Daniel Schuhmacher

"Ich darf Musik machen, da ist der Rest schon okay"

Daniel Schuhmacher meldet sich zurück und will mit neuer Single und neuem Album seine Erfolgsserie fortführen. Mit Gala.de sprach der Sänger über seine Tour, Dieter Bohlen und Zukunftspläne

Daniel Schuhmacher

Daniel Schuhmacher

Nachdem er für "Anything but Love" und den Longplayer "The Album" mit einer Goldenen Schallplatte ausgezeichnet wurde, will der "DSDS"-Sieger von 2009 und "VIVA Comet"-Gewinner nun mit einer Single und neuem Album an seine Erfolge anknüpfen.

Wie lange habt ihr an dem Album gearbeitet?

Insgesamt ein Dreivierteljahr. Wir haben immer etappenweise aufgenommen, auch mit verschiedenen Produzenten. Dabei haben wir uns hunderte Songs angehört und dann überlegt, was passen könnte und was nicht. In den ganzen Prozess wurde ich selbst stark involviert - das war sehr gut. So konnte ich auch mitentscheiden, welche Songs auf das Album kommen.

Dein neues Album heißt "Nothing to lose". Hat der Titel für dich eine besondere Bedeutung?

Ich habe lange überlegt, wie ich das Album nennen soll. Und dann habe ich mich für diesen Titel entschieden. Casting-Show-Siegern wird ja immer unterstellt, dass sie nur ein Album herausbringen und man dann nichts mehr von ihnen hört. Und da habe ich mir gedacht, bei den Leuten habe ich sowieso nichts zu verlieren. Schlimmer kann es ja nicht mehr werden. Deshalb: "Nothing to lose". Das Album ist etwas ganz anderes. Es ist vielseitiger, bunter und verschiedenste Musikrichtungen sind darauf vereint. Ich höre das Album auch selber gerne.

Was hörst du privat für Musik?

Das ist ganz unterschiedlich. Ich höre zum Beispiel gerne Billy Talent, , Vanessa Amorosi, Gentleman und . Aber auch viele Künstler, die in Deutschland nicht so bekannt sind.

Gibt es demnächst eine Tour?

Ja. Im November gehe ich auf Clubtour. Da freue ich mich schon sehr drauf. Bei einer Clubtour ist alles intimer. Wir werden diese Tour etwas akustischer halten. Nachdem ich im letzten Jahr eine Hallentour gemacht habe, wo es richtig abging, wird es nun ruhiger. Ich glaube, das ist für die Fans auch sehr interessant.

Hast du dir für die Tour etwas Besonderes ausgedacht?

Ich werde auf der Tour ein paar eigene, selbstgeschriebene Songs spielen, die es aus Zeitgründen leider nicht auf das Album geschafft haben. Und wir werden ein paar Cover spielen. Auf der letzten Tour haben wir das bereits ausprobiert, da habe ich zum Beispiel "Use somebody" von "Kings of Leon" gespielt und das kam sehr gut an. Deshalb wollen wir das nun wieder machen.

Daniel Schuhmacher wird im November wieder auf Tour gehen.

Daniel Schuhmacher wird im November wieder auf Tour gehen.

Spielst du auch ein paar Songs aus den DSDS-Mottoshows?

Wenn ich ehrlich bin, habe ich seit der Show keine mehr von denen gesungen. Weil es bei DSDS auch nicht immer meine Herzstücke waren, die ich dort vorgetragen habe. Dort wurde man ja auch öfter zu Songs geleitet, die ich sonst vielleicht nicht unbedingt gesungen hätte. Aber ich habe überlegt, auf der Tour für die treuen Fans, die seit DSDS dabei sind, mal ab und zu einen "Mottoshow" Song zu spielen. Das werde ich aber relativ spontan entscheiden.

Hast du noch Kontakt zu einigen deiner DSDS-Kollegen?

Ja, über Handy oder Facebook habe ich noch Kontakt zu , Benny Kieckhäben und sowie zu einigen Recall-Kandidaten, die es nicht in die Top Ten geschafft haben. Wir haben immerhin drei bis vier Monate ein Leben geteilt - das verbindet. Da freut man sich dann schon, mal etwas von den anderen zu hören.

Wie ist dein Verhältnis zu Dieter Bohlen, nachdem er sich 2009 musikalisch von dir getrennt hat?

Wir haben uns damals dazu entschieden, die Zusammenarbeit zu beenden, weil es einfach nicht so gepasst hat. Ich wollte andere Sachen machen und er hatte viel zu tun und dann hat sich das so ergeben. Aber wir sind nicht im Bösen auseinandergegangen. Ich habe ihm Weihnachten sogar eine SMS geschrieben und er hat geantwortet. Das letzte Mal gesehen habe ich beim diesjährigen DSDS-Finale, da saß ich im Publikum.

Verfolgst du DSDS noch?

Ich habe die letzte Staffel gesehen. Mein Favorit war Mehrzad und er hat ja auch gewonnen. Ich fand ihn von der Stimme her sehr interessant und er ist ein cooler Typ.

Kaum zu fassen: Daniel Schuhmacher hätte sich den Sieg bei DSDS nie träumen lassen.

Kaum zu fassen: Daniel Schuhmacher hätte sich den Sieg bei DSDS nie träumen lassen.

Wie sieht dein Alltag momentan aus?

Ich bin viel unterwegs und sitze im Auto, um von einem Termin zum nächsten zu reisen. Ich fahre glaube ich mehr, als dass ich auf der Bühne stehe. Ansonsten versuche ich die wenigen privaten Momente, die ich habe, zu genießen und mit meinen Liebsten zu verbringen. Wenn ich mal zwei oder drei Tage frei habe, dann schlafe ich einen Tag davon und die anderen verbringe ich mit meinen Freunden und mache mit denen ganz normale Sachen. Natürlich ist man etwas eingeschränkt. Ich kann nicht einfach so in die Disco gehen, ohne gesehen und angesprochen zu werden. Wir treffen uns dann häufig im Kino, da wird man nicht so schnell erkannt.

Gibt es Dinge, die dich am Berühmtsein nerven?

Mich stört manchmal, dass die Menschen auf der Straße meinen, sie kennen mich und wissen, wer ich bin. Die denken, sie könnten mich beurteilen, nur weil ich mal im Fernsehen war. Einige können nicht über den Tellerrand hinausschauen und sagen, er hat zwar bei einer Casting-Show mitgemacht, aber das, was da gezeigt wurde, spiegelt nicht unbedingt hundert Prozent seines wahren Charakters wieder. Das stört mich schon manchmal. Schade ist auch, dass man mit seinen Freunden nicht mehr einfach einen lockeren Abend verbringen und quatschen kann, ohne erkannt zu werden. Aber dafür darf ich Musik machen und dann ist es schon okay.

Du bist im letzten Jahr von Berlin wieder in deine Heimat Pfullendorf gezogen. Aus welchem Grund?

Das hat private Gründe. Es gab einen Krankheitsfall im engeren Umkreis und deshalb bin ich zurückgezogen, um meine Familie zu unterstützen. Berlin war ohnehin nicht die Stadt, in der ich gerne mein ganzes Leben verbracht hätte. Mich zieht es eher nach Nordrhein-Westfalen, weil ich da mittlerweile einige Leute kenne und meine Musiker dort auch wohnen. Ich kann musikalisch in NRW einfach mehr machen, weil ich dann nicht mehr so lange fahren muss.

Was sind deine Zukunftspläne?

Ich denke nie so weit voraus. Ich kann nur hoffen, dass ich weiterhin Musik machen darf, weil es meine Leidenschaft ist. Ich liebe das Ganze. Ich möchte weiter an mir und meiner Musik arbeiten, so dass auf einem der nächsten Alben vielleicht auch mal eigene Songs von mir veröffentlicht werden. Jetzt freue ich mich erst einmal auf die Tour und auf mein Album, weil ich da wirklich stolz drauf bin. Ich hoffe einfach, dass es draußen gut ankommt und für jeden mindestens ein Song dabei ist, der ihm gefällt.

Kannst du dir für die Zukunft vorstellen eine eigene Familie zu gründen?

Das wird sich dann zeigen. Ich plane nie so weit voraus.


Die Single "Feel" erscheint am 3. September, das Album "Nothing to lose" ist ab dem 17. September 2010 erhältlich.


Kira Maresch

Daniel Schuhmacher: "Feel "

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