Heath Ledger Ein Oscar für Heath?

Heath Ledger wurde posthum für den Oscar als bester Schauspieler in einer Nebenrolle nominiert. Auch ein Jahr nach seinem Tod wird der Schauspieler von seiner Familie, Freunden und Kollegen schmerzlich vermisst - ein Blick zurück

Genau ein Jahr nach seinem Tod wurde Heath Ledger

für seine Rolle in "The Dark Knight" für einen Oscar als bester Nebendarsteller nominiert. Schon vor Bekanntgabe der "Oscar"-Nominierungen und seit seinem Tod haben Freunde und Schauspielkollegen immer wieder die Leistungen von Heath Ledger gelobt. So sagte Christian Bale, der mit ihm zusammen für "The Dark Knight" vor der Kamera stand: "Heath war ein absoluter Vollblutschauspieler, ich habe jede Sekunde genossen, die ich mit ihm vor und abseits der Kamera verbringen durfte". Besonders lobte er die Leistungen, die der Schauspieler in der Rolle des Jokers zeigte: "Er lebte diesen fiesen Charakter mit jeder Pore seines Körpers bis zu einem Punkt, wo man schon fast befürchten musste, dass er Realität und Fiktion bald nicht mehr unterscheiden könnte. Und dennoch war es unübersehbar, wie viel Spaß es ihm machte, sehr tief einzutauchen in diese extrem komplexe Rolle. Eine wirklich sensationelle schauspielerische Leistung, die mich schwer beeindruckte."

Auch Christopher Nolan, Regisseur des Films "The Dark Knight", erinnert sich gern an die Zusammenarbeit mit dem Verstorbenen zurück: "Heath sprühte geradezu vor Kreativität. Jede seiner Gesten war erfüllt davon. Er sagte mir mal, dass er nach einem abgeschlossenen Projekt gerne wartete, bis er eine Art kreativen Hunger verspüre, bevor er das nächste Angebot annähme. Bis er es wieder brauche. Er brachte diese Einstellung jeden Tag mit ans Set. Es gibt nicht viele Schauspieler, die dir das Gefühl geben, dich schämen zu müssen, weil du dich so oft über den tollsten Beruf der Welt beschwerst. Heath war einer von ihnen", sagte er der "Newsweek".

Besonders hart traf es die Menschen, die Heath Ledger vor seinem Tod sehr nahe standen: Seine Ex-Freundin Naomi Watts zog sich nach dem tragischen Ereignis erst einmal aus der Öffentlichkeit zurück und bat um Privatsphäre. Erst zwei Monate später konnte sie ihren Schmerz im "Interview"-Magazin in Worte fassen: "Er hasste es, dass er kein gewöhnliches Leben führen konnte. Aber ich glaube, tief in seinem Innersten hat er genossen, dass sein Talent geschätzt wurde. Seine Darstellung war so berührend, so voller Wahrheit. Und ich glaube, er hat gerade erst angefangen." Auch Michelle Williams äußerte sich in diesem Interview erstmals zu Wort: "Ich glaube, das Interessante an Heath, das viele Menschen vielleicht erst in seinem Tod erkannt haben, ist, wie verletzlich er war. Man hat es ihm in seinen Rollen abgenommen, aber im wahren Leben war es so einfach zu übersehen, weil er so stark und schön und männlich war. Aber da war auch immer diese grundlegende Sensibilität. Ja, so war er."

Jake Gyllenhaal, bester Freund und Patenonkel von Heaths Tochter Matilda, erreichte die Nachricht, als er gerade in New Mexiko für seinen neuen Film "Brothers" vor der Kamera stand. "Es trifft ihn härter als die meisten Menschen", sagte ein Mitarbeiter vom Filmset dem "People"-Magazin. "Jake saß die ganze Zeit im Regisseursstuhl und starrte in den Himmel. Die beiden standen sich sehr nahe. Es ist für ihn ein sehr großes Trauma." Der Schauspieler wurde daraufhin erst einmal für einige Zeit von den Dreharbeiten freigestellt.

Doch nicht nur Menschen, die gerade mit Heath Ledger zusammengearbeitet hatten oder ihn gut kannten, reagierten bestürzt auf die Todesnachricht: Seine Landsmännin Nicole Kidman nannte den Vorfall eine "schreckliche Tragödie" und Mel Gibson, der mit Heath gemeinsam für "Der Patriot" vor der Kamera stand, sagte dem britischen "Telegraph": "Er war gerade dabei, berühmt zu werden. Sein Leben in so jungen Jahren zu verlieren, ist tragisch." Zudem lobte er Heath Ledgers Liebe zu seiner Tochter Matilda: "Die Vaterschaft verändert einen. Bei machen Männern fällt die Veränderung vielleicht nicht so stark aus - bei Heath war es so."

Matilda wird auch diejenige sein, die eines Tages den Golden Globe ihres Vaters in den Händen halten kann, der ihm gerade posthum für seine Darstellung des Jokers in "The Dark Knight" verliehen wurde. Heath Ledgers Mutter Sally Bell sagte dem "People"-Magazin nach der Auszeichnung, dass sie und ihre Familie "extrem stolz" auf den Preis seien. "Es ist ein fantastisches und großartiges Erbe für seine Tochter." Und wer weiß: Vielleicht bekommt Matilda ja auch noch Heath Ledgers Oscar.