Heiner Lauterbach + Iris Berben + Wahl

Wer wählt was?

Am 27. September ist es soweit: Deutschland wählt seinen Bundestag. Der vielfach zitierten Bürgerpflicht entziehen sich die Promis natürlich auch nicht, viele werben auch ganz offen für ihre Parteien

Thomas Gottschalk sagt zwar nicht genau

, welche Partei er wählen wird, aber macht deutlich, welches Endergebnis er sich für die Bundestagswahl 2009 wünscht: "Der mündige Leser mag sich selbst zusammenreimen was ich nicht wähle, wenn ich mich an dieser Stelle ganz klar für Schwarz-Gelb ausspreche. Ich weiß nicht, ob es der Steinmeier kann, aber wenn er gut ist, treibt ihn seine eigene Partei irgendwann in die Verzweiflung (Brandt, Schmidt, Schröder), und wenn er es nicht kann, brauchen wir ihn nicht. Dass Angela Merkel es kann, hat sie bewiesen," erklärt der in Florida lebende Entertainer auf "welt.de".

Wahl 2009

So wählen Deutschlands Promis

Schowmaster Thomas Gottschalk setzt sich für die CDU und FDP ein: "Der Leser mag sich selbst zusammenreimen, was ich nicht wähle
Die Berliner Band "The Boss Hoss" sagt: "Steinmeier soll Kanzler werden."
Klar, dass Boxerin Regina Halmich Frauenpower unterstützt: "Angela Merkel soll Kanzlerin bleiben!"
Seinen Hang zum Grünen hat Comedian Dirk Bach sicher durchs Dschungelcamp: Er stimmt am Sonntag für die Grünen.

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Er ist nicht der einzige Promi in Deutschland, der sich damit hinter die Bundeskanzlerin stellt. Einige gehen sogar noch einen Schritt weiter und sagen klar: Ich wähle die CDU! Zu ihnen gehört Schauspieler Heiner Lauterbach. Der 56-Jährige ist schon lange Anhänger der Christdemokraten und galt früher bereits als Kohl-Anhänger. Als Altbundeskanzler Helmut Kohl nach der Spendenaffäre zur Wiedergutmachung legale Spenden für seine Partei sammelte, griff Heiner tief in die Tasche und spendete eine fünfstellige Summe.

Eine weitere prominente Unterstützung findet die CDU in Regina Halmich. Die Exboxerin war sogar Mitglied der 13. Bundesversammlung, die Bundespräsident Horst Köhler im Mai dieses Jahres wiedergewählt hat. Sie wurde von der CDU Baden-Württemberg dafür ausgewählt. Für die 32-Jährige steht fest: "Angela Merkel soll Kanzlerin bleiben!"

Regnia Halmich wählt CDU, Schauspieler Michael Degen zieht die SPD vor

Regnia Halmich wählt CDU, Schauspieler Michael Degen zieht die SPD vor

Doch auch die SPD kann auch auf bekannte Schützenhilfe hoffen: Ihr Kandidat Frank-Walter Steinmeier hat viele prominente Anhänger, die sich für ihn als neuen Kanzler aussprechen: "Das was er sagte, hatte Hand und Fuß," erklärt Schauspieler Michael Degen seine Sympathie für den Kanzlerkandidaten der SPD. Auch Iris Berben ist langjährige Anhängerin der Sozialdemokraten. Sie setzt bei der diesjährigen Bundestagswahl auch auf die Menschen hinter der Politikermaske und gibt an, bei Franz Müntefering und Frank-Walter Steinmeier habe sie das Gefühl, dass die "ganz nah bei den Menschen sind." Gemeinsam mit anderen Prominenten unterzeichnete die "Rosa Roth"-Darstellerin eine Anzeigenwerbung für die SPD, in der sie sich "für eine Politik des friedlichen Miteinanders, des Respekts vor anderen Kulturen und Lebensstilen, ..., der sozialen Gerechtigkeit, ... und dem Schutz der Umwelt einsetzt."

Matthieu Carriere ist Anhänger der Linkspartei, Jasmin Tabatabai wählt lieber Grün

Matthieu Carrière ist Anhänger der Linkspartei, Jasmin Tabatabai wählt lieber Grün

Apropos Umweltschutz, auch die Grünen haben einige prominente Fans: Jasmin Tabatabai beispielsweise. Die Schauspielerin wirbt mit ihrem Konterfei auf der Internetseite der Partei und begründet ihre Meinung vor allem mit dem Atomausstieg: "In meiner Heimat Iran kämpfen die Menschen für Menschenrechte und Demokratie und werden dafür verfolgt, verprügelt und eingesperrt. Aber auch in der Bundesrepublik müssen wir die Menschen- und Bürgerrechte bewahren und verteidigen. Das gilt auch für den Atomausstieg, den einige nach der Wahl rückgängig machen wollen." Auch Komiker Dirk Bach möchte das Bündnis 90 im Bundestag sehen: In einer Videobotschaft erklärt er, von den 70er Jahren politisch geprägt zu sein. Bei seiner ersten Wahl 1979 gab es zum ersten Mal eine Alternative, etwas, was er als "junger linker Schwuler wählen konnte." Dieser Überzeugung ist er bis heute treu geblieben: "Ich denke bunt und ich wähle grün". Für ihn haben die Grünen in den letzten 30 Jahren "ganz schön viel in Gang gesetzt".

Für die Linkspartei kann sich beispielsweise Mathieu Carrière erwärmen. Der Schauspieler unterstützte die Partei um Oskar Lafontaine bereits 2005 bei der Bundestagswahl und zählt auch heute noch zu den Anhängern. In einer Wählerinitiative rief er vor wenigen Wochen gemeinsam mit anderen zur Wahl der Linkspartei auf, um "kritischen Beistand auch nach der Wahl zu leisten."

Einen weiteren Unterstützer hat die Linkspartei in dem Liedermacher Konstantin Wecker gefunden. Der 62-Jährige begleitete den Gründungstag der Partei auf dem Klavier: "Ich bin kein Mitglied einer Partei und habe auch nicht vor, das zu ändern. Weil ich finde, dass nicht die Künstler politischer werden müssen, sondern die Politik poetischer. Trotzdem hoffe ich, dass diese Partei, die notwendig ist, sich bewegt und weiter große Erfolge hat."

In einer Sache sind sich aber alle einig, so unterschiedlich ihre Meinungen in Bezug auf politische Inhalte sonst auch sein mögen: Nicht-wählen gilt nicht! Zu kaum einer anderen Wahl haben sich so viele Promis in Deutschland bereit erklärt, dafür zu werben, den Gang zur Wahlurne anzutreten. Sogar Skandal-Rapper Bushido befindet das Kreuzchenmachen als unerlässlich: "Weil das das Geschenk der Demokratie an uns ist und wir damit unseren Teil zum Wohlergehen der gesamten deutschen Bundesrepublik beitragen können," erklärt er ungewohnt seriös.

Und deswegen fordert sogar Homer Simpson das deutsche Volk auf: "Nutzen Sie die beiden Kringel in Donutform auf ihrem Wahlzettel!"

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