Andrea Corr
© Getty Andrea Corr

Andrea Corr Nesthäkchens Alleingang

Andrea Corr und ihre Geschwister wurden als Popband The Corrs weltberühmt. Jetzt verfolgt die schöne Irin erstmals ihre eigenen Ziele

So stellt man sich Schneewittchen vor: rabenschwarzes Haar, rote Wangen, Rehaugen, Porzellan-Teint. Andrea Corr, 33, wirkt zart bis zerbrechlich. Versunken auf einem großen Sofa in dieser großen Suite des Hamburger "Hyatt"-Hotels. Die Sängerin der irischen Familien-Band The Corrs sieht irgendwie verloren aus. Ob es daran liegt, dass ihr die Geschwister fehlen? Nach 15 Jahren, mehr als 30 Millionen verkauften Tonträgern, diversen Welttourneen im familiären Gespann, betritt Andrea nun mit ihrem Album "Ten Feet High" Solo-Pfade. Im Interview mit GALA erklärt sie weshalb.

Haben Sie wegen Ihres Soloalbums Ärger bekommen?

Nein, wer sollte denn sauer sein?

Na, Ihre Geschwister. Schließlich touren sie seit den frühen Neunzigerjahren gemeinsam als The Corrs um die Welt. Und jetzt verlassen Sie einfach so die Familienbande.

Niemand ist böse oder neidisch. Im Gegenteil, meine Geschwister finden es toll. Unsere Band macht ja sowieso derzeit Babypause. Caroline hat kürzlich ihr drittes Kind bekommen, mein Bruder Jim wurde gerade Vater, und Sharon erwartet das zweite Baby. Da habe ich mir gedacht, jetzt, wo die anderen beschäftigt sind, ist genau der richtige Zeitpunkt für die Geburt meiner eigenen CD gekommen ...

... die Sie "Ten Feet High" nannten, was gut drei Metern entspricht. Sie wollen offenbar hoch hinaus.

Selbstverständlich. Ich bin ja nur knapp einssechzig klein. Mit diesem Album-Titel erreiche ich endlich eine Größe, von der ich immer geträumt habe (lacht).

Sie haben sich vom irischen Schunkel-Pop verabschiedet und singen stattdessen zu knalligen Beats. Erleben wir jetzt die Emanzipation des Corr-Nesthäkchens?

Wer sich mein Album kaufen möchte, sollte vorher wissen, dass es völlig anders klingt als die Songs der Corrs. Ich will niemanden schocken. Aber es ist nun mal so, dass die Musik der Corrs das Produkt von vier Personen ist. Ich bin alleine, und somit ist auf dieser CD einzig mein Sound zu hören.

Ihr Song "I Do" handelt von einer Märchenhochzeit. Noch so ein Traum von Ihnen?

Jedes Mädchen wünscht sich das wohl. Ich wollte früher auch einen Traumprinzen heiraten. Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob das immer noch so ist.

Sie sind seit einiger Zeit mit Brett Desmond liiert, ein Millionen-Erbe und einer der begehrtesten Männer Irlands. Klingt doch verdächtig nach Traumprinz.

Ich denke gerade nicht an Hochzeit, ehrlich. Und schon gar nicht an irgendwelche pompösen Zeremonien. Ich führe mein Leben so normal und unauffällig wie möglich. Kleine Hunde in kleinen Taschen sind nicht mein Ding. Wenn man viele Jahre beruflich im Rampenlicht steht, weiß man eine gewisse Bodenständigkeit im Privaten besonders zu schätzen. Und in Irland ist dieses normale Leben zum Glück auch noch gut möglich.

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