Heike Makatsch

In ihren Lieblingsfilmen

Exklusives GALA-Shooting: Von Mod bis Rokoko - Die Schauspielerin schlüpfte für GALA in vier Rollen aus Filmen, die sie besonders liebt

Heike Makatsch

Die blonde Lockenperücke gerät fast ein bisschen ins Rutschen, als den Kopf nach hinten wirft, die Arme in die Luft reckt und die Hüften kreisen lässt. Aus den Lautsprechern dringt der "Grease"-Hit "You’ re The One That I Want". Die Rolle der Sandy aus der Musical-Verfilmung ist die letzte von vieren, die die Schauspielerin anlässlich der Berlinale interpretiert. Ihre Verwandlung ist verblüffend, die gute Laune ansteckend. "Das Shooting war ein großer Spaß!", erzählt Makatsch hinterher. "Alle waren toll vorbereitet und wir haben prima zusammengearbeitet. Am Ende haben wir alle getanzt, das ganze Team, mit Perücken auf den Köpfen." Keine Frage, die 44-Jährige, die zunächst Moderatorin beim Musiksender Viva war, bevor sie zum Film ging, ist heute Schauspielerin durch und durch. Ostern wird die Mutter von drei Töchtern erstmals als Freiburger "Tatort"-Kommissarin zu sehen sein. Diese Woche steht aber erst einmal das große Branchentreffen an: das Filmfest.

Heike Makatsch schlüpft in die Rolle der Sandy in "Grease"

Heike Makatsch schlüpft in die Rolle der Sandy in "Grease"

Worauf freuen Sie sich am meisten?

Die Berlinale ist immer eine glückliche Zeit. Ein Heimspiel, weil man Kollegen trifft, spielerisch den Glamour auf dem roten Teppich erlebt und sich auskennt, alles eben vor der Haustüre. Dass ich als Botschafterin von L’Oréal Paris dort meinen Platz habe, macht mir natürlich auch Spaß. Neben so tollen Kolleginnen wie und die Marke repräsentieren zu dürfen, empfinde ich als große Ehre.

Für das Shooting haben Sie sich vier Rollen ausgesucht. Haben Sie einen Liebling?

Ich habe noch viele Lieblingsfilme außer diesen vier. Aber immer wieder gerne gucke ich "Grease", obwohl das sicherlich kein Scorsese ist. Ich mag es, wie dort die Fünfzigerjahre beschworen werden, aber auf eine Siebzigerjahre-Art, mit viel Humor. Ich war erst sieben Jahre alt, als der Film ins Kino kam – dass ich ihn mir noch nicht im Kino ansehen durfte, hat die Spannung sicher erhöht. Aber die Musik, der Tanz und der Spaß, die er mit sich bringt, lassen bis heute meinen Puls rasen.

Auch John Travolta?

Es ist großartig, wie selbstironisch und witzig er in dem Film ist. Er und strahlen so viel Sexappeal aus, und das Ganze mit dem nötigen Augenzwinkern, dass es mich immer noch erfreut. Wenn jemand gut tanzen kann, trifft mich das mitten ins Mark.

Woher stammt Ihre Liebe zur Musik?

Meine Eltern haben und die Beatles gehört. Als ich dreizehn war, hat mich mein Vater während eines New-York-Urlaubs mit in ein Musical genommen. Es hieß "The Leader Of The Pack" und erzählte die Geschichte der Girlgroups aus den Sechzigerjahren wie The Ronettes oder The Crystals. Ein nie vergessenes Gefühl. Die Musik breitete sich in mir aus und prägte meinen Musikgeschmack nachhaltig. Von da aus bin ich gestartet und habe mir weitere Musik erschlossen.

"Ich habe mich in vielen Subkulturen getummelt. Die Mod-Szene hat mich fasziniert."

"Ich habe mich in vielen Subkulturen getummelt. Die Mod-Szene hat mich fasziniert."

Wie waren Sie als Teenager?

Ich habe mich in vielen Subkulturen getummelt. Eine Zeit lang hat mich die Mod-Szene fasziniert. Der passende Film dazu war "Quadrophenia". Der Soundtrack von The Who hat mich lange begleitet, genau wie die ganze Mod-Kultur mit den Kutten und Rollern.

Wie finden Sie Sting als Schauspieler?

Er ist in dem Film eine Stil-Ikone, eigentlich mehr, als dass er ein Schauspieler ist. Was ich an der Rolle interessant finde, sind der Stil und das Lebensgefühl, die Sting durch sein Äußeres verkörpert. Er wurde ja erst später dieser Yoga-Typ, als jüngerer Mann hatte er noch mehr Ecken und Kanten.

"Mick Jagger ist ein Wesen irgendwo zwischen den Geschlechtern."

"Mick Jagger ist ein Wesen irgendwo zwischen den Geschlechtern."

Mit Sting und Mick Jagger haben Sie sich zwei Männerrollen ausgesucht. Was fasziniert Sie daran?

Ich finde, wenn man schon mit Rollen und Verkleidungen spielt, macht es Sinn, sich da nicht zu limitieren. Wir sind alle eine Mischung aus vielem und sollten uns nicht vorschreiben lassen, welchen Charaktereigenschaften wir als Frauen entsprechen sollten – oder als Männer. Abgesehen davon sehe ich als ein Wesen irgendwo zwischen den Geschlechtern, ähnlich wie .

"Performance" und "Quadrophenia" spielen in London und Brighton. Ist England eine Art Sehnsuchtsort für Sie?

Ich mochte schon immer den englischen Humor, den Stil, die Kunst und Architektur. An London liebe ich die Straßen, das Gewusel, das Multikulturelle der Stadt. Indem ich um die Jahrtausendwende dort einige Jahre gelebt habe, konnte ich diese Sehnsucht auch real umsetzen. Mittlerweile hat sich das ein bisschen befriedet. Ich finde, England hat schon bessere Zeiten erlebt.

Wie passt "Gefährliche Liebschaften" in die Reihe Ihrer Lieblingsfilme?

Was mich damals, als er ins Kino kam, beeindruckt hat: das Leiden der in dieser Rolle. Das gebrochene Herz, der Schmerz der Liebe, der bis zum Tod führen kann. Für mich war es das romantische Nonplusultra: dass Liebe Leid bedeutet. Darüber bin ich heute zum Glück hinweg. (lacht)

"Für mich war es das romantische Nonplusultra: dass Liebe Leid bedeutet."

"Für mich war es das romantische Nonplusultra: dass Liebe Leid bedeutet."

Erlebt man als Teenager alles intensiver?

Bestimmt. Weil die Eindrücke auf einen viel frischeren Boden fallen. Man ist viel unbeschriebener und hat nicht ständig das Gefühl: Das habe ich schon mal gesehen oder erlebt. Heute berühren mich Filme seltener so stark wie früher.

Finden Sie das schade?

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Natürlich ist es eine aufregende Zeit, wenn alles neu ist und brennt. Aber es ist auch toll, wenn man sich ein bisschen sicherer fühlt, wenn man die Dinge einordnen und mit mehr Gelassenheit betrachten kann. Oh, das habe ich noch nie gesagt! Aber es stimmt: Wahrscheinlich bin ich wirklich gelassener geworden.

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