phänomene. Danach wurde es ruhiger um den Schauspieler. Zwar löst sein Ehering, wie er sagt, eine allergische Reaktion aus, weshalb er ihn selten trägt - doch ungeachtet dessen ist Duchovny seit elf Jahren glücklich mit seiner Kollegin Téa Leoni ("Dick und Jane") verheiratet. Sie ist der schönste Grund für seine entspannte Einstellung zu Job und Erfolg. GALA traf den 47-Jährigen in Los Angeles.

Gala: Wie war es, nach so langer Zeit erneut in Ihre Paraderolle zu schlüpfen?

Vor allem war ich besorgt, dass ich heute ganz anders aussehe - viel älter. Aber Fox Mulder hat schließlich jede Schlacht gegen die Aliens verloren. Das zermürbt.

Gala: Was mögen Sie persönlich so an Fox Mulder?

Dass er niemals aufgibt. Er will um jeden Preis die Wahrheit finden. Das ist eine tolle Charaktereigenschaft, der ich gern nacheifere. Der "Akte X"-Kinofilm war für mich wie ein Lottogewinn. Und ich hoffe, Mulder auch in weiteren Filmen spielen zu dürfen.

Gala: Warum ist "Akte X" so beliebt bei den Zuschauern?

Es ist wohl die Suche nach Antworten, die das Publikum so fasziniert. Sind wir allein im Universum? Gibt es Außerirdische? Diese Fragen stellt sich doch jeder. Auch ich.

David Duchovny verspürt auch nach Drehschluss den Wunsch, "eine Verbindung zu anderen herzustellen"
© FreitextDavid Duchovny verspürt auch nach Drehschluss den Wunsch, "eine Verbindung zu anderen herzustellen"

Gala: Was treibt Sie im privaten Leben voran?

Eine Mischung aus starkem Ego, Illusion und Unsicherheit. Und der Wunsch, eine Verbindung zu anderen herzustellen.

Gala: Mit "Californication" feiern Sie in den USA einen neuen Serienerfolg (in Deutschland auf AXN). Darin spielen Sie einen ausgebrannten, sexbesessenen, trunksüchtigen Autor ...

Schön, wie Sie meine Rolle beschreiben. (lacht) Der Typ ist das exakte Gegenteil von Mulder. Deshalb war ich ja so interessiert an der Serie. Ich bin Schauspieler. Ich liebe Herausforderungen.

Gala: Würden Sie sich selbst als guten Schauspieler bezeichnen?

Ich glaube, dass wir als Schauspieler ständig scheitern müssen, aber wir sollten das möglichst jedes Mal auf höherem Niveau tun. Es kann in der Schauspielerei keine Perfektion geben.

Gala: Sie machen also weiter, obwohl Sie genau wissen, dass Sie zum Scheitern verurteilt sind?

Ja, weil ich stolz darauf bin, dass ich den Mut habe, immer weiterzugehen. Das gilt im Grunde für alle Lebensbereiche. Ich kenne viele, die einfach aufgegeben haben. Die meisten Menschen können mit Niederlagen nicht gut umgehen.

Gala: Glauben Sie an ein Leben nach dem Tod?

Darüber denke ich nicht nach. Ich lebe im Hier und Jetzt. Was danach kommt - ach, da lasse ich mich überraschen.