George Clooney
© Reuters George Clooney

George Clooney Aus dem Sudan ins Weiße Haus

Hollywood-Star George Clooney kommt gerade von einem Aufenthalt im Krisengebiet des Sudan. Davon möchte er auch den Politikern im Weißen Haus berichten. George stehen die Türen natürlich offen

Gerade erst ist Hollywood-Star George Clooney aus dem Krisengebiet im Sudan zurückgekehrt - nun ruft er zu internationaler Einflussnahme auf. Und redet dabei mit Männern, die wirklich etwas bewirken können: US-Präsident Barack Obama zum Beispiel. Den traf er am Dienstag (12. Oktober) in Washington. Im Gespräch ging es Clooney nicht nur um die katastrophale soziale Lage der Menschen im Sudan, dem Land mit den meisten Binnenvertriebenen. Er ist besorgt wegen der für Januar 2011 anstehenden Abstimmung über die Unabhängigkeit des südlichen Sudans, der seit 2005 eine halbautonome Provinz ist. "Alle haben Angst, dass hier viele sterben könnten", sagte Clooney in einem Interview mit "CBS-News".

Schon im Vorfeld der Wahl müsse Gewalt unbedingt verhindert werden. "Wenn es einen Weg gibt, um voranzukommen und das zu stoppen, bevor es passiert, dann tun wir das besser", sagte Clooney. Unterstützt wurde Clooney bei diesem Auftritt von John Prendergast vom "Enough Project", einer Initiative gegen Völkermord.

George Clooney setzt sich seit Jahren dafür ein, dass der Konflikt zwischen den verfeindeten Landesteilen des Sudans nicht aus den Augen der Weltöffentlichkeit verschwinden. 2005 hatte ein Friedensvertrag zwischen Nord und Süd einen 21 Jahre währenden Bürgerkrieg gestoppt, die Lage ist aber weiterhin angespannt. Dafür hielt er sich auch in den letzten Tagen wieder im Land auf, bereiste mehrere Stationen im Süden des größten afrikanischen Landes, besuchte Flüchtlinge und traf eine UN-Delegation.

Auch den Westen des Landes, die Krisenregion Darfur, hat der Oscar-prämierte Aktivist schon oft besucht. Im Sudan ringen die alteingesessenen schwarzafrikanischen und zugewanderten arabischen Bevölkerungsgruppen um die politische Oberhand. Verkompliziert wird diese Situation durch Kriege in und Vertriebene aus Nachbarländern, Einflussnahmen von außen und das Gerangel um die reichhaltigen Bodenschätze des Sudans (Erdöl, Gold, Uran). Ein großer Teil der Ölvorkommen liegt im Süden.

Zu den Stars, die ihre Popularität wie Clooney dazu nutzen, den Blick von Medien und Menschen in diese Region Afrikas zu lenken, gehören auch Mia Farrow, Angelina Jolie und Brad Pitt.

Interview mit Clooney und Prendergast bei CBS-News

Mehr erfahren? >>Hier geht es zu einem Bericht aus dem März 2009, den George Clooney nach einem Darfur-Besuch verfasste.