Barbara Schöneberger

Bloß keine Glucke sein!

Im ersten Interview nach der Geburt ihres Sohnes spricht Barbara Schöneberger über Glücksgefühle, Wickelerlebnisse und purzelnde Pfunde

Barbara Schöneberger

Einen gesunden Jungen

brachte Barbara Schöneberger im Juni zur Welt, ihr erstes Kind. Sie habe dann schon ein paar Wochen gebraucht, um sich "einzugrooven", sagt die Moderatorin und Sängerin beim Gala-Interview in der Berliner "Paris Bar". Ihre Augen strahlen - jetzt passt alles zusammen. Der Zeitpunkt für den Nachwuchs hätte nicht besser sein können, betont die 36-Jährige. Was auffällt: Wahnsinnig quirlig ist sie immer noch, aber es gibt neuerdings auch Momente, in denen sie ganz gelassen wirkt. Ihre Fans können sich davon überzeugen: Barbara Schöneberger moderiert ab diese Woche wieder die "NDR Talk Show", nun als WorkingMom.

Was haben Sie gefühlt, als Sie Ihren Jungen nach der Geburt zum ersten Mal im Arm hielten?

Abgesehen davon, dass ich ein überwältigendes Glücksgefühl verspürt habe, war ich einfach stolz auf das, was ich geschafft hatte. Denn eine Geburt ist nun mal ein hartes Stück Arbeit. Und sie tut verdammt weh.

Wie sahen Ihre Schwangerschaftsvorbereitungen aus?

Ich habe den Ratgeber "300 Fragen zur Schwangerschaft" gelesen und ein bisschen im Internet gestöbert. Das war's. Ich wollte mich nicht verrückt machen lassen. Vieles verwirrt einen ja sowieso mehr, als dass es hilft. Zu jeder Frage gibt es zehn verschiedene Antworten. Mal soll man in einem Monat vier Kilo zulegen, dann wieder neun. Dann heißt es, dass man Zahnfleischbluten bekommt - hatte ich nicht. Irgendwann dachte ich: Jetzt habe ich immer noch keine Hämorrhoiden, bin ich nicht normal?

Können Sie von extravaganten kulinarischen Gelüsten berichten?

Gurke mit Nutella brauchte ich zwar nicht, aber vor allem im sechsten Monat hatte ich einen Mordshunger. Da gab's Momente, in denen mir meine Mutter immer wieder beschwichtigend ihre Hand auf den Arm gelegt und sanft mit dem Kopf geschüttelt hat, wenn ich im Restaurant zum zehnten Mal nach Weißbrot griff.

Barbara Schöneberger auf der Bühne - jetzt bestimmt ihr "kleiner Mann" die Regeln, sagt sie.

Barbara Schöneberger auf der Bühne - jetzt bestimmt ihr "kleiner Mann" die Regeln, sagt sie.

Gehören Sie zu den Baby-Accessoires-Junkies?

Bislang nicht. Ich hätte für ein paar Wochen meinen Lebensunterhalt mit dem Verkauf der Armada von Stofftieren, Kuscheldecken oder Babyschuhen bestreiten können, die ich geschenkt bekommen habe. Zeitweise habe ich sogar darüber nachgedacht, einen eBay-Versand aufzumachen. Ist ja immer gut, ein zweites Standbein zu haben.

Aber ein besonderes Baby-Outfit haben Sie doch sicher schon gekauft, oder?

Ich bin natürlich gleich zum exklusiven Babyausstatter gerannt und habe einen Strampler gekauft. Der war allerdings nach dem ersten Waschen so stark eingelaufen, dass ich die Fußteile abtrennen musste, damit ihn mein Kleiner wenigstens einmal tragen konnte. Gefühlte drei Tage später war er sowieso rausgewachsen. Und deshalb kaufe ich jetzt nur noch bei einer schwedischen Modekette - trotz der entsetzten Warnungen meiner Freundinnen: Die Baumwolle sei derart heftig behandelt, dass dem Baby gleich die Arme abfallen! Aber wenn ich daran denke, was man mir als Kind alles an Synthetikwahnsinn angetan hat, kann ich nur sagen: Ich lebe doch auch noch.

Wie empfinden Sie Ihr neues Leben als Mama?

Ich habe schon ein paar Wochen gebraucht, um mich einzugrooven. Am Anfang denkst du naiv, dass du sofort eine Struktur in den Tag bekommst: 20 Minuten rechte Brust, 20 Minuten linke Brust, das Köpfchen hochheben, Bäuerchen abwarten, und wir gehen spazieren! Du merkst aber schnell, dass das so nicht läuft. Die Regeln bestimmt jetzt erst mal der kleine Mann.

Wird man als Mutter übervorsichtig?

Total. Wenn ich mit ihm Auto fahre, denke ich bei jeder Kreuzung: Oh Gott, wenn jetzt ein Laternenmast umstürzt oder ein Lkw-Fahrer die Kontrolle verliert. Plötzlich überkommen mich die absurdesten Ängste.

Die meisten kleinen Jungs pinkeln gern mal beim Wickeln. Ihrer auch?

Klar, und beim ersten Mal dachte ich mir: Wow, Wickel-Wasserspiele, heute muss ein ganz besonderer Tag sein! Aber wenn es dann regelmäßig passiert, wird man natürlich cooler.

Ab Freitag, 10. September, mo­deriert Barbara Schöneberger wieder mit Hubertus Meyer-Burckhardt die "NDR Talk Show".

Ab Freitag, 10. September, mo­deriert Barbara Schöneberger wieder mit Hubertus Meyer-Burckhardt die "NDR Talk Show".

Waren Sie schon mal länger von Ihrem Baby getrennt?

Ja, das müssen so ungefähr zwei Stunden gewesen sein. Das erste Mal war ich zehn Tage nach seiner Geburt von ihm getrennt. Da musste ich shoppen gehen, weil ich einfach neue Sachen brauchte. Meine Umstandsklamotten waren mir natürlich viel zu groß geworden. Und den Rest hatte ich weggegeben oder weggeschmissen. Kistenweise.

Wieso das?

Ich dachte mir: Du hast jetzt so zugelegt - bis dir die Röhrenjeans wieder passt, trägt man längst wieder Marlene-Dietrich-Hosen.

Haben Sie schon Pläne, um Babypfunde loszuwerden?

Ich sage es mal so: Heidi Klums Personal Trainer David Kirsch würde wahrscheinlich an mir verzweifeln. Aber immerhin schaffe ich es regelmäßig zur Rückbildungsgymnastik. Es muss einfach sein. Ich habe ja null Bauchmuskulatur mehr. Wenn ich liege, komme ich aus eigener Kraft nicht mehr hoch.

Warum entscheiden sich viele erfolgreiche Frauen entweder gar nicht oder erst spät für ein Baby?

Viele finden wohl nicht rechtzeitig den Absprung. Wenn sie mit Ende 30 ein Kind wollen, ist der richtige Kerl meist nicht in Reichweite. Und wenn er doch da ist, dann klappt's oft nicht gleich. Und dann macht vielen Frauen am Ende die Psyche einen Strich durch die Rechnung. Wobei ich betonen will, dass ich es gut und wichtig finde, wenn Frauen ihre Karriere vorantreiben!

Gibt es nicht auch immer mehr Männer, die Nein zu Kindern und Familie sagen, selbst wenn die Partnerin sich dieses Leben wünscht?

Ach, das sind dann für mich keine richtigen Männer. Aber sollen solche Typen doch im knallblauen SLK Cabrio durch die Stadt kurven und sich wie die ganz tollen Hengste fühlen. Spätestens mit 45 werden auch die sich ganz schön umschauen.

Welcher Muttertyp sind Sie?

Ich bin kein Freund von Extremen, sondern bevorzuge die Mitte. Ich will keine Karriere-Mutti sein, die ihr Kind den Großteil der Zeit in fremde Hände gibt. Eine, die abends nur mal kurz ans Bettchen herantritt, um nach dem Rechten zu sehen, und dann in Paillettenrobe ins "Borchardt" düst.

Und was wäre das andere Extrem?

Wenn ich wie eine Glucke zu Hause sitzen und sagen würde: Alles dreht sich fortan nur noch ums Kind. Das würde mich nämlich sehr schnell furchtbar langweilen. Ich möchte meinen geliebten Job weitermachen, wenn auch nicht mehr ständig mit Vollgas wie früher. Und ich will eine ebenso liebevolle wie strenge Mutter sein.

Autorität ist Ihnen in der Erziehung also wichtig?

Es ist mir wichtig, Grenzen aufzuzeigen. Ich habe eine konkrete Vorstellung davon, wie ich als Mutter sein möchte. Und eines werde ich bestimmt nicht: mir von meinem Nachwuchs auf der Nase herumtanzen lassen!

Wie geht's mit der Familienplanung weiter? Sind Sie auf den Geschmack gekommen?

Ich möchte sehr gerne noch ein zweites Kind haben. Deutschland kann sich also darauf freuen, dass ich noch einmal in Babypause gehen werde. (lacht)

Alexander Nebe

Gala-Redakteur Alexander Nebe traf Barbara Schöneberger zum Interview in der Berliner "Paris Bar", einem ihrer Lieblingslokale.

Gala-Redakteur Alexander Nebe traf Barbara Schöneberger zum Interview in der Berliner "Paris Bar", einem ihrer Lieblingslokale.

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