Heidi Klum
© Getty Images Heidi Klum

Heidi Klum Die Millionen-Frau

Hinter dem smarten Lächeln verbirgt sich eine knallharte Business-Lady: Heidi Klum ist längst mehr als Model und Moderatorin – sie lenkt ihr eigenes Firmen-Imperium. Und die Nachfolgerin steht schon bereit

Vielleicht wäre es leichter, wenn sie strenge Kostüme tragen würde und eine ernste Miene. Zwar würde man Heidi Klum, 42, auch dann unter Hunderten von Unternehmerinnen sofort erkennen, aber sie würde dem Klischee mehr entsprechen, so wie Sheryl Sandberg (Facebook) oder Marissa Mayer (Google). Weibliche Mogule mit Business-Appeal.

Model, Designerin, TV-Star...

Heidi Klum wird vor allem als Model und Designerin, als Moderatorin und Jurorin der Pro7-Show "Germany’s next Topmodel" wahrgenommen. Zudem als Mutter von vier Kindern und als Frau mit einem, nun ja, interessanten Liebesleben.Derzeit ist Vito Schnabel, 29, der Mann an ihrer Seite. New Yorker Kosmopolit, Galerist, schwerreich. Dass die Deutsche selbst über ein Vermögen von 70 Millionen Dollar (circa 63 Millionen Euro) verfügt und ein international agierendes Unternehmen leitet, übersieht man da leicht.

Sie leitet ein Imperium

Ihre Erfolgsgeschichte lässt manch gestandene Wirtschaftsgröße alt aussehen. Und weckt Begehrlichkeiten beim eigenen Nachwuchs. "Mama, was muss ich tun, um dein Imperium zu übernehmen?", fragte ihre elfjährige Tochter Leni kürzlich, wie Heidi in der australischen "Today Show" erzählte. Ihre unspektakuläre Antwort: "Du musst zur Schule gehen und gute Noten schreiben."

Erfolgsrezept Klum

Ziemlich knapp, dieses Erfolgsrezept, wenn man bedenkt, dass der deutsche Finanzunternehmer Carsten Maschmeyer in seinem Buch "Die Millionärsformel" üppige 352 Seite braucht, um zu erklären, wie man an viel Geld kommt. Und doch scheint Heidis Erfolgsmethode nicht weniger wirkungsvoll zu sein. Innerhalb der vergangenen drei Jahre stieg ihr Vermögen von 40 auf 70 Millionen Dollar. Das ist ein Plus von 75 Prozent. Ihr Verdienst hat sich im gleichen Zeitraum mehr als verdoppelt: von 4,45 Millionen Dollar im Jahr 2012 auf 9,47 Millionen Dollar 2015.

Das alles dank Werbebepartnern wie Astor, Douglas, Braun und Taft, TV-Show wie "GNTM", "Project Runway" und "America’s Got Talent", dank Heidis selbst designten Schuhen, Sportklamotten und Dessous und all den Aktivitäten, die mittlerweile unter den Dächern der "Heidi Klum GmbH" und zwei weiterer Firmen gebündelt sind. Da werden Künstler gemanagt, Events organisiert und Kosmetikartikel verkauft.

Heidi Klum
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Heidi ist ein Vollprofi

Kein anderes Model weltweit hat sich geschäftlich so breit aufgestellt wie die "rheinische Frohnatur" aus Bergisch Gladbach. "Ich bin selbst immer wieder erstaunt, dass es noch weiter nach vorne geht", sagt Heidis Vater Günther Klum gegenüber GALA. Seine Analyse: "Das liegt sicherlich aber auch daran, dass Heidi immer mit viel Herzblut bei der Sache ist, und dass sie an allem, was sie macht, Spaß hat."

Heidis Lieblingsfotograf, der Brite John Rankin, beobachtet das bei jedem Shooting. "Heidi ist Vollprofi. Es macht auch mir umgekehrt viel Spaß, mit ihr zu arbeiten, denn sie weiß, worauf es ankommt. Sie ist immer freundlich." Seine Begeisterung bringt er so auf den Punkt: "What you see is what you get."

Ihre großen Stützen: Papa und Mama

Man kriegt bei Heidi genau das, was sie ausstrahlt. Die Authentizität ist eine ihrer größten Stärken. Bei ihr wirkt das Bodenständige nicht piefig, sie ist stolz auf ihre kleinbürgerliche, geordnete Herkunft, auf ihren "deutschen Organisationswahn", durch den sie heute schon weiß, was was in sechs Monaten ansteht. Wo andere Stars ihre in Ruhmeszeiten scheinbar nicht mehr standesgemäße Herkunft verschleiern, nimmt Heidi Mutter Erna und Vater Günther mit nach St. Moritz und Cannes, nach Porto Cervo und Malibu.

Während „Mama Klum“ sich um die Erziehung der vier Enkel kümmert und die konservativen Werte weitergibt, die sie schon Heidi vermittelt hat, kümmert "Papa Klum" sich ums Business: "Als Heidis Karriere begann, habe ich besonders darauf geachtet, dass ihr Name und die Marke geschützt werden. Neben den geschäftlichen Dingen versuche ich aber natürlich auch seit jeher, ein guter Vater und Opa zu sein, dem man sich immer anvertrauen kann."

Heidis Karrierestart

Anfang der Neunziger war er ihr einziger Ratgeber. Heute hat sie viele Experten um sich versammelt, die im Hintergrund die Fäden ziehen. Da sind zum Beispiel Desiree Gruber, Heidi Klums PR-Frau, Geschäftspartnerin und mittlerweile beste Freundin. Dann ihr Manager Brett Carella, ihr Agent Richard Weitz oder Daniel Passman, Anwalt der renommierten kalifornischen Kanzlei Gang, Tyre, Ramer & Brown. Sie alle haben ihren Anteil daran, dass sich die Marke Heidi Klum auch 23 Jahre nach ihrer Entdeckung in Thomas Gottschalks RTL-"Late Night"-Show immer weiter entwickelt.

Nur Gisele Bündchen steht besser da

Nur ihre brasilianische Modelkollegin Gisele Bündchen liegt im Vermögens- Ranking mit 350 Millionen Dollar vor Heidi. Ein Ansporn für die ehrgeizige Geschäftsfrau. Sie setzt sich immer neue Ziele. Selbst die zeitweise dümpelnde Casting-Show "Germany’s next Topmodel" hat sich wieder erholt. Mit neuem Konzept und besseren Quoten startete die elfte Staffel besser als im Vorjahr: 2,52 Millionen Zuschauer sahen zu, und der Erfolg geht weiter. Beharrlich hat Heidi Klum trotz aller Kritik an diese Sendung geglaubt, geduldig die Häme ertragen, um jetzt wieder durchzustarten.

Immer geduldig sein

Noch so ein Erfolgskriterium, das Heidi auch ihren Kindern Leni, 11, Henry, 10, Johan, 9, und Lou, 6, vermittelt. Obwohl Leni schon nach den Imperiums-Sternen griff – verwöhnt wird der Nachwuchs nicht. Das ist angesichts eines Lifestyles natürlich relativ: Villa in Bel Air, dem Nobelviertel von Los Angeles, Besuch einer kostspieligen Privatschule in Brentwood, Mittagessen im Luxusrestaurant "Nobu". Doch Heidi legt tatsächlich großen Wert darauf, dass ihre vier "so normal wie möglich" aufwachsen. Sie spielen Fußball und machen Gymnastik, töpfern, malen und lernen Klavier spielen.

Next Heidi Klum?

Aus dem Rampenlicht hält ihre Mom sie heraus. "Ich würde es nicht unbedingt lieben, wenn meine Kinder ebenfalls im Showgeschäft tätig wären", sagt Heidi. Günther Klum lässt derweil ein Hintertürchen offen: "Leni hat ihr Interesse für die Modewelt schon im Kleinkindalter entdeckt. Dennoch ist sie immer noch ein junges Mädchen, geht zur Schule und macht das, was andere Mädchen in dem Alter auch machen. Wer weiß schon, was die Zukunft bringt – wir können uns alles Mögliche vorstellen." Die nächste "Generation Klum" ist gesichert.