Ian McKellen

Schauspieler, um Gleichgesinnte zu treffen

In einem Interview plauderte Sir Ian McKellen darüber, wie seine Berufswahl auch von seiner Homosexualität beeinflusst wurde. Er freut sich, dass die Dinge sich ändern

Ian McKellen

Sir Ian McKellen wurde Schauspieler, um andere schwule Männer zu treffen. Verkürzt ausgedrückt ist das zumindest, was der 70-Jährige Schauspieler, Adlige und Vorkämpfer für einen fairen Umgang mit Schwulen im Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" durchblicken lässt.

kann auf mehr als 40 Jahre Leinwanderfahrung zurückblicken. Doch ausschlaggebend für seine Liebe zur Schauspielerei waren drei andere Dinge, verriet er der "FAZ" in einem langen Interview. Zum einen eine theaterbegeisterte ältere Schwester, die den ersten Kontakt zu dieser magischen Welt herstellte. Zum zweiten eine sehr gute Kritik für seinen Auftritt in einem Shakespeare-Stück in Cambridge - damals spielte Kellen in einer Amateurtruppe Theater. Erstmals schien es ihm möglich, das Spiel zum Beruf zu machen. Und zum dritten: "Ich hatte gehört, viele professionelle Darsteller seien schwul. Die Schauspielerei erschien mir also als Chance, Gleichgesinnte zu treffen", erzählt Kellen dem "FAZ"-Autoren.

Magische Stars

Von gruselig bis zauberhaft

Carice van Houten als Langiva in "Black Death"; 2010
Die rote Herzkönigin wird von Helena Bonham Carter gespielt.
Sarah Michelle Gellar als "Buffy The Vampire Slayer"; 1998
Cher, Susan Sarandon und Michelle Pfeiffer als "Die Hexen von Eastwick"; 1986

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Homosexualität sei damals in Großbritannien ja noch illegal und dementsprechend totgeschwiegen gewesen. "Als junger Mann hatte ich das Gefühl, ich wäre der einzige schwule Brite", so Kellen, der als einer der ersten seines Faches 1988 ein Coming-out wagte. Seitdem blieb er einer der lautesten Vertreter für den offenen Umgang mit Homosexualität. Nachdem er als Zauberer Gandalf in den "Herr der Ringe"-Filmen weltweit auch dem jüngeren Publikum bekannt war, ging Kellen mit seiner Lobbygruppe "Stonewall" in britische Schulen und sprach mit den Schülern über Toleranz gegenüber anderen Lebensentwürfen.

Im Interview sagt Ian McKellen auch: "Ich dränge niemanden zum Coming-out, aber die Alternative ist furchtbar: Lügen, Angst, Heimlichtuerei. Jeder selbst geoutete Homosexuelle, den ich getroffen habe, versichert mir, das Coming-out sei die beste Entscheidung seines Lebens gewesen."

cfu

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