Collien Ulmen-Fernandes

"Ich sehne mich nach meiner Ruhe"

Energy-Drinks, Patchwork-Familie und lange Nächte: Collien Ulmen-Fernandes sprach mit "Gala" über ihr Leben als Mutter

Collien Fernandes

Das Baby schläft schlecht. Dazu muss jeden Morgen früh hoch. Frühstück machen. Oder direkt zur Arbeit. Sie ist müde – doch ihr Händedruck ist trotzdem kräftig, als "Gala" die ehemalige Viva-Moderatorin zum Gespräch trifft. Die 31-Jährige weiß, was sie will: Powerfrau statt Prinzesschen sein. Dass Kind und Karriere zusammen funktionieren können, ist für die Ehefrau von trotz aller Anstrengungen selbstverständlich. Schon zwei Monate nach der ihres Babys, dessen Geschlecht sie streng geheim hält, um die Privatsphäre zu schützen, stand sie wieder vor der Kamera. Nächsten Donnerstag starten ihr neuer Film "Der perfekte Mann" im Kino und Staffel zwei der TV-Kinder-Quizshow "Spurensuche" auf Cartoon Network. Nebenbei dreht Collien Ulmen-Fernandes Werbeclips und hostet TV-Events. Immer dabei: ein Foto von Mann und Kind als Hintergrundbild auf ihrem Tablet-Computer.

Familie, Jobs, Hauptrollen in ARD und ZDF: Kommen Sie sich manchmal plötzlich sehr erwachsen vor?

Nein. Jedenfalls nicht plötzlich. Ich finde, das war sowohl beruflich als auch privat ein ganz homogener Prozess. Man entwickelt sich weiter. Neu ist, dass ich mich in der Tat für manche Sachen mittlerweile zu alt fühle.

Zum Beispiel?

Manchmal für Partys. Neulich war ich mit meinem Mann auf einer, und alle waren wild und betrunken. Nur wir standen da und kamen uns irgendwie fehl am Platz vor.

Wieso?

Ich bin nicht ganz sicher … Vielleicht war es auch eher eine Art Sattsein. Generell hab ich oft das Gefühl, vieles schon erlebt zu haben.

Ist das ein gutes oder ein schlechtes Gefühl?

Vor allem ist es ziemlich entspannend. Es gibt nichts mehr, dem ich hinterherrennen muss.

Heute moderiert sie unter anderem die Kinder-Quizshow "Spurensuche". Im Juni 2011 heiratete Collien Fernandes ihren Schauspielkollegen Christian Ulmen.

Im Juni 2011 heiratete Collien Fernandes ihren Schauspielkollegen Christian Ulmen.

Was möchten Sie stattdessen?

Zu Hause sein, Zeit mit der Familie verbringen, fernsehen, Essen bestellen.

Klingt irgendwie nach Alltag.

Genau. Nur haben wir den momentan leider selten. Manchmal sehne ich mich nach mehr Ruhe und Beständigkeit. Ich arbeite, mein Mann arbeitet, wir sind viel unterwegs.

Als sie beide zusammengekommen sind, fanden viele das zunächst verwunderlich.

Das verstehe ich überhaupt nicht! Uns verbindet total viel. Die Einstellung, die Interessen. Außerdem – und ich denke, das ist besonders wichtig – haben wir eine gemeinsame Basis. Wir sind beide früh über Musiksender bekannt geworden, arbeiten im selben Job und oft mit denselben Menschen zusammen. Wir erleben viele ähnliche Situationen, haben generell viele Gesprächsthemen. Außerdem kommen wir beide aus Hamburg. Sowohl meine als auch seine Eltern leben dort, wir sind irgendwie ständig da. Zu Familienfesten – und weil die Omas und Opas ihr Enkelkind sehen wollen.

Kennen Ihre und Christian Ulmens Eltern sich gut?

Fast zu gut! Sie telefonieren dauernd miteinander. Wenn es um das Baby geht, muss man echt aufpassen, was man wem wann erzählt. Sonst gibt es noch Streit, weil eine Seite die neuesten Fotos zuerst sehen oder öfter zum Babysitten kommen durfte. (lacht)

Die Großeltern unterstützen Sie also auch in ?

Ja, aber natürlich nicht andauernd.

Haben Sie zu Hause denn noch andere Hilfe?

Mittlerweile schon. Seit Kurzem haben wir eine Nanny, die immer kommt, wenn Christian und ich nicht da sein können.

Vermissen Sie Ihr Baby dann sehr?

Natürlich! Zum Glück weiß ich es aber in sehr guten Händen.

Wie bekommen Sie Job und Familie unter einen Hut?

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Mit Ruhe, mit Planung – und indem ich beides kombiniere. Als ich neulich in Bayrischzell gedreht habe, habe ich ein Zimmer im "Stanglwirt" gebucht und Christian mitsamt Kindern eingepackt. Er hat Urlaub gemacht, während ich arbeiten musste.

Mit beiden Kindern, also auch mit Christians Sohn aus erster Ehe?

Ja. Der war den ganzen Tag mit meinem Mann und dem Baby im Pool oder spazieren. Abends waren wir dann alle zusammen. Irgendwie eine total schöne Zeit.

Verbringen Sie viel Zeit mit beiden Kindern?

Natürlich. (lächelt) Christians siebenjähriger Sohn ist mehrere Tage die Woche bei uns. Er hat sein eigenes Zimmer und ist ein stolzer großer Bruder.

Haben Sie und Ihr Mann auch genügend Zeit zu zweit?

Ach, ich denke das ist ein grundsätzliches Problem, wenn man Kinder kriegt. Das ist ein Fulltimejob. Auch in der Nacht, da hat man ja quasi Bereitschaftsdienst. Und wenn das Kind dann mal schläft, ist man so müde, dass man selbst sofort mitschlafen muss.

Schläft das Baby bei Ihnen im Bett?

Im Schlafzimmer, ja. Aber nicht im Bett. Und momentan schläft es leider sehr schlecht. Deswegen bin ich gerade auch völlig übermüdet.

Was tun Sie dagegen?

Ich trinke enorm viele Energy-Drinks. (lacht) Bei meinem Kind versuche ich es mit reichhaltigem Abendbrei. Ein sattes Kind schläft angeblich besser. Davon merke ich aber leider noch nichts …

Stillen Sie auch noch?

Nein, nicht mehr. Ich hatte eine Angina und durfte wegen der Medikamente nicht. Danach wurde es schwierig, weil das Kind sich an die Flasche gewöhnt hatte. Vorher habe ich auch während des Drehens gestillt oder abgepumpt. Das fand das Team aber, glaube ich, ziemlich nervig.

Hat Ihr Mann dann auch mal gefüttert?

Ja. So etwas ist mir extrem wichtig! Ich bin wirklich erstaunt, wie viele Männer sich auch in der heutigen Zeit noch total aus der Kindererziehung raushalten.

Sexy Mama: Dass Collien Ulmen-Fernandes erst vor knapp einem Jahr ein Baby bekommen hat, sieht man ihr nicht an. "Ich finde meinen Körper ganz okay", sagt sie. "Allerdings würde ich gerne ein bisschen zunehmen".

Sexy Mama: Dass Collien Ulmen-Fernandes erst vor knapp einem Jahr ein Baby bekommen hat, sieht man ihr nicht an. "Ich finde meinen Körper ganz okay", sagt sie. "Allerdings würde ich gerne ein bisschen zunehmen".

Klingt, als hätten Sie zu Hause die Hosen an.

Hm … Ich glaube, das hat keiner.

Ihr Haus in Berlin haben Sie für sich ganz allein gebaut. Wie war es für Ihren Mann, dort mit einzuziehen?

Am Anfang komisch. Aber nun hatte ich das Haus ja schon, als er mich kennengelernt hat. Es hat sich einfach angeboten, dort gemeinsam einzuziehen. Obwohl ich es ja selbst eigentlich gar nicht als Familien-Domizil geplant hatte. Als der Architekt anfangs fragte, wohin die Kinderzimmer sollen, habe ich gesagt, dass man ganz sicher erst mal keine einplanen muss. (lacht)

Wollten Sie denn nicht irgendwann Mutter werden?

Doch schon. Das ist ja irgendwie so der Mädchentraum … Aber zu dem Zeitpunkt war das Thema noch ganz weit weg.

Ihre eigene Familie haben Sie mit 17 verlassen. Würden Sie Ihrem Kind auch erlauben, so früh auszuziehen?

Schwierig … Ich weiß nicht, ob ich da so locker wäre wie meine Eltern, als ich ausgezogen bin, um Tänzerin zu werden. Ich finde, die haben damals alles genau richtig gemacht: auf Risiken hingewiesen, die Entscheidung aber mir selbst überlassen. Das würde ich für mein Kind auch wollen.

Möchten Sie noch einmal 15 sein?

Manchmal, wenn ich so Teenies sehe … (überlegt) dann schon. Damals war man einfach unbeschwerter. Trotzdem würde ich wohl nur für ein paar Tage tauschen wollen. Schließlich habe ich mir seitdem auch schon viel erarbeitet.

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