Heidi Klum
© Getty Images Heidi Klum

Heidi Klum Für ihre Kinder sind Casting-Shows kein Tabu

High Noon bei "GNTM": In Staffel elf wird’s hart! Worauf sich die Mädchen gefasst machen müssen, was Heidi Klum mit ihren Kollegen verbindet und wie ihre Tochter Leni über Fashion und Fernsehen denkt, erfuhr GALA beim großen Jury-Gipfel

Die drei stecken die Köpfe zusammen, sprechen sich leise ab. Sie entscheiden hier und jetzt darüber, wer weiter auf die große Karriere hoffen darf und für wen der Traum geplatzt ist: Welche "Germany’s next Topmodel"-Kandidatinnen kommen eine Runde weiter, wer muss die Casting-Show verlassen? Wir sind exklusiv am Set in den "Siren Studios" in Hollywood, werden nach dem Drehtag mit Heidi Klum, 42, und ihren Jurykollegen Thomas Hayo, 46, und Michael Michalsky, 48, ausgiebig reden – der GALA-Jury-Gipfel. Heidi trägt an diesem Tag ein lässiges Outfit. Pünktchen-Shirt, Ugg-Boots. Zur Stärkung schält sie sich vorm Interview eine Orange. Wie alles, was sie macht, wirkt auch das perfekt – als wäre sie gerade bei Werbeaufnahmen für einen Spot für Südfrüchte.

Seit elf Jahren suchen Sie nun schon die schönsten Mädchen Deutschlands. Was hat sich in der Zeit verändert?

Heidi Klum: Bei der ersten Staffel hatte ich gerade meine erste Tochter Leni bekommen, da musste ich zwischendurch stillen. Dabei war sowieso schon alles so aufregend und neu für mich! Manchmal traute ich mich einfach noch nicht so richtig zu sagen, was ich denke. Mittlerweile mache ich das schon mehr als noch vor elf Jahren. (lacht)

Es gelten jetzt verschärfte Regeln bei "Germany’s next Topmodel". Gibt’s dadurch auch mal Zoff?

Thomas Hayo: Klar geht es um den Konkurrenzgedanken. Aber wir haben durch die Teams auch die Möglichkeit, die Kandidatinnen viel intensiver kennenzulernen.

Herr Michalsky, wie fühlt man sich als "Neuer" in dieser Runde? Heidi und Thomas kennen sich ja seit vielen Jahren.

Michael Michalsky: Na ja, ich kenne Thomas auch schon ein bisschen länger, unsere Wege haben sich immer wieder mal gekreuzt. Heidi hab ich mal flüchtig getroffen, als sie die MTV Awards moderiert hat.

Klum: Da hab ich dir aber nicht gefallen, das weiß ich noch.

Michalsky: Ja, aber damals kannte ich dich noch nicht persönlich. Es kommt ja auch auf innere Werte an und nicht nur auf die Hülle.

Klum: Soll das heißen, dass dir meine Hülle überhaupt nicht gefällt? (lacht)

Michalsky: Das stimmt doch überhaupt nicht! Was uns verbindet – wir drei sind eigentlich alle Landeier, die einen Traum verwirklichen wollten. Heidi als Model, ich als Designer und Thomas als Creative Director. Und dann sind wir in die Welt gezogen und haben sehr hart gearbeitet und uns durchgebissen, mit viel Fleiß. Deshalb haben wir auch eine Ebene, auf der wir uns unterhalten können.

Heidi Klum

Zehn "Topmodels" wurden bereits gekürt. Gibt es Mädchen, auf die Sie besonders stolz sind oder andere, die Sie enttäuscht haben?

Klum: Bei einigen bin ich traurig, dass ich nichts mehr von ihnen sehe. Von ihnen hätte ich mir mehr erhofft, weil sie ein mega Potenzial hatten. Warum sind sie nicht einfach ins Ausland gegangen und haben ihr Glück dort versucht?

Vielleicht lag es am Heimweh.

Klum: Viele sind jetzt einfach wieder zu Hause, umgeben von ihrer Familie, ihren Freunden. Klar, da ist es natürlich am schönsten. (lacht) So ist es bei mir auch, wenn ich zu Hause bin: Ich werde bekocht, ich muss überhaupt nichts machen, ich hab immer mein Lieblingsessen auf dem Tisch. Die Mädchen wollen natürlich auch nicht irgendwo allein in einem ollen Modelapartment wohnen, ohne Freunde durch die Welt tingeln. Am Anfang ist es am schwersten. Aber: Es sind doch einige Mädchen aus den ersten zehn Staffeln heute große Stars. Fangen wir bei unserer Ersten an: Lena Gercke. Sie sieht immer noch super aus und macht einen super Job. Auch Stefanie Giesinger macht das einfach klasse. Oder auch Barbara Meier, die jetzt ihren ersten Film in Hollywood drehen wird.

Würden Sie Ihren Kindern erlauben, an einer Castingshow teilzunehmen?

Klum: Wenn sie das wirklich von ganzem Herzen wollten, dann schon. Meine Kinder sind ja keine Babys mehr und haben ihren eigenen Willen, eigene Gefühle und Vorstellungen von dem, was sie machen wollen. Ich denke schon, dass ich das unterstützen würde. Aber zum Glück zeigen sie noch kein Interesse daran, bei einer Casting- oder Talentshow

mitzumachen. (lacht) Sie sind ganz normale Kinder, die in die Schule gehen, Hausaufgaben machen und ihre Hobbys lieben – Tanzen, Fußball. Sie wollen nicht ins Entertainment-, Schauspiel- oder Modelbusiness, nur weil sie das bei mir sehen.

Allerdings haben Sie erzählt, dass Ihre elfjährige Tochter Leni kürzlich meinte: "Mama, was muss ich tun, um dein Imperium zu übernehmen?"

Klum: Also, Leni will nicht ins Fernsehen. Aber sie würde schon gerne designen. Sie sieht, wie ich zu Hause mit Stoffen und Nieten und Leder und Spitze und vielen Farben arbeite. Ich habe so einen "Partner-Design-Schreibtisch". Das Ding ist riesig, und auf der anderen Seite sitzt ja keiner. Deshalb sagt Leni oft zu mir, dass sie gegenüber Platz hätte, wenn sie auch mal Designerin ist. Dann könnten wir zusammen im Office sitzen.

Sehen Ihre Kinder Sie denn – abgesehen davon, dass Sie die Mum sind – in erster Linie als Designerin?

Klum: Sie sehen halt mein Office zu Hause, mit den vielen Stoffen und den vielen Fotos von Dingen, die mich inspirieren. Leni ist immer neugierig und fragt, was ich gerade mache. Dann sagt sie mir, was sie schön findet – und was nicht. Da hat sie wirklich schon ihre ganz eigenen Vorstellungen.