Christian Slater

"Ich liebe Sharon Stone..."

Aber es ist nicht so, wie alle denken, sagt Christian Slater im Interview mit der GALA. Wichtiger als ein Gerücht ist ihm sein Comeback - und seine Rolle als Vater

Christian Slater

Der Mann mit dem lässigen Sakko im Berliner "Regent"-Hotel wirkt entspannt. Sehr entspannt. Das war auch schon mal anders. Filmstar , 37, galt lange Zeit als Bad Boy der Filmbranche. Gesegnet mit viel Talent, aber auch mit einem verhängnisvollen Drang zur Selbstzerstörung. Anfang der Neunziger lieferte sich der vielversprechende Jungstar eine Verfolgungsjagd mit der , Alkohol- und Drogenexzesse folgten. Nach einer Prügelei im Kokain-Rausch landete er 1998 sogar für mehrere Monate im Gefängnis. Wie eine Achterbahnfahrt verlief auch Filmkarriere ­mit schwindelerregendem Aufstieg und abgrundtiefen Talfahrten. Jetzt startet der smarte Schauspieler sein Comeback. Im GALA-Interview plaudert er über das Kennedy-Drama "Bobby", seine wilden Jahre und die wichtigsten Personen im Leben des frisch Geschiedenen: seine beiden Kinder.

GALA: Was wussten Sie vor "Bobby" über Robert F. Kennedy?

Ich will ganz ehrlich sein: herzlich wenig. Bevor mir die Rolle angeboten wurde, war mir nur sein Bruder John ein Begriff. Dann habe ich mich mit beschäftigt und begriffen, dass er für viele Amerikaner ein riesiger Hoffnungsträger war. Wo immer er Ungerechtigkeiten sah, machte er den Mund auf. Bobby ergriff Partei für die Benachteiligten der Gesellschaft. Und er reichte die Hand zur Versöhnung. Ermordung hat viele Träume brutal zerstört.

GALA: Sind Sie ein politisch interessierter Mensch?

Nur bedingt. Seit dem 11. September hat sich in den vieles in eine falsche Richtung entwickelt, was mich unglaublich frustriert. Zumal ich mich als Einzelperson dem Treiben der Mächtigen oft so hilflos ausgeliefert fühle. Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass wir bald einen Präsidentschaftskandidaten haben, dem ich wieder vertrauen kann. Und dem ich es zutraue, unser Land wieder in die richtige Richtung zu führen.

GALA: Wie war es, ein rassistisches Ekelpaket zu spielen?

Wissen Sie was? Es hat riesigen Spaß gemacht. Jeder Schauspieler liebt doch extreme Rollen. Da bin ich keine Ausnahme. Regisseur hat für den Film mit , und ein hochkarätiges Team zusammengetrommelt. Das war großartig. Ich konnte liebe Kollegen wiedertreffen, mit denen ich schon mal gearbeitet hatte ­- und viele neue kennenlernen. Seit den Dreharbeiten bin ich mit Anthony Hopkins befreundet und stand danach mit ihm für seinen neuen Film "Slipstream" vor der Kamera.

GALA: Darf man sagen, dass "Bobby" Ihre Filmkarriere wiederbelebt hat?

Mit "Bobby" ist Christian Slater im Filmgeschäft wieder ganz präsent

Mit "Bobby" ist Christian Slater im Filmgeschäft wieder ganz präsent

Nun, ich war ja nie ganz weg aus dem Geschäft. Aber es ist schon richtig, dass ich in den vergangenen Jahren nicht gerade in künstlerisch wertvollen Filmen mitgewirkt habe. Dafür habe ich auf der Bühne umso mehr Erfolge gefeiert.

GALA: Wie wichtig ist Ihnen das Theaterspielen?

ist und bleibt meine große Liebe. Mit neun Jahren bin ich das erste Mal am Broadway aufgetreten. Seitdem bin ich süchtig nach der Bühne. Wenn ich wählen müsste, würde ich mich sofort für das Theater entscheiden. Meine Erfahrungen im Londonder Westend, wo ich in "Einer flog über das Kuckucksnest" mitgespielt habe, waren für mein Leben sehr bereichernd. Es ist eine großartige Stadt. Ich hatte das Gefühl, als würde ich jeden Abend ein Rockkonzert geben.

GALA: Es gab in Ihrem Leben ja sehr wilde Zeiten: Sie sind oft mit dem Gesetz in Konflikt geraten. Heute wirken Sie entspannt und fast ein wenig brav. Was ist passiert?

Ich habe mich einfach weiterentwickelt. Wenn ich an die Eskapaden meiner Vergangenheit denke, bekomme ich eine Gänsehaut. Damals lebte ich zu oft am Limit, habe meine Ängste mit Alkohol und anderen betäubt. Umso dankbarer bin ich, dass ich heute hier sitze, topfit bin und weiter Filme drehen darf. Trotzdem stehe ich zu meiner Vergangenheit: Ich musste diese Erfahrungen machen, um der Mensch zu werden, der ich heute bin.

GALA: Die Geburt Ihrer inzwischen sechs und acht Jahre alten Kinder hat sicher auch dazu beigetragen, Ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen.

Seit Eliana und Jaden auf der Welt sind, hat sich meine Sicht auf die Dinge komplett verändert.

GALA: Im November 2006 wurden Sie von Ihrer Ex-Frau Ryan Haddon offiziell geschieden. Haben Sie noch Kontakt?

Mit Ex-Frau Ryan Haddon versteht sich Christian Slater bestens. Die gemeinsamen Kinder, Eliana und Jaden, stehen an erster Stell

Mit Ex-Frau Ryan Haddon versteht sich Christian Slater bestens. Die gemeinsamen Kinder, Eliana und Jaden, stehen an erst

Auch wenn in der Presse oft das Gegenteil behauptet wurde: und ich verstehen uns weiterhin bestens ­- sie ist eine wunderbare Person. Ich danke Gott dafür, dass ich so ein großes Glück habe, denn ich kenne genug Fälle aus meinem Bekanntenkreis, in denen sich die Ex-Partner gnadenlos bekämpfen. Umso dankbarer bin ich dafür, dass wir uns heute sogar näher stehen als zu den Zeiten unsere Ehe. Inzwischen wollen wir vor allem eins: unseren Kindern gute Eltern sein.

GALA: Deshalb auch das gemeinsame Sorgerecht?

Auf jeden Fall. Zu sehen, wie Eliana und Jaden aufwachsen, ist für mich das Wertvollste und Wichtigste im Leben. Gerade erst war ich mit den Kindern in Südafrika im Urlaub: Wir haben Safaris gemacht und gemeinsam viele besondere Momente erlebt. Momente, an die ich mich auch noch in 20 Jahren erinnern werde.

GALA: Beschleicht Sie manchmal die Angst, dass Ihre Kinder irgendwann in einer unwirtlichen Umwelt leben müssen? Stichwort: Erderwärmung.

Natürlich beunruhigen mich die immer neuen Meldungen über eine mögliche Klimakatastrophe. Leider fehlt gerade vielen meiner Landsleute immer noch das nötige Problembewusstsein. Ich finde es höchste Zeit, dass man einigen Leuten in den Hintern tritt und gemeinsam versucht, dass Schlimmste zu verhindern.

GALA: Mal was anderes: Stimmt es, dass Sie Karate können?

Korrekt! Sport ist mir generell wichtig. Ich bin gerne aktiv und will in Form bleiben. Um die bösen Jungs in die Flucht zu schlagen, reicht's auf jeden Fall... (lacht)

GALA: Da traue ich mich ja kaum noch, Ihnen die nächste Frage zu stellen...

Nur keine Scheu.

GALA: Was ist dran an den Gerüchten, dass Sharon Stone Ihre neue Freundin ist?

Sharon Stone und Christian Slater verbindet eine besondere Beziehung

Sharon Stone und Christian Slater verbindet eine besondere Beziehung

Ich liebe Sharon Stone! Sie ist eine fantastische Frau: witzig, warmherzig, wahnsinnig sexy und unglaublich intelligent. Ich liebe sie wirklich ­- aber rein platonisch.

GALA: Kürzlich hieß es, Sie hätten die Beziehung bestätigt.

Wo haben Sie denn das gelesen? Fakt ist nur, dass Sharon und ich seit dem "Bobby"-Dreh befreundet sind. Und ich gebe zu, dass wir uns einen Spaß daraus gemacht haben, die Presse an der Nase herumzuführen. Deshalb sind wir ein paar Mal gemeinsam auf Premieren-Partys gegangen, haben geflirtet und herumgealbert. Mehr nicht. Aber noch einmal ganz deutlich: Wir sind kein Paar. Wenn es so wäre, würde ich es sagen. Ich hasse Versteckspiele.

GALA: Wie gefällt Ihnen eigentlich Berlin?

Vor zwölf Jahren war ich das letzte Mal hier. Deshalb bin ich auch gleich nach meiner Ankunft ein wenig in der Stadt herumgefahren. Es ist erstaunlich, wieviel sich hier verändert hat. ist unglaublich spannend.

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