Anne Hathaway

Bambi zieht blank

Anne Hathaway kann viel mehr, als rehäugig gucken. Freizügig wie nie zeigt sich die scheue Schöne in ihrem neuen Film - und gewährt im Gala-Interview detaillierte Einblicke in ihr Leben

Anne Hathaway

Sex!

Worauf sonst sollte ein Film hinauslaufen, wenn die männliche Hauptfigur win Potenzmittel-Vertreter ist? Ausdauernd und zügellos treiben es denn auch und in der Komödie "Love And Other Drugs - Nebenwirkung inklusive" - für die Schauspielerin, die sich vorher niemals hüllenlos vor der räkelte, eine ganz neue Herausforderung. Im Gala-Interview erzählt sie von den lustigsten Peinlichlichkeiten am Set, verrät, was sie mit Gyllenhaal wirklich verbindet, und erklärt, wie sie mit dem Hollywood-Ruhm umgeht.

Wundern Sie sich selbst über Ihren Mut, sich erstmals hüllenlos vor der Kamera gezeigt zu haben?

Ganz ehrlich? Ich würde niemandem empfehlen, Nacktszenen zu drehen. Man fühlt sich wirklich sehr unwohl, wenn man mit anderen Menschen in einem Raum sitzt, um den Film zum ersten Mal anzusehen, und alle konzentrieren sich in bestimmten Szenen auf deinen nackten Körper.

In der romantischen Komödie "Love And Other Drugs – Nebenwirkung inklusive" (ab 6. Januar im Kino) spielt Anne Hathaway die Freu

In der romantischen Komödie "Love And Other Drugs ¿ Nebenwirkung inklusive" (ab 6. Januar im Kino) spielt Anne Hathaway die Freundin von Jake Gyllenhaal.

Es macht aber schon den Eindruck, dass Sie und Jake Gyllenhaal in den Sexszenen jede Menge Spaß hatten, oder?

Jake ist einfach wundervoll! Ich weiß, genau das erzählen Schauspieler immer über ihre Kollegen. Aber diesmal war es wirklich etwas besonderes, weil wir vor fünf Jahren "Brokeback Mountain" zusammen gemacht und uns seitdem kaum gesehen haben. Er war damals ein toller Kerl, und er ist es immer noch. Sehr ehrlich und authentisch. Und das finde ich erstaunlich. Ein Mann, der so toll aussieht wie er und seit frühester Jugend so viel Aufmerksamkeit genießt, könnte sich auch sehr leicht zum Albtraum entwickeln. Er könnte ein Vollidiot sein. Aber das genaue Gegenteil ist der Fall.

Jetzt haben Sie sich aber sehr elegant um den gemeinsamen Spaß bei den Sexszenen gemogelt.

Okay, dann noch mal dieses Thema ... Es ist wichtig, in solchen Situationen auch mal herzlich zu lachen, denn das Ganze ist schon ziemlich absurd. Eine unserer Sexszenen war so akrobatisch, dass wir Unterstützung vom Set-Designer brauchten, um die Stellung halten zu können. Aber der peinlichste Moment war der, als ich dachte, wir drehen eine Szene, obwohl es nur eine Probe war. Ich gebe also alles und steigere mich voll in die Geschichte hinein und wundere mich, warum alle um mich herum Sandwiches essen! Als ich die Situation begriffen hatte, wurde ich knallrot und habe mir schleunigst einen Bademantel übergeworfen. Man hat mich bis zum Ende der Dreharbeiten mit der Story aufgezogen.

Wie reagieren Freunde und Familie auf die Szenen?

Auch meine Freunde ziehen mich natürlich damit auf. Sie finden es in erster Linie komisch. Meine Familie begutachtet meine Arbeit immer mit großem Respekt. Aber diesmal finde ich es völlig in Ordnung, wenn sie den Film nicht sehen wollen. Bisher waren ja beinahe alle meine Filme Familienfilme. Dieser ist definitiv keiner.

Eines haben Sie mit Jake gemeinsam: Sie wirken trotz Ihres Erfolgs nie abgehoben. Kein Interesse, mal auf Diva zu machen?

Wissen Sie, ich finde es ja toll, dass man mir gratis Designerkleider schickt, aber insgeheim wundere ich mich darüber. Als ich anfing zu spielen, hatte ich keine Vorstellung von dem Leben, das ich heute führe. Ich hatte mich darauf eingestellt, lebenslang auf Theaterbühnen zu stehen und mein mageres Gehalt mit Kellnerjobs aufzubessern. Regisseur Edward Zwick macht sich gern darüber lustig. Er meint, ich benehme mich immer noch wie das Mädchen, das gerade mit der U-Bahn zum ersten Casting gekommen ist. Aber wenn Sie meine Familie kennen würden, wüssten Sie, aus was für einem Stall ich komme. Wenn ich die kleinsten Anzeichen von Höhenflug zeige, holen die mich sofort wieder runter.

Grundsätzlich: Stellen wir uns das Leben von Filmstars nur spannend vor? Oder ist es wirklich so glamourös?

Es gibt Höhen und Tiefen. Als ich mit "Brokeback Mountain" beim Filmfestival in Venedig war, hat sich wirklich kein Schwein für mich interessiert. Ich konnte völlig unbelästigt als Touristin in der Stadt unterwegs sein. Dafür erlebe ich neuerdings einige wirklich abenteuerliche, glamouröse Sachen. So habe ich mir das Leben von immer vorgestellt. Ich werde mit Hubschraubern und Privatjets eingeflogen. Auf dem roten Teppich spielen die Leute auf einmal verrückt. Es ist absolut seltsam und eigentlich lächerlich. Denn das bin nicht ich. Ich stehe dann da und denke: Wo bin ich hier nur hineingeraten? Ich finde es komisch und lache mich durch die Veranstaltungen.

Bleibt Ihnen genügend Zeit, um zur Ruhe zu kommen?

Ich gönne mir über die Feiertage und Anfang des kommenden Jahres eine Auszeit. Ich habe das Gefühl, seit Jahren nur noch zu arbeiten. Und ich nehme meine Arbeit sehr ernst, deswegen investiere ich viel Zeit. Wenn ich freihabe, werde ich einfach zu Hause bleiben, Brot backen, lange Spaziergänge mit dem Hund machen, gute Bücher lesen und das Leben auf mich zukommen lassen.

Sie backen Brot? Sind Sie auch eine gute Köchin?

Na ja, so ein paar Gerichte gelingen mir ganz gut, aber ich bin nicht halb so gut wie Jake. Ich kann besser backen als kochen. Ich glaube, es ist keine Übertreibung, wenn ich behaupte, eine tolle Bäckerin zu sein.

... die nur auf Brot spezialisiert ist?

Nein, am liebsten backe ich Kuchen. Es gibt da diese wundervolle Bäckerei in New York, sie heißt "Babycakes". Dort habe ich mir ein Kochbuch gekauft und schon jedes einzelne Rezept nachgebacken.

, Desmond Sampson

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