Anne Heche
© Getty Anne Heche

Anne Heche Mit Männern kennt sie sich aus

Und das privat wie beruflich: Anne Heche hat in Sachen Liebe viel erlebt. In der neuen TV-Serie "Men In Trees" spielt sie eine Beziehungsexpertin

Was ihr Liebesleben angeht, hat Anne Heche einiges mitgemacht. Nach einer zweijährigen Beziehung verließ sie 1997 Steve Martin für Talkshowqueen Ellen DeGeneres. Drei Jahre lang galten die beiden als Traumpaar Hollywoods, dann zog es die Blondine zu Kameramann Colman "Coley" Laffoon. Eine Heirat und die Geburt von Sohn Homer später trennte sie sich im Frühjahr 2007 von Laffoon und ist jetzt mit ihrem Schauspielkollegen James Tupper zusammen. Die perfekte Ausgangsbasis also, um in der neuen Serie "Men In Trees" (ab 4. Januar freitags um 22 Uhr auf Vox) eine erfolgreiche Beziehungsexpertin zu spielen. Deren eigene Liebe allerdings scheitert und die schließlich in einem Fischerdorf in Alaska landet, um dort die überwiegend männliche Bevölkerung zu studieren. Im GALA-Interview verrät die 38-Jährige, was Frauen durch "Men In Trees" über Kerle lernen können und wie ihr das Leben in der arktischen ­Einöde gefallen hat.

Gala: Wie ist es, mit so vielen Männern zu arbeiten?

Ehrlich gesagt: Es ist fantastisch! Ich sitze in einer Bar, umgeben von gut aussehenden Männern, besser kann ein Arbeitsplatz doch gar nicht sein, oder? Außerdem ist es großartig, endlich mal eine Sendung zu haben, die sich mit dem Leben der Männer befasst - und ihren Beziehungsproblemen. Das macht die Serie einzigartig.

Gala: Sollen Frauen die Serie sehen oder eher Männer?

Beide. Sowohl Frauen als auch Männer können bei "Men In Trees" viel lernen.

Anne Heche bei der Verleihung der Tony-Awards
© Wireimage.comAnne Heche bei der Verleihung der Tony-Awards

Gala: Was genau?

Männer kommunizieren nicht so gerne wie Frauen, sie ziehen sich lieber zurück, denken über alles im Stillen nach und finden allein eine Lösung. Männer können ihre Gefühle nicht ausdrücken, womit wiederum Frauen Probleme haben.

Gala: Gleich in der ersten Folge macht Ihre Figur Marin eine recht drastische Entwicklung durch...

Marin ist eine Person, die extrem selbstbewusst ist und glaubt, alles über Beziehungen zu wissen. Doch dann findet sie heraus, dass ihr Mann sie betrügt und merkt, dass sie absolut keine Ahnung von dem hat, was sie in ihren Büchern beschreibt. Sie ist also an einem Punkt, an dem sie entweder so weitermachen kann wie bisher oder neu anfängt. Und genau da startet die Serie.

Gala: Wie denken Sie persönlich darüber - sollte man nach so einem Schock wirklich ganz neu anfangen?

Auf jeden Fall. Das ist das Beste, was man machen kann. Eine neue Perspektive finden und von da aus wieder wachsen.

Gala: Gab es in Ihrem Leben auch schon mal den Punkt, an dem Sie dachten: Ich schmeiße alles hin und verschwinde?

Absolut. Okay, ich bin nicht nach Alaska ausgewandert, aber einmal bin ich für zwei Jahre nach Ojai gezogen, eine Kleinstadt in Kalifornien.

Gala: Genau wie Marin leben auch Sie eigentlich in einer Großstadt. Wie ist es, auf dem Land zu arbeiten?

Sie werden es nicht glauben, aber ich bin mittlerweile eine richtige Naturliebhaberin geworden. Ich wandere, möchte aber dabei bitte keiner Schlange begegnen! (lacht)

Anne Heche und James Tupper
© Wireimage.comAnne Heche und James Tupper - in der Serie und auch in echt verliebt

Gala: Sie selbst haben ja auch schon einige Höhen und Tiefen in Ihrem Beziehungsleben durchgemacht, meist ganz öffentlich. Hat Ihnen das bei dieser Rolle geholfen?

All meine Erfahrungen in dieser Richtung waren hilfreich. Und dass ich mit meinem Privatleben immer offen umgegangen bin, hilft sicherlich auch, wenn ich jetzt einen Beziehungscoach spiele.

Gala: Es grenzt ja fast schon an Ironie, dass ausgerechnet Sie diese Rolle spielen.

Witzig, kaum geht man offen mit seinen ­Beziehungen und seinem Leben um, denken die Leute, man wisse auch alles darüber. Bei mir denken die Leute, ich wüsste alles über die Liebe. Ist natürlich nicht so.

Gala: Was hat Sie an der Serie gereizt? Immerhin legen Sie sich für eine lange Zeit auf eine Rolle fest?

Nun ja, nur wenn wir Erfolg haben (lacht). Aber ich wollte Stabilität für meine Familie. Mein Sohn Homer ist fünf und ich hatte mir immer vorgenommen, eine TV-Serie zu drehen, wenn er in diesem Alter ist. Die ersten drei Jahre habe ich mich voll und ganz auf Homer konzentriert, dann habe ich langsam angefangen, meine Karriere wieder in Gang zu bringen. Jetzt kann ich ihn auch mal mit an den Set nehmen. Mittlerweile fühlt er sich da pudelwohl, er ist mein kleines Maskottchen und so süß! Er darf im Regiestuhl sitzen und "Action!" rufen.

Gala: Wünschen Sie sich noch mehr Kinder?

Ich weiß noch nicht. Im Moment ist "Men In Trees" mein Baby. Wir werden sehen, was in Zukunft passiert.