Axel + Judith Milberg im GALA-Interview: Axel + Judith Milberg
© Getty Images Axel + Judith Milberg

Axel + Judith Milberg im GALA-Interview "Wir sagen uns ehrlich, was wir denken"

Axel Milberg ist bekannt als der wortkarge Kieler "Tatort"-Komissar Klaus Borowski. Im Alltag mit Ehefrau Judith stehen hingegen vor allem klare Worte im Vordergrund, wie der Schauspieler im Interview mit GALA erzählt

Axel Milberg gilt als einer der besten Schauspieler Deutschlands: Seit 2003 ermittelt er als Tatort-Komissar in seiner Heimatstadt Kiel - eine Rolle, von der er noch lange nicht genug hat, wie er im Gespräch mit GALA erzählt. Im Interview mit uns gibt er Einblicke in sein Privatleben, das er weitgehend aus der Öffentlichkeit heraushält. Beim "XXL Paarduell" treten er und seine Frau Judith Milberg gegen andere Promi-Paare an und versuchen Geld für einen guten Zweck zu erspielen.

Wie haben Sie eigentlich Ihre Frau Judith kennengelernt?

Wir kannten uns zunächst nur flüchtig von einem Geburtstagsfest. Da hatten wir schon viel miteinander gelacht. Dann hat eine Freundin die gute Idee, uns beide zusammenzubringen. Ich hatte davon keine Ahnung, Judith hingegen wusste etwas mehr… An besagtem Abend auf jeden Fall merkte ich erstmal nichts. Aber dann…

Wie kamen Sie auf die Idee beim Paarduell mitzumachen?

Wir kennen Frank Plasberg und Anne Gesthuysen durch Münchner Freunde und die Idee der Sendung gefällt uns sehr gut. Ich löse im Internet gerne Rätsel oder wenn ich nicht einschlafen kann, suche ich mir manchmal einen Intelligenztest raus. Da gibt es ja sehr unterschiedliche Varianten. Und es macht mir Spaß, dies jetzt mit meiner Frau gemeinsam zu machen. Es ist wie ein Spieleabend zuhause.

Axel + Judith Milberg im GALA-Interview: Beim "Paarduell" messen sich die Milbergs mit den Beckers
© Getty ImagesBeim "Paarduell" messen sich die Milbergs mit den Beckers

Was wäre das Schlimmste, was heute Abend passieren könnte?

Die Befürchtung ist natürlich: Man bildet sich ein, man weiß so einiges. Doch am Ende stellt sich heraus: Keine Ahnung. Die einfachsten Dinge fallen einem plötzlich nicht mehr ein. Ob es dann an der Kamera, am Studio oder an der Aufregung liegt oder einfach zu kompliziert denkt – da lauern viele Gefahren.

Sie zwei sind waren als Paar schon bei "Mit Milbergs im Museum" im Bayerischen Rundfunk zu sehen. Macht Sie das vor ihrem Auftritt gelassener?

Ein gewisses Lampenfieber ist wohl vorhanden, es ist die Samstagabend-Show. Andererseits kann man sich auch nicht wirklich darauf vorbereiten. Daher denke ich, einfach locker bleiben und Spaß haben.

Wer von Ihnen beiden ist wohl ehrgeiziger, die Sendung zu gewinnen?

Meine Frau ist auf jeden Fall nervöser. "Du musst mir helfen", hat sie schon angekündigt. Sie ist dann aber, wenn es darauf ankommt, immer super spontan und reißt das Ding an sich. Ich werde dann gerne als der ruhige und ausgleichende Mann wahrgenommen, der Seriöse im Hintergrund, der nie die Nerven verliert. Ganz so ist es nicht. Das täuscht, ich bin auch ziemlich schnell, aber weniger hektisch und nervös. Naja, wir sind ja zum Glück auch nicht das einzige Paar heute Abend…

Inwiefern fühlen Sie sich missverstanden?

Ruhig und ausgeglichen – das klingt so ein bisschen nach einer lahmen Ente. Das ist nun wirklich nicht der Fall. Meine Frau spricht schneller, ich überlege immer etwas genauer. Gerade auch, wenn ich mit Medien spreche. Damit auch verstanden wird, wie ich es meine.

Also geht es zwischen Ihnen beiden auch nicht immer nur ruhig und harmonisch zu?

Es kann auch mal krachen, es sollte krachen. Wichtig ist, wie man sich wieder verträgt und dass man nicht nachtragend ist. Wir sagen uns, was wir denken und genießen, dass wir so ehrlich miteinander umgehen können.

Sie sind nun schon lange als Tatort-Komissar in der ARD zu sehen, waren lange am Theater. Welche Tipps würden Sie jungen Schauspielern heute geben?

Was ich jungen Schauspielern raten würde und womit sie auch etwas anfangen könnten, ist: Betone Deine Subjektivität, Deine persönliche, eigene Sicht auf die Welt. Wie würdest Du etwas erzählen, was interessiert Dich am allermeisten, was macht Dich unverwechselbar? Betone dies. Und mache dies mit aller Kraft und Leidenschaft. Das ist sehr wichtig, denn dann hört man auf sich zu vergleichen. Dann ist es auch nicht der dritte Aufguss von etwas, was schon gemacht wurde.

Können Sie schon eine Prognose abgeben, wie lange Sie noch als Tatort-Kommissar vor der Kamera stehen wollen?

Wir sind derzeit mittendrin, sind auch sehr erfolgreich. Wir sind eine tolle Truppe, ich habe oft das Gefühl, dass wir gerade erst anfangen. Ich habe sehr viel gelernt und tolle Regisseure und Autoren kennengelernt. Das macht einfach riesigen Spaß. Ich freue mich jetzt schon auf April, wenn es in Kiel wieder losgeht.

Welches Verhältnis haben Sie zur Ihrer Heimatstadt Kiel?

Es ist und bleibt meine Heimat, weil ich dort gelebt habe, bis ich 20 wurde und bin dann schon nach München gegangen und seitdem dort geblieben. Aber Kiel bleibt meine Heimat, das ist ganz klar. Dort schlägt mein Herz schneller. Wenn ich in dem Stadtteil Düsternbroock unterwegs bin, Freunde treffe, mich umschaue, das Meer rieche – all das gibt mir das Gefühl von Kindheit und Aufbruch. Ich liebe Kiel. Es ist eine so uneitle Stadt, die weiß gar nichts von ihrer Attraktivität. Jede Stadt ist dabei sich zu optimieren, Kiel ist etwas unschuldiger. Das finde ich gut.