Alexandra Maria Lara

"Mein Mann ist ein Super-Daddy"

Erstmals nach der Geburt ihres ersten Babys spricht Alexandra Maria Lara exklusiv in GALA: über ihre Ängste als junge Mama, Sam Rileys Talente als Papa – und wie es ist, ungewollt länger vom Nachwuchs getrennt zu sein

Alexandra Maria Lara

Sommerfeeling am Kogel-Bay-Resort vor den Toren Kapstadts. 21 Grad im Schatten, blauer Himmel. Nur ein extrem böiger, frischer Wind erinnert daran, dass in Südafrika gerade tiefster Winter herrscht. genießt die Sonnenstrahlen auf der Haut, während sie für das GALA-Shooting am Rande der Dreharbeiten zu „Der geilste Tag“ posiert. In der Tragikomödie um zwei todkranke junge Männer spielt sie neben und eine der Hauptrollen. Erstmals nach drei Jahren wirkt die 36-Jährige, die im Januar 2014 ihr erstes Baby zur Welt brachte, wieder in einer deutschen Kinoproduktion mit. Bereits im Herbst desselben Jahres stand sie in der US-Produktion „Geostorm“ vor der Kamera – einem Weltraumthriller, in dem sie die Chefin von spielt. Im exklusiven GALA-Interview am Kogel-Bay-Strand spricht Alexandra Maria Lara erstmals über ihr neues Leben zwischen Mama-Alltag und Schauspielkarriere.

Bei Ihnen läuft es beruflich gerade richtig rund. Gibt das dem Selbstbewusstsein einen ordentlichen Push?

Auf jeden Fall! Wie jeder Mensch habe auch ich mal Phasen der beruflichen Unsicherheit. So zum Beispiel nach der Geburt von Ben. Da dachte ich mir: Was wird mein erster Job nach der Schwangerschaft sein? Wann wird er kommen? Dass er mich dann ins Herz einer Hollywood-Produktion führte, war natürlich eine wirklich schöne Überraschung. Wobei ich anfangs mit mir kämpfen musste.

Inwiefern?

Als ich das Angebot bekam, war Ben zehn Monate alt. Und als feststand, dass die Dreharbeiten für drei Monate in New Orleans stattfinden würden, habe ich im ersten Moment gedacht: Das geht nicht! Ich kann doch nicht mein Baby von Berlin in die USA mitnehmen. Nicht bei dieser großen Distanz und nicht über so einen langen Zeitraum. Trotzdem haben Sie sich am Ende für das Projekt entschieden, und Ben war dabei. Mein Mann und ich haben überlegt, wie wir das am besten organisieren könnten. Für uns ist das Allerwichtigste, dass wir als Familie so viel Zeit wie möglich miteinander verbringen können.

Und wie schaffen Sie das?

Sooft es geht, nehmen wir unseren Sohn zu Dreharbeiten mit. Wenn bei mir gerade kein neues Projekt anliegt, fahre ich gemeinsam mit Ben zu Sams Set und umgekehrt. Weil es eben jetzt noch die Zeit ist, wo wir gemeinsam mit unserem Kind viel reisen können. Aber das wird sich schon bald ändern. Ben besucht bereits einen wunderbaren Berliner Kindergarten. Und wenn er zur Schule geht und sich seine Lebensstrukturen immer mehr festigen, wird es natürlich nicht mehr möglich sein, so viel mit ihm unterwegs zu sein.

Wie läuft die Familien-Logistik?

Bisher hat die Organisation immer ganz gut geklappt. Manchmal ist es aber auch schwierig. Leider können wir als Schauspieler nie sagen, was uns bei einem Dreh erwartet. Pläne werden von heute auf morgen komplett über den Haufen geworfen, oder es kommen neue Rollenangebote dazwischen. Eigentlich hätte Sam jetzt auch in Kapstadt sein sollen. Dann bot sich ihm aber die Chance, mit einem seiner Lieblingsregisseure in Brighton zusammenzuarbeiten, und alles, was wir im Vorfeld geplant und überlegt hatten, war innerhalb von einem Moment vom Winde verweht. Deshalb hat Sam seinen Sohn jetzt länger nicht gesehen.

Wie geht Ihr Mann damit um?

Es ist bestimmt nicht leicht, aber wir telefonieren viel, und ich versorge Sam täglich mit Fotos und Videos. Sam könnte seinen Sohn über Skype sehen. Das haben wir einmal probiert, endete aber ziemlich schnell in Tränen! Ben ist einfach noch zu klein, um diese Art der Kommunikation zu begreifen: Da ist sein Papa –aber er kann ihn trotzdem nicht anfassen.

Wer hilft Ihnen, Kind und Karriere unter einen Hut zu bringen?

Zum einen sind da meine und Sams Eltern und zum anderen unsere wunderbare Kinderfrau, die uns gerade bei Dreharbeiten tatkräftig unterstützt.

War es schwer, eine Nanny zu finden?

Es müssen so viele Dinge passen. Zumal wir ja eine Frau finden mussten, bei der wir uns vorstellen konnten, mit ihr für ein paar Wochen auch gemeinsam unter einem Dach leben zu können. Aber zu unserer Kinderfrau konnten wir schnell eine tolle und unkomplizierte Beziehung aufbauen. Mehr Glück hätten wir nicht haben können. Natürlich verbringe ich auch wahnsinnig gerne ganz alleine Zeit mit meinem Kind. Aber wenn ich mit Ben mehrere Stunden in einem Flieger sitzen muss, fühle ich mich mit ihr an meiner Seite viel sicherer und stärker.

Wie macht sich Sam als Vater?

Mein Mann ist ein Super-Daddy und ein Naturtalent! Von Anfang an stand er da wie eine Eins und hat sich in jeder Beziehung großartig um seinen Sohn gekümmert, ohne dass ich ihn um etwas bitten musste.

Wie lange waren Sie bislang von Ihrem Kind getrennt?

Eigentlich könnte ich behaupten, dass ich in 18 Monaten keinen Tag ohne Ben war. Wenn nicht bei den Dreharbeiten zu „Geostorm“ etwas Unvorhergesehenes passiert wäre. Und was? Leider lief am Ende etwas mit Bens Visum schief, weshalb Ben mit der Kinderfrau schnellstmöglich die USA verlassen musste. Ich war total aufgelöst, es war für mich unbegreiflich, dass mein Baby, das zu dieser Zeit erst zwölf Monate alt war und das für niemanden eine Gefahr darstellt, nicht bei mir bleiben durfte.

Gab es doch noch ein Happy End?

Nein, mein Mann ist dann gemeinsam mit den beiden abgereist, und ich bin bis zum Drehschluss in New Orleans geblieben. Das war nicht leicht für mich, aber ich wusste, ich kann mich total auf Sam verlassen.

Wie hat Ihr Baby Sie verändert?

Ben hat alles verändert. Ich fühle mich heute so glücklich wie nie und einfach vollständig. Dass wir ein Kind haben; dass Ben so ist, wie er ist, erfüllt mich mit einem Glück, das ich nicht in Worte fassen kann.

Was genau ist anders?

Mein Blick auf das Leben, die Prioritäten und das Gefühl für mich selbst: Ich bin ruhiger, innerlich ausgeglichener und auch stärker geworden. Ich habe jetzt eine große Verantwortung, die mich mit viel Stolz erfüllt.

Welcher Muttertyp sind Sie?

Ich bin sicher keine überängstliche oder gar panische Mama. Aber natürlich gibt’s auch Momente, wo Freunde sagen, dass ich Ben einfach mal klettern lassen soll, ich aber schon zwei Schritte weiter denke …

Wie gehen Sie mit der Angst um, dass Ben etwas passieren könnte?

Ich lasse sie zu – aber mich nicht von ihr beherrschen. Es gibt Momente, in denen ich ihn lasse. Und Momente, in denen ich einschreite. Ich kann ihm ja noch nicht mit Worten erklären, dass jedes Nein nur zu seinem Besten ist. Grenzen zu setzen ist sicher eine der wichtigsten, aber auch schwersten Aufgaben für Eltern.

Wächst Ihr Sohn zweisprachig auf?

Ich spreche mit dem Kleinen Deutsch, Sam Englisch. Und von meinen Eltern bekommt er auch ein wenig Rumänisch mit. Ich kann nur aus eigener Erfahrung sagen, dass Sprachen von unschätzbarem Wert sind.

Welche Charaktereigenschaften hat Ihr Sohn von wem geerbt?

Ich würde sagen: Ben ist eine grandiose Mischung aus uns beiden. (lacht) Sein Temperament hat er von mir, und in Sachen Verschmitztheit kommt er eher nach Sam. Seine entspannte Art hat ihm wohl ebenfalls eher sein Vater mitgegeben.

Was meinen Sie mit „entspannte Art“?

Unser Sohn schlief ziemlich schnell mehrere Stunden durch und fängt sich auch in stressigen Momenten sehr schnell wieder. In dieser Beziehung haben wir großes Glück.

Wer von Ihnen lässt mehr durchgehen?

Ich bin vielleicht der strengere Elternteil und meistens diejenige, die auch mal Nein sagt. Sam und Ben sind natürlich erst mal ein Papa-Sohn-Team, das zusammenhält. Ich bin mir aber sicher, dass wir uns in Erziehungsfragen bestens ergänzen.

Wünschen Sie sich noch ein zweites Kind?

Sam und ich sind mit dem Leben, das wir gerade führen dürfen, einfach nur glücklich! Aber wer weiß, was noch alles auf uns zukommt. (lacht)

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