André Agassi
© Getty Images André Agassi

Andre Agassi "Man muss mehr geben"

Ex-Tennisstar Andre Agassi über sein Engagement für benachteiligte Kinder und die Liebe zu seiner Familie

Acht Grand-Slam-Titel

, Olympisches Gold - aber für Andre Agassi, 39, sind die Kinder sein größter Erfolg. Damit sind nicht nur Jaden Gil, 7, und Jaz Elle, 5, gemeint, die er zusammen mit Steffi Graf, 39, hat. Bereits 2001 gründete der frühere Tennisprofi in seiner Geburtsstadt Las Vegas die "Andre Agassi College Preparatory Academy" (AACPA). Und mit der "Agassi Foundation" sammelte er bislang 30 Millionen Euro für unterprivilegierte Kinder.

André Agassi mit Schülerinnen seiner Academy bei einem Benefiz-Konzert
© WireImage.comAndre Agassi mit Schülerinnen seiner Academy bei einem Benefiz-Konzert

Im Juni feiert die erste Klasse an Ihrer Academy den Abschluss. Fühlt sich das genauso gut an wie ein Grand-Slam-Sieg?
Wenn man einen solchen Titel gewinnt, wird ein Traum wahr. Aber diese Kinder zu sehen, die ihre Träume, ihre Hoffnungen verwirklichen können - das übertrumpft einfach alles.

An der Eingangstür der Schule hängt ein "Code of Respect" aus, ein Ehrenkodex.
Respekt ist elementar. Man kann im Leben noch so reich beschenkt sein - wenn das Herz fehlt, ist alles andere wertlos.

Sie haben einmal gesagt, dass es nicht ums Gewinnen geht, sondern darum, seinen Platz im Leben zu finden. Sind Sie angekommen?
Gewinnen hatte für mich nie damit zu tun, meinen Gegner zu besiegen, sondern damit, die eigenen Grenzen auszuloten. Für mich ist das eine Lebensphilosophie: immer in Bewegung zu bleiben.

Ihrer Heimatstadt Las Vegas haben Sie allerdings immer die Treue gehalten.
Eine großartige Stadt! Hier wird eine Kultur des Anpackens zelebriert: Geht nicht gibt’s nicht. Das hat auf mich abgefärbt.

Zu Hause ist da, wo das Herz ist?
Genau. Wenn die Menschen, die Sie lieben, nicht bei Ihnen sind, sind Sie nicht daheim. Sicher, ich würde Steffi gern Meerblick und etwas mehr Grün bieten, aber Las Vegas liegt nun mal mitten in der Wüste. Was soll man machen? (lacht)

Die "Agassi Academy" befindet sich nicht gerade in der besten Gegend von Vegas. Bringen Sie Ihre eigenen Kinder mit hierher?
Ja, sie waren schon mit mir dort. Steffi und ich erziehen unsere Kinder zu Großzügigkeit und Toleranz.

Als Sportler vertreten Sie aber auch Disziplin und Durchhaltevermögen. Müssen Kinder heutzutage zäh sein, um sich in der Welt behaupten zu können?
Nun ja, ich habe früher ja selbst ein paar Schlenker gemacht. (Er spielt auf sein Rebellen-Image zu Beginn seiner Karriere an, Anm. d. Red.) Aber es stimmt schon, die Einstellung zählt: Man muss sich antreiben, immer ein bisschen mehr geben.

Haben Sie je daran gedacht, Tennisprofis zu trainieren?
Ich rede für mein Leben gern über Tennis, aber ich verspüre nicht die geringste Lust, meine Familie allein zu lassen. Als Trainer müsste ich viel reisen, das kommt für mich nicht in Frage.

Trainieren Ihre Kids schon für ihr erstes Turnier?
Unsere Tochter spielt tatsächlich drei, vier Mal die Woche Tennis. Aber unser Sohn interessiert sich mehr für Teamsportarten.