Gaststars im TV

Prominente Stippvisiten

Kampf dem Wochentrott! Damit das Fernseherlebnis nicht zur drögen Gewohnheit wird, kommt in der Lieblingsserie schon mal Hollywood zu Besuch. Ob Brad Pitt, Julia Roberts oder Matt Damon: In den großen TV-Serien wird mit Glanz und Glamour nicht gekleckert

Serien-Special

Serien-Special

Man kennt das ja: Ob damals "Miami Vice", gestern "Sex and the City" oder heute "Dr. House" - manche Dinge ändern sich einfach nie. Dem selbst gewählten Schicksal als Serienfan erlegen, bleibt einem per Definition nicht anderes übrig, als Woche für Woche auf die nächste Episode in Sachen Lebensgestaltung seiner Lieblingsstars zu lauern. Und damit das Fernseherlebnis auf die Dauer nicht zur drögen Gewohnheit wird, überlegen sich die Produzenten auch mal ein besonderes Schmankerl – prominente Gaststars zum Beispiel.

Welche Schauspieler einer gewöhnlichen Folge dadurch erst den nötigen Glanz verliehen, welche Fernsehdarstellungen so filmreif waren, dass sie den Fernsehpreis "Emmy" verdient gehabt hätten und welche Gaststars im Einzelnen für den "Den-kenn-ich-doch!"-Effekt sorgten, lesen Sie hier.

Was hatte es zum Beispiel auf sich, als Julia Roberts Chandler in "Friends" die Klamotten klaute? Welche Schlitzohr-Qualitäten offenbarte Colin Farrell bei "Scrubs"? Und mit welchem weiblichen Star knutschte Carrie von "Sex and the City" beim Flaschendrehen? Auf den folgenden Seiten erfahren Sie mehr.

Insgesamt zehn Staffeln brachten uns die Freunde von "Friends" zum Lachen

In insgesamt zehn Staffeln brachten uns die Freunde von "Friends" zum Lachen

Friends - Nicht kleckern, sondern klotzen

Wenn es um Gaststars geht, kann der kultigen Comedyserie "Friends" niemand etwas vormachen: Frei nach dem Motto "nicht kleckern, sondern klotzen" wurde in den Ausstrahlungsjahren 1994 bis 2004 schon fast inflationär mit den prominenten Bewohnern Hollywoods umgegangen. Aber man muss das mal so sehen: Bei insgesamt zehn Staffeln gibt es schließlich auch keinen Grund, unnötig mit den verfügbaren Serienminuten zu geizen. Zumindest die weibliche Zunft sollte jedenfalls verzückt gewesen sein, als Traummann Brad Pitt in der achten Staffel plötzlich in einem Gastauftritt neben ihrem Serienliebling Rachel (Jennifer Aniston) über die Mattscheibe flimmerte. Erwähnenswert daran: Zum Zeitpunkt der Dreharbeiten waren Jen und Brad noch verheiratet. In der fiktiven Geschichte zeichnete sich jedoch bereits ein "Team Aniston" ab: Dieses muss sich als Rachel in der Serie nämlich gegen Brad in der Rolle des Will, einem ehemaligen Schulkameraden, behaupten, der in ihrer gemeinsamen Vergangenheit den "I hate Rachel"-Club gründete - wahrlich kein feiner Schachzug.

Weniger bösartig, aber wahrscheinlich nicht angenehmer für Rachel aka Jennifer Aniston gab sich Reese Witherspoon in einer Doppelfolge der sechsten Staffel. Als Jill, ein verwöhntes Blondchen, flüchtet sie zu ihrer Schwester Rachel, nachdem Daddy ihr die Kreditkarte gesperrt hat. Diese gibt sich zunächst auch noch ganz hilfsbereit – zumindest so lange, bis Jill eine Affäre mit Ross anfängt.

Ähnlich schlitzohrig spielte sich auch Superstar Julia Roberts durch eine Folge der zweiten "Friends"-Staffel: Sie mimte eine ehemalige Schulfreundin von Chandler, die dieser am Set von "Outbreak 2" wiedertrifft - zu seinem Pech, wie sich bald herausstellte, denn die beiden haben noch eine Rechnung offen. So lockt die "Pretty Woman" den Frauenheld auf die Toilette, klaut ihm die Klamotten und macht sich aus dem Staub. Da hätte sich Chandler wohl früher überlegen müssen, wem er damals vor den Schulkameraden den Rock hochzog ...

Wer unter anderem sonst noch alles zu Gast bei Freunden war: Ben Stiller, George Clooney, Jeff Goldblum, Charlie Sheen, Jean Claude van Damme, Jason Alexander, Brent Spiner, Tom Selleck als Monicas Ex-Freund, Elle Macpherson, Isabella Rosselini, Robin Williams, Michael J. Fox, Gary Oldman, Bruce Willis als zeitweiliger Freund von Rachel (mit "Emmy"-Gewinn), Christina Applegate (ebenfalls mit einem "Emmy" ausgezeichnet) und Sean Penn als Verlobter von Phoebes Schwester Ursula.

Die Urgestalt der Krankenhaus-Serien und Wiege von Hollywood-Beau George Clooney: "E.R. - Emergency Room"

Die Urgestalt der Krankenhaus-Serien und Wiege von Hollywood-Beau George Clooney: "E.R. - Emergency Room"

Emergency Room - Spiel, Satz, Sieg?

Sie kamen, spielten und siegten - zumindest fast. Wenn "Emergency Room", der Klassiker unter den Krankenhausserien, vielleicht nicht die Serie mit den meisten prominenten Gastdarstellern ist, die mit den meisten Nominierungen für den begehrten Fernsehpreis "Emmy" ist sie mit 20 Nennungen allemal. Einer der "Beinahe-Ehrenträger" war Oscar-Gewinner Forest Whitaker. Für seine Darstellung eines Patienten, der mit einem scheinbar harmlosen Husten eingeliefert wird und auf seine Behandlung wartet, sorgte er für Spannung - in zweierlei Hinsicht. Innerhalb der Serie erlitt er plötzlich einen Schlaganfall, außerhalb der Serie traf ihn fast der Schlag: Für seine filmreife Darstellung in der 13. Staffel der Erfolgsserie schrammte er nur knapp am "Emmy" vorbei.

Ähnlich erging es Ewan McGregor für seine Rolle in der Folge "Wer Gewalt sät ...". Sein Spiel eines schottischen Taugenichts, der zusammen mit seinem Cousin einen kleinen Laden ausrauben will und mit Geiseln wieder herauskommt, befand die Jury zwar einer "Emmy"-Nominierung für würdig, nicht aber der Verleihung eines Preises. Ewan sollte das nicht groß gestört haben: Er war vor allem selig, dass er Teil seiner Lieblingsserie werden konnte.

Weniger Grund zur Freude gab es hingegen für Kirsten Dunst. Sie mimte in sechs bedrückenden Folgen der dritten Staffel die drogensüchtige, jugendliche Prostituierte Charlie - und hatte dabei das große Glück, wie wir finden, George Clooney als "Dr. Douglas Ross", den ersten "McSexy" der Filmgeschichte, als hilfsbereiten Retter an ihrer Seite zu haben. Seine Versuche, die Kleine von der Straße zu holen, bleiben jedoch vergebens: Kirsten alias "Charlie" zieht das Straßenleben der Unterstützung des Traummann vor - für uns ein einziges Mysterium.

Wer sich unter anderem sonst noch so auf den Krankenhausgängen tummelte: John Leguizamo als Notaufnahme-Oberarzt Dr. Victor Clemente und "Twin Peaks"-Star Mädchen Amick Sozialdienstarbeiterin Wendall Meade.

Mit Spionage kennt sich die Agentin Sydney Bristow bestens aus. Sie ist schließlich die Hauptfigur der actionreichen Serie "Alia

Mit Spionage kennt sich die Agentin Sydney Bristow bestens aus. Sie ist schließlich die Hauptfigur der actionreichen Serie "Alias"

Alias - Klappe, Action, Gaststar!

Als Superagentin war Jennifer Garner in der Spionage-Serie "Alias" sicherlich der größte Star - aber nicht der einzige. Auch so manch anderen der Filmszene verschlug es für einen Kurztripp ins TV-Geschäft. So spielte zum Beispiel Ethan Hawke den vermeintlichen CIA-Agenten Lennox, über dessen Identität man sich nicht allzu sicher sein sollte. Ist er wirklich der, der er vorgibt zu sein? Ähnlich unklare Verhältnisse herrschen zunächst auch bei Regieveteran Quentin Tarantino. Der "Kill Bill"-Macher mimte in der Doppelfolge "The Box" ebenfalls einen CIA-Agenten - allerdings einen, der die gute Seite mit Sicherheit längst verlassen hat. Als aktiver Top-Terrorist konnte Tarantino dann wohl endlich einmal alle Gewaltvisionen ausleben, die sich in seinen Filmen (bislang) noch nicht verwirklichen ließen. Deutlich freundlicher ging es da bei Isabella Rosselinis Gastauftritt zu. Die schöne Italienerin blieb länger als so mancher Gaststar: In der dritten und vierten Staffel tritt sie als „Katya Derevko“ in der Rolle von Sydneys Tante auf.

Welche Gastauftritte von welchen Stars man trotz alldem nicht vergessen darf: Christian Slater, Roger Moore, Faye Dunaway, "Kill Bill"-Star Vivica A. Fox, David Cronenberg

In "Scrubs - Die Anfänger" sorgt eine befreundete Gruppe von Jung-Ärzten für Chaos im "Sacred-Heart"-Hospital

In "Scrubs - Die Anfänger" sorgt eine befreundete Gruppe von Jung-Ärzten für Chaos im "Sacred-Heart"-Hospital

Scrubs - Kleine Serie ganz groß

Pro 7 hat die Ausstrahlung der Krankenhausserie mit der Extraportion Humor ins Samstagnachmittag-Programm verbannt - zusammen mit den Wiederholungen von "Desperate Housewives" und "Grey's Anatomy". Zu schade, dass einem dadurch der ein oder andere glamouröse Gastauftritt hochkarätiger Stars durch die Lappen geht. Denn wenn auch "Friends" im Rennen um die meisten Gaststars auch die Nase vorn haben mag, "Scrubs" liegt nur knapp dahinter: So beglückte uns zum Beispiel Colin Farrell in der 14. Episode der vierten Staffel mit seinem TV-Debüt in der Paraderolle als irischer Lebemann Billy Callahan. Als sein vermeintlicher Bruder nach einer Schlägerei bewusstlos eingeliefert wird, will er auf keinen Fall von seiner Seite weichen - weniger wahre Bruderliebe als ein Akt irischer Solidarität. Denn Colins entpuppt sich als Mann mit etwas zu viel Temperament: Er selbst hat seinen Trinkkumpanen, den er die Nacht zuvor kennenlernte, so zugerichtet. Das hält Krankenschwester Carla und Ärztin Elliott natürlich trotzdem nicht davon ab, für das charmante Raubein zu schwärmen. Seinetwegen prügeln sich die Damen sogar. Fast so wie im wahren Leben.

Ruhiger ließ es hingegen Michael J. Fox in zwei Folgen der dritten Staffel angehen. In seiner Gastrolle als Superarzt Dr. Kevin Casey war er Seriendetektiv "Monk" nicht ganz unähnlich: Streng genommen graute es ihn nämlich vor allem und jedem. Doch trotz seiner zahllosen Zwangsneurosen schauten die Jungärzte zu ihm auf. Vielleicht weil er als gute Seele des Krankenhauses so manchem Mitarbeiter aus der Patsche hilft. Oder mit der richtigen Portion Lebenserfahrung auch aus der ein oder anderen Lebenskrise.

Fehlt nur noch der Star für den besonderen, emotionalen Moment: Mit dem konnte schließlich "Die Mumie"-Star Brendan Fraser dienen. Als Bruder von Jordon, der Immer-mal-wieder-Liebsten von Stinkstiefel Dr. Cox, und als bester Freund von Selbigem sorgte er schon gegen Ende der ersten Staffel für zahlreiche TV-Tränen, als bei ihm Leukämie diagnostiziert wurde. Ganz vorbei mit der Selbstbeherrschung war es dann beim Wiedersehen von Brendan Fraser in der dritten Staffel der Serie: Ohne Hoffnung auf Heilung brach die Krankheit wieder aus. Jordon und Dr. Cox trugen ihn zu Grabe. Schnüff.

Welche Stars es sich außerdem nicht nehmen lassen wollten, ein paar Serienminuten zu ergattern: Matthew Perry als Adoptivsohn eines Patienten, der eine Nierenspende braucht, Heather Locklear als Pharmavertreterin, die der ganzen männlichen Belegschaft den Kopf verdreht, Heather Graham als Psychaterin, Mandy Moore als J.D.s Freundin, Tara Reid als Jordans jüngere Schwester.

Problemkind Ryan findet ein Zuhause bei den Cohens in "O.C. California"

Problemkind Ryan findet ein Zuhause bei den Cohens in "O.C. California"

O.C. California - Selbstdarstellung

"O.C. California" hatte vielleicht nicht das größte Angebot an Gaststars, Paris Hiltons Auftritt in der ersten Staffel der Drama-Serie ist dann aber doch erwähnenswert. Da spielt sie neben den Seriensternchen Mischa Barton, Rachel Bilson, Adam Brody und Benjamin McKenzie nämlich das, was sie am besten kann - sich selbst. Dazu gehört, wie man weiß mindestens: einen Drink in der Hand haben, gut aussehen, ein knappes Outfit präsentieren und - natürlich - für Ärger sorgen. Als sie dem völlig verdatterten Serienschnuckel Seth Cohen (Adam Brody) auf einer Party ihre Telefonnummer in die Hand drückt, kriegt das nicht nur der ganze Club mit, sondern auch der einzige Mensch, der davon eigentlich keinen Wind bekommen sollte: Freundin Summer (Rachel Bilson).

"Dr. House" rätselt jede Woche über die merkwürdigen Beschwerden seiner Patienten

"Dr. House" rätselt jede Woche über die merkwürdigen Beschwerden seiner Patienten

Dr. House - "House"besuche

Der Topdiagnostiker Dr. House aka Hugh Laurie grübelt Woche für Woche, was in den kranken Körpern seinen Patienten vor sich geht - und rettet als Superdoc Leben. Ab und zu tauchen in der Arztserie jedoch auch prominente Stars in den Krankenhausbetten auf, die es dem Meister des Sarkasmus besonders schwer machen. So zum Beispiel "Sex and the City"-Miranda-Darstellerin Cynthia Nixon. In der zweiten Staffel durchlief sie sich als rätselhafte Patientin zahlreiche Krankenhäuser und lieferte sich mit Dr. House hitzige Diskussionen über ihr Krankheitsbild - Diagnose: Münchhausen-Syndrom, eine psychische Störung, bei der die Betroffenen Beschwerden erfinden oder selbst hervorrufen, die sie körperlich gar nicht haben bzw. hätten. Doch wenn es bei "Dr. House" nur alles immer so einfach wäre: In Wirklichkeit verbirgt sich hinter der Fassade natürlich noch viel mehr ...

Im Falle von LL Cool J sieht es da schon eindeutiger aus. Der Rapper schlüpfte für "Dr. House" in das klischeehafte Kostüm des aggressiven Schwerverbrechers Clarence, der für seine Taten hingerichtet werden soll - jedoch nicht, bevor Dr. House ihn nicht geheilt hat. Und tatsächlich: Nach einer Reihe der House-typischen Tests stellt sich heraus, dass der Ursprung der Erkrankung von LL Cool Js Rollenfigur in seinen zahlreichen Tätowierungen sind: Diese wurden mit der hochgiftigen Tinte eines Toners gemacht - und machten aus einem ehemals friedfertigen Mann einen Choleriker mit unkontrollierten Wutattacken.

In "Will & Grace" halten die beiden Hauptdarsteller zusammen und gemeinsam Händchen, wenn Schwierigkeiten drohen

In "Will & Grace" halten die beiden Hauptdarsteller zusammen und gemeinsam Händchen, wenn Schwierigkeiten drohen

Will & Grace - Staffellauf der Gaststars

Hierzulande scheint "Will & Grace" in Vergessenheit geraten zu sein oder ist zumindest kaum bekannt - und damit schwer verkannt. Denn die Comedy-Serie um die Chaos-WG von Will und Grace spielt in Sachen Gaststars mindestens in einer Liga mit "Friends". Kostprobe gefällig? Matt Damon mimte in der Rolle des Owen zum Beispiel schon einmal unliebsame Konkurrenz von Serienfigur Jack um einem Platz in Manhattans schwulem Männerchor. Jack kommt zwar in die letzte Runde, verliert am Ende jedoch gegen Owen, und setzt folglich alles daran, zu beweisen, dass Owen nicht schwul ist. Hätte er uns gefragt, wären wir mit einer unumstößlichen Argumentationsstrategie zur Seite geeilt: Wie soll ein Mann wie Matt Damon bitteschön schwul sein?

Ähnlich abstrus geht es auch bei dem Serienbesuch von Sharon Stone zu. Sie stellt die Therapeutin von Serienfigur Will dar, und ist in ihrer Rolle derart überzeugend, dass der Betreute sie gleich an Mitbewohnerin Grace weiterempfiehlt - allerdings nicht mit dem gewünschten Effekt. Denn plötzlich soll diese statt ihm selbst in einer Fallstudie der Superdoktorin auftauchen. Ob Sharon Stone das zu privaten Forschungen veranlasste, ist nicht bekannt. Ganz im Gegensatz zu dem Wirbel, für den Pop-Sorgenkind Britney Spears 2005 mit ihrem Rollenauftritt sorgte. Dabei verarbeitete sie offenbar nur einige Erlebnisstränge aus dem eigenen Leben: Selbstironisch mimte sie die eine christliche Fernsehmoderatorin, die selbst einige pikante Geheimnisse zu verbergen hat. Eine Anspielung auf Britneys anfängliches Keuschheits-Gelöbnis, das sich wenig später im Wohlgefallen ihrer Beziehung zu Justin Timberlake auflöste?

Welche Stars sich sonst noch in die Chaos-WG trauten: Glenn Close, Patrick Dempsey, Minnie Driver, Michael Douglas, Alec Baldwin, Jeff Goldblum, Macaulay Culkin, Ellen DeGeneres, Andy Garcia, Seth Green, Madonna, Demi Moore, Luke Perry, Cloe Sevigny, Mira Sorvino, Nicolette Sheridan, Jack Black, Kristin Davis.

Und wer sich unter anderem selbst mimte: Cher, Kevin Bacon, Janet Jackson, Elton John, Jennifer Lopez, Martina Navratilova, Josh Lucas.

"Menschenleben retten und dabei nie die eigenen Probleme aus den Augen verlieren." Das ist das Motto der Krankenhaus-Serie "Grey

"Menschenleben retten und dabei nie die eigenen Probleme aus den Augen verlieren." Das ist das Motto der Krankenhaus-Serie "Grey's Anatomy"

Grey's Anatomy - Klein, aber fein

Auch "Grey's Anatomy" protzt nicht gerade mit prominenten Gaststars. Wenn dann aber doch mal einer kommt, dann ist die Krankenhausserie nicht mehr bloß Fernsehen, sondern großes Kino, wie im Fall von Christina Riccis Stippvisite im "Seattle Grace"-Krankenhaus. Als junge Rettungsassistentin Hannah steckt sie während der zweiten Staffel der Serie bis zum Ellenbogen in Schwierigkeiten - im wahrsten Sinne des Wortes: Mit dem Arm im offenen Brustkorb eines Schwerverletzten ist sie die Einzige, die die Blutung des Opfers stillen kann. Gleichzeitig verhindert sie mit ihrem "glücklichen Händchen" damit auch, dass eine Bombe, die unaufhaltsam im Körper des Patienten tickt, explodiert - zumindest so lange, wie sie die Nerven behält, während das ganze Krankenhauspersonal um sie herum evakuiert wird ...

Ally McBeal - Dauerbesuch statt Gastauftritt

Unvergessen die leicht neurotische Anwältin "Ally McBeal"

Unvergessen die leicht neurotische Anwältin "Ally McBeal"

In der Anwaltserie "Ally McBeal" wurde aus dem geplanten Gastauftritt des Öfteren ein Dauerbesuch. Eigentlich kein Wunder: Einen Platz an der Seite der herzensguten Calista Flockhart als charismatische Anwältin räumt man nicht einfach so. Anders ist es kaum zu erklären, dass Rockstar Jon Bon Jovi als Handwerker Victor Morrison Ally nicht nur dabei half, ihr Haus auf Vordermann zu bringen, sondern in ganzen zehn Folgen auch noch den Versuch unternahm, das Herz der Schönen für sich zu gewinnen. Musiker können schon per Definition nicht schauspielern? Anklage abgewiesen!

Auch Anne Heche, Ex-Freundin von Ellen DeGeneres, ließ sich nicht lumpen, was ihre kostbare Zeit als Schauspielerin anbelangt. Sie spielte als Melanie West eine Frau, die am Tourette-Syndrom leidet und ihren Freund nach einem Streit und in Folge eines Anfalls überfährt - sicherlich kein typischer Mord, aber einer, für den sie vor Gericht gebracht werden soll. Weniger unfair ging es hingegen bei den Gesprächen über eine weitere Zusammenarbeit zu: Die funktionierte nämlich so gut, dass außer Frage stand, Anne statt den geplanten drei Folgen noch für vier weitere zu behalten.

Einen Blitzauftritt legte im Vergleich dazu Jungschauspielerin Dakota Fanning hin: Im zarten Alter von sechs Jahren spielte sie in der Episode "Not nach Noten" die fünfjährige Ally. Ähnlich kurz war auch das Gastspiel von "Heroes"-Star Hayden Panettiere. Sie tauchte als Allys zehnjährige Tochter erst im großen Serienfinale auf. Wie die Anwältin zu diesem Zeitpunkt erfuhr, war die Kleine unwissentlich aus einer Eizellenspende gezeugt worden.

Ansonsten stritten im oder vor dem Gerichtsaal: Bruce Willis, Robert Downey Jr., Christina Ricci, "Monk" Tony Shalhoub, Matthew Perry, Farrah Fawcett, Elton John, Mariah Carey, Vanessa Williams.

Der Arbeitsalltag einer renommierten, auf Zivilklagen spezialisierten Kanzlei in Boston nimmt "Boston Legal" unter die Lupe

Den Arbeitsalltag einer renommierten, auf Zivilklagen spezialisierten Kanzlei nimmt "Boston Legal" unter die Lupe

Boston Legal - Spannung vor Gericht

Die Anwaltsserie "Bostan Legal" hat bewiesen, dass man auch als Rechtslaie Spaß daran haben kann, an den Geschehnissen im Gerichtssaal teilzuhaben. Nicht ganz unschuldig ist daran sicherlich auch die kleine Prise Hollywood, die manchmal einfach das Salz in der Suppe ist. Für reichlich Zusatzspannung sorgte jedenfalls der Gastauftritt von "Die Hochzeit meines besten Freundes"-Star Rupert Everett. Als ehemaliger Geliebter der attraktiven Anwältin Tara Wilson versucht er in zwei Folgen der zweiten Staffel alles, um aus seinem Ex-Freund-Status eine Jetzt-Freund-Position herauszuschlagen. Ob ihm das als ihrem Gegenspieler vor Gericht allerdings gelungen sein wird? In ähnlich hoffnungsloser Mission war auch "Eine wie keine"-Star Freddie Prinze Jr. in seiner Gastrolle unterwegs. Nachdem er als "Donny Crane" herausfindet, dass Staranwalt Denny Crane gar nicht sein Vater ist, versucht er alles, um ihn in Prozessen zu schlagen.

In weiteren Gastrollen prozessierten unter anderem: "Magnum" Tom Selleck als Shirley Schmidts Ex-Mann und Michael J. Fox als reicher, krebskranker Mandant, der im Laufe der Folge versucht, einem sterbenden Mann seine Lunge abzukaufen.

Mit welchen Problemen Schönheitschirurgen zu kämpfen haben, zeigen die Herren von "Nip/Tuck"

Mit welchen Problemen Schönheitschirurgen zu kämpfen haben, zeigen die Herren von "Nip/Tuck"

Nip/Tuck - Frauenpower im OP-Saal

In der amerikanischen Drama-Serie "Nip/Tuck" dreht sich alles darum, dass es eben nicht nur auf die inneren Werte ankommt. Klar, dass dann auch die Gaststars dementsprechend ansehnlich sein oder zumindest die Bestrebungen hegen müssen, sich vom Entlein in einen Schwan verwandeln zu lassen - in welcher Hinsicht auch immer.

So sind die Verwicklungen um Brooke Shields' Rolle in den drei Folgen der vierten Staffel sicherlich nicht minder verwirrend, als sich als gemeiner Mann zwischen Büstenhaltern und Spitzen-Schlüpfern in der Dessousabteilung zurechtzufinden. Mit schlüpfrig ließe sich der Gastauftritt der Schönheit aus "Die blaue Lagune" jedenfalls noch am ehesten umschreiben. Zu ihrem Gastauftritt sei daher nur soviel gesagt: Als sexsüchtige Therapeutin Faith Wolper schnappt sie sich ihre Patienten gerne auch mal für private Angelegenheiten - darunter auch Hauptfigur Dr. Christian Troy, den sie kurz darauf bittet, ihr ein Tattoo von ihrem ehemaligen Liebhaber zu entfernen - und die Körperkunst kurzerhand durch eine andere, dem Schriftzug "Eigentum von Christian Troy", an derselben Stelle ersetzt.

Hochkarätig ist es auch, was Catherine Deneuve in einer Folge der vierten Staffel bietet: In der Rolle der Witwe Diana Lupey kommt sie mit einem ganz besonderen Anliegen zum Ärzteteam: Sie wünscht sich, dass die Asche ihres verstorbenen Mannes in ihre Brustimplantate gefüllt wird. Huch?

Und Anne Heche mal wieder: Sie spielte als Nicole Morretti in drei Folgen der dritten Staffel eine Mafia-Prinzessin, die im Zeugenschutzprogramm ist und von Dr. Sean McNamara ein neues Gesicht erhält. Wie durch ein Wunder hat sie plötzlich verblüffende Ähnlichkeit mit der Schauspielerin Anne Heche. Ob das schon unter die Kategorie "sich selbst spielen" fällt? Sicherlich ist es für die Serienfigur jedoch nicht der schlechteste Grund, um Seans Geliebte zu werden.

Sonst noch mit dabei, wenn die OP-Tische ausgefahren und die Messer gewetzt werden: Alec Baldwin als verschrobener Schönheitschirurg Dr. Barett Moore, der einen Transsexuellen endgültig zur Frau macht, Alanis Morissette als Kurzzeit-Freundin der lesbischen Anästhesistin Liz und Richard Chamberlain.

Die Riesen-Fangemeinde von "Sex and the City" freut sich derzeit schon sehr auf den Kinofilm, der im Herbst 2008 anlaufen soll

Die Riesen-Fangemeinde von "Sex and the City" freut sich derzeit schon sehr auf den Kinofilm, der im Herbst 2008 anlaufen soll

Sex and the City - Stars in der Stadt

Jetzt, wo alle nur noch über das anstehende Großprojekt, den "Sex and the City"-Kinofilm, reden, erinnert sich kaum noch einer an jene Stars außer der Reihe, die uns während der Ausstrahlung der Serie mit ihren kleinen, aber feinen Gastspielen verzückten. Ganz vorne mit dabei im Ranking um die verrückteste Stippvisite ist Sängerin Alanis Morissette. In einer Folge der dritten Staffel ist sie zumindest die Frau, die sich einmal wie Mr. Big fühlen kann: Sie knutscht als homosexuelle Don beim Flaschendrehen mit Carrie aka Sarah Jessica Parker - erreicht damit jedoch nicht ganz den erwünschten Effekt. Denn Carrie stellt dadurch nur fest, dass sie zu alt für solche Späße ist.

Und auch David Duchovny gelang es in der sechsten Staffel als Jeremy letztendlich nicht, Carries Herz zu erobern - obwohl die Grundvoraussetzungen als ihre große High-School-Liebe wirklich nicht die schlechtesten waren. Was der Haken an der Sache war? Jeremy gesteht Carrie, dass er in der Gegend ist, um sich in eine Nervenheilanstalt einweisen zu lassen. Das allein störte die Geliebte vielleicht noch nicht: Sie besuchte ihn sogar in der Anstalt. Doch dass der Aufenthalt dann gleich acht bis zehn Monate dauern sollte, war ihr dann doch etwas zu lang.

Wer für "Sex And The City" sonst so durch die Straßen von New York tingelte: "Spice Girl" Geri Halliwell, "Playboy"-Boss Hugh Hefner und Hollywood-Schnuckel Matthew McConaughey.

Im Sonnenschein gegen die dunkle Verbrecherwelt: das Duo Sonny Crocket und Ricardo Tubbs, die harten Cops von "Miami Vice"

Im Sonnenschein gegen die dunkle Verbrecherwelt: das Duo Sonny Crocket und Ricardo Tubbs von "Miami Vice"

Miami Vice - Alte Serie mit neuen Trends

Unter der gleißenden Sonne Miamis manifestierte sich in den 1980er-Jahren mit der Kultserie "Miami Vice" ein Trend: Das weiße T-Shirt unter der Armani-Jacke, Lederslippers ohne Socken und pastellfarbene Sakkos waren plötzlich salonfähig geworden. Und auch wenn sich vieles davon nicht bis in die heutige Zeit gehalten hat: Wenigstens manch glamouröser Gastauftritt wird nicht vergessen werden - jedenfalls nicht mit dem richtigen Denkanstoß.

So spielte Wesley Snipes in einer Folge der dritten Staffel im Jahr 1986 den Zuhälter Silk, der außer seinem bedenklichen Beruf noch einiges mehr an Kleinkriminalität zu bieten hat: Er dealt mit Kokain und hat es in seiner Umgehensweise mit den Cops faustdick hinter den Ohren - jedoch bei weitem nicht so faustdick wie Liam Neeson. Dieser tummelt sich ebenfalls in der dritten Staffel und mimte den neuen Freund von "Miami Vice"-Officer Gina Calabrese ohne blütenreine Weste. Viel schlimmer noch: Als Handlanger der IRA spielte er einen gesuchten Terroristen - schlechte Voraussetzungen für die junge Liebe.

Ein Jahr später gesellte sich dann auch noch Tim Burtons Muse Helena Bonham Carter hinzu. In zwei Folgen spielte sie als Theresa Sonny Crocketts Liebste - und brachte ihn dadurch in arge Bedrängnis. Die Dienstaufsicht ist nämlich nicht zu Unrecht der festen Überzeugung, sie hätte etwas mit einem Drogendealer zu tun: Als heroinabhängige Ärztin Theresa ihrem Dealer hörig und will die Pläne der "Miami Vice"-Cops verraten.

Wer sich sonst noch alles als Gaststar für den "T-Shirt-unterm-Anzug-Stil" begeistern konnte: Frank Zappa, Iman, James Brown, Lisa Marie Presley, Julia Roberts, Bruce Willis, Phil Collins, Bianca Jagger, Melanie Griffith.

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