Heather Mills
© Getty Heather Mills

Heather Mills Sie hatte keine Chance

Paul McCartney heißt der Sieger im Scheidungskrieg: Heather Mills muss sich mit 43 Millionen Euro begnügen und geteiltem Sorgerecht für Tochter Bea. Ist ihr Traum vom Neuanfang in den USA geplatzt?

Fehlt nur noch, dass sie "Zugabe" rufen

und ihn bejubeln wie bei einem Konzert. Reporter, Fotografen und Schaulustige drängen sich um Paul McCartney, 64, als er das Gebäude des High Court in London verlässt. Einige blicken ehrfürchtig zu der Beatles-Ikone hinüber, einige klatschen, manche fragen ihn, wie es denn war, vorhin im Gerichtssaal mit Heather, seiner Ex. Da grinst McCartney nur. Ein Siegerlächeln, breit, selbstsicher, zufrieden. Kein Wunder, schließlich habe der milliardenschwere Musiker gerade die schmutzigste Scheidungsschlacht gewonnen, die je vor einem britischen Gericht ausgefochten wurde, berichtet die britische Zeitung "News Of The World". Seine Noch-Gattin wird sich wohl mit rund 43 Millionen Euro und einem Haus im Londoner Stadtteil St John's Wood begnügen müssen - ein Bruchteil dessen, was sie direkt nach der Trennung gefordert hatte. Und gleichzeitig ein Klacks für Paul McCartney. Viel wichtiger wiegt für den liebevollen Vater ohnehin, dass er sich zukünftig das Sorgerecht mit Heather teilen wird - bislang hatte Mills dies für sich alleine gefordert. Auch in einem anderen, entscheidenden Punkt hat McCartney die 38-Jährige damit schachmatt gesetzt: Heather darf mit Tochter Bea nicht, wie ursprünglich geplant, für immer in die USA ziehen. Beas Lebensmittelpunkt solle auch weiterhin England bleiben.

Vor allem dieser Punkt, so wissen Freunde, mache ihr schwer zu schaffen. Schließlich wollte Heather jenseits des Atlantik ein neues Leben beginnen. In England, das weiß sie nur zu gut, wird ihr dies nicht so ohne weiteres gelingen. Nicht nach der Demontage, die sie nach Meinung vieler Briten am Nationalheiligtum McCartney betrieben hat. Er sei ein mieser Vater und Ehemann, hatte Heather behauptet. Oft soll ihm die Hand ausgerutscht sein, zwei seiner vier inzwischen erwachsenen Kinder hätten gar an Selbstmord gedacht. "Alles Quatsch!", empörte sich daraufhin der McCartney-Clan. Auch die britische Presse drosch fast geschlossen auf Heather ein: "Goldgräberin" schimpfte man sie, "Hexe" und "Hure". Von Anfang an war Heather Mills für viele nur eine Abzockerin, die es auf das 1,2-Milliarden-Euro-Vermögen des Musikers abgesehen hatte.

Zwischenzeitlich eskalierte die Situation so sehr, dass der Krieg gegen Heather selbst hartgesottenen "Paulianern" Angst machte. Heather erhielt Morddrohungen, jüngst kündigte die Tierschutzorganisation Peta ihr die Mitgliedschaft, weil Pauls Tochter Mary andernfalls mit Austritt drohte. Und ein Behindertenverband zeigte Mills an: Die Beinamputierte nutze angeblich unrechtmäßig Behinderten-Parkplätze. Wollte sie auf andere Verkehrsmittel ausweichen, hatte Heather auch nicht mehr Glück - kürzlich warf ein Taxifahrer sie aus dem Wagen, nachdem er sie als Frau seines Idols identifiziert hatte.

Solchen Schmähungen wollte Heather verständlicherweise entfliehen. Unfassbar und reichlich dumm scheint allerdings, dass sie ihre mögliche Zukunft in den USA bereits vor dem Urteil so fahrlässig aufs Spiel setzte - mit einer Cartoonserie, die Paul McCartney als pupsenden Kiffer darstellt, produziert von Heathers Firma "Raspberry Fields", eine Verballhornung des Beatles-Hits "Strawberry Fields Forever". Weniger gut kamen bei Gericht wohl auch erste Skandal- Meldungen an, die bald über den großen Teich schwappten. Heather, die bei einem Motorradunfall 1993 einen Unterschenkel verlor, hatte sich als Kandidatin für die Promi-Tanz-Show "Dancing With The Stars" beworben - und binnen kürzester Zeit alle anderen Teilnehmer gegen sich aufgebracht. Deren Vorwurf: Sie setze auf den Mitleidsbonus und sei, das kannte man doch, eine eiskalte Abzockerin. Diesen Ruf wird sie wohl so schnell nicht mehr los. Egal, wohin sie als nächstes flieht.