Hugh Jackman

Was ist dran an diesem Mann?

Der Australier Hugh Jackman ist der begehrteste Mann der Welt. Und sehr glücklich verheiratet. Kleiner Trost: In diesem Jahr wird er die Oscars moderieren

Hugh Jackman

Mit Nicole Kidman ist er derzeit in "Australia" zu bewundern. Die Schauspielerin ist die ehemalige Mitbewohnerin von seiner Frau

Mit Nicole Kidman ist er derzeit in "Australia" zu bewundern. Die Schauspielerin ist die ehemalige Mitbewohnerin von seiner Frau

Der Ruhm beschert ihm

schlaflose Nächte. Seit das Magazin "People" ihn zum "Sexiest Man Alive" gekürt hat, steht Hugh Jackmans Telefon nicht mehr still. Ein Anruf aus Hollywood riss ihn jüngst im fernen Berlin um drei Uhr früh aus den Träumen: Mr. Jackman, ob Sie wohl die Oscar-Verleihung 2009 moderieren würden? Alle wollen Hugh. Beim Anblick des kernigen Hünen schmilzt in der Kinoromanze "Australia" nicht nur seine Partnerin Nicole Kidman dahin. Bei "Wetten, dass..?" verzauberte der Gentleman Millionen Zuschauerinnen, als er Ministerin Ursula von der Leyen buchstäblich auf Händen trug. Nur George Clooney, "Sexiest Man Alive a. D.", bepöbelte ihn jüngst bei einem nächtlichen Überraschungs-Anruf: "Jackman, ich weiß, was du getan hast. Du hast diese Kampagne gestartet und mir den Titel geklaut!" Damit spielte Gorgeous George ironisch darauf an, dass wohl lediglich von Dauer-Camper Matthew McConaughey mehr Oben-ohne-Fotos kursieren als von Hugh. Trotzdem: Hugh Jackmans größtes Kapital ist nicht sein Aussehen. Unwiderstehlich machen ihn erst sein Charme, seine Bodenständigkeit und sein Sinn für Humor.

Genau diese Eigenschaften waren es wohl auch, denen eine gewisse Deborra Lee-Furness - australische Schauspielerin ("Homo Faber"), acht Jahre älter als Hugh und seit 1996 Mrs. Jackman - gleich verfiel. Die beiden lernten sich 1995 am Set der australischen TV-Serie "Correlli" kennen. Nach zehn Folgen war Schluss, ihre Ehe hält seit zwölf Jahren. Etliche Zeit davon versuchten Hugh und Deborra eigene Kinder zu bekommen - Fehlanzeige. Selbst eine aufwendige In-Vitro-Befruchtung brachte nicht den gewünschten Erfolg. "Das war eine harte Zeit. Ich habe Deb jeden Tag Spritzen gegeben, und ihre Hormone spielten komplett verrückt", erinnert sich Jackman.

Doch ihre Liebe war stark genug, diese Krise zu überstehen. Nach langen Überlegungen entschied sich das Paar zur Adoption - Oscar, 8, und Ava, 3, komplettieren heute das Familienglück. Deborra-Lee Furness, die auch als Regisseurin und Produzentin arbeitet, geht mit dem Sexappeal ihres Gatten lässig um. Ihr Kommentar zur Sexiest-Man-Krönung: "Brad stand wohl nicht zur Verfügung?" Hugh punktet dafür mit selbst gebackenen Pancakes, die er Deb zum Frühstück serviert und geträllerten Liebessongs.

Von seiner romantischen Seite können ihn momentan auch die Kino-Zuschauer im Leinwand-Epos "Australia" bewundern. "Ich durfte Clint Eastwood, John Wayne und Clark Gable in einem sein", schwärmt sexy Hugh. Und das ist nicht mal übertrieben. Der 40-Jährige ist ein Filmstar vom alten Schlag. Und ein vollendeter Gentleman: Am ersten Drehtag im Outback fiel er, in voller Montur unter sengender Sonne, kurz in Ohnmacht - "um den anderen die Scheu zu nehmen", sagt er und grinst.

Wenn man mit ihm im selben Raum ist, erschließt sich das Phänomen Hugh Jackman am besten. Wie er mit leuchtenden Augen Anekdoten vom "Australia"-Dreh in seiner geliebten Heimat zum Besten gibt, von Lagerfeuern und durchgehenden Pferden - es dauert ein bisschen, bis man begreift, dass er auch eine Gebrauchsanweisung rezitieren könnte und man genauso an seinen Lippen hängen würde. Hugh ist der geborene Entertainer. Schon als Musicalstar auf den Bühnen von Sydney und London konnte er einen Saal zum Toben bringen. Die "Tony Awards" (den Theater-Oscar) moderierte er bereits dreimal - und das so launig, dass ihm dafür der Emmy verliehen wurde. Er bewegt sich also auf vertrautem Parkett, wenn er am 22. Februar durch die Oscar-Gala führt. Das Broadway-Musical "The Boy From Oz" brach 2004 Kassenrekorde. Ein Jahr lang spielte Hugh vor ausverkauftem Haus den autralischen Songwriter Peter Allen ("When My Baby Smiles At Me I Go To Rio"), Ehemann von Liza Minnelli - und homosexuell. Im weißen Paillettenanzug schäkerte Hugh mit den Zuschauern in der ersten Reihe und gab Küsschen. Damals entstand das Gerücht, der Womanizer sei in Wahrheit schwul. "Ich bin begeisterter Heterosexueller", konterte Jackman. Er erntete jeden Abend Standing Ovations. Und den Tony für den besten Darsteller gab's gleich obendrauf.

Auch einen Oscar hat er ja längst: seinen Adoptivsohn. Der Kleine darf sogar beim GALA-Gespräch dabei sein, bis es ihm zu öde wird und sein Vater ihn sanft aus der Tür schiebt. "Wenn Sie peinliche Storys über meinen Dad hören wollen, müssen Sie bloß mich fragen", sagt der Achtjährige zum Abschied. Wer wissen will, wem Hugh seinen Durchbruch in Hollywood verdankt, darf sich mal wieder an seine Frau wenden - und an ihre ehemalige Mitbewohnerin, eine gewisse Nicole Kidman. Die stellte das Paar ihrem damaligen Ehemann Tom Cruise vor, der prompt seinen Agenten in Los Angeles auf Jackman aufmerksam machte. Kurioserweise begann Hughs Kinokarriere dann als Lückenbüßer. Er sprang als Mutant Wolverine in der Comicverfilmung "X-Men" ein - und wurde als grimmiger Anti-Superheld zum Sexsymbol. Für den Part brachte sich die Frohnatur angeblich mit Meditationsentzug und eiskalten Duschen in Rage.

Seit 1996 sind die beiden verheiratet. Sie haben sich am Set der Serie "Corelli" kennengelernt

Seit 1996 sind die beiden verheiratet. Sie haben sich am Set der Serie "Corelli" kennengelernt

Die Frage nach seinen eigenen dunklen Seiten aber passt ihm nicht. "Ob ich seelische Abgründe habe? Ach, ich bitte Sie! Soll ich jetzt über meine verkorkste Kindheit reden?" Hugh war acht Jahre alt, als seine Mutter die Familie verließ. Als die fünf Geschwister eines Tages aus der Schule kamen, war sie fort. "Danach hatte ich Angst, das Haus allein zu betreten. Ich wartete so lange draußen auf den Stufen, bis jemand kam. Aber ich war meiner Mutter nie böse." Das sagte Jackman vor Jahren einem australischen Magazin, um dann nie mehr davon zu sprechen. Viel lieber erzählt er die märchenhafte Geschichte, wie der Schlaks, den sie früher "Würmchen" nannten, seine Berufung fand. Als Student konnte Hugh die Schauspielkurse nicht bezahlen. Dann aber vermachte ihm seine Großmutter 2500 Euro - genau die Summe, die er brauchte. Hugh schwört, dass er die Story nicht erfunden hat.

Eine Rolle in der australischen Hitserie "Nachbarn", die einst Kylie Minogue zum Star machte, lehnte er ab. Er wollte lieber eine ordentliche Ausbildung. "Ich rate jedem, wenigstens für ein Jahr eine Schauspielschule zu besuchen. Man findet viel über sich selbst heraus und lernt zugleich, sich für andere zu interessieren. Unsere Bibliothek sind die Menschen, die uns ihre Geschichten erzählen." Und er will sie alle hören.

Es kommt immer noch vor, dass Fans ihn auf der Straße mit "Hey, Wolvie!" grüßen. Inzwischen aber dürfte nahezu jeder seinen richtigen Namen kennen. Mr. Jackman wird nie wieder Lückenbüßer sein. Dafür sorgt er schon selbst: Mit seiner Firma "Seed" hat er den "X-Men"-Ableger "Wolverine" produziert (Start: 30. April). Und es zieht ihn zurück auf die Bühne: Der Teilzeit-New-Yorker ist für ein Broaway-Musical über den Entfesselungskünstler Houdini im Gespräch.

2002 war Hugh Jackman bei der Oscar-Verleihung, um einen Award zu überreichen. Damals beschloss er, nicht wieder hinzugehen: "Zu Hause in Sydney gibt es tolle Oscar-Partys mit viel Bier!" Daraus wird nun leider nichts. Aber vielleicht spendiert ihm ja George Clooney einen Drink. So unter Supermännern.

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