Franziska van Almsick

"Ich muß nicht mehr die Schnellste oder Schönste sein"

Von Franziska van Almsick weiß man vor allem Eines: Diese Frau hat ihr Leben im Griff. Beim Interview mit Gala.de in Hamburg zeigte sie sich jedoch von einer ganz anderen Seite, plauderte über ihre Charity-Reise nach Afrika, Hochzeit, Kinder - und über Fürstin Charlène

Franziska van Almsick

Für manch eine Frau ist Franziska van Almsick vermutlich so etwas wie ein wandelnder Zeigefinger, sich bloß nicht auf die faule Haut zu legen. Nach einer der erfolgreichsten Sportlerkarrieren überhaupt, schwimmt die große manchmal blonde, manchmal brünette Frau auch in der zweiten Hälfte ihres öffentlichen Lebens auf Erfolgskurs: satte Werbeverträge, Engagements als Moderatorin und Kommentatorin, gern gesehener Ehrengast. Und hat dazu eine glückliche kleine Familie aus Mann und Sohn zu Hause.

Und so ist auch ein Treffen mit der 33-Jährigen: Wie aus dem Ei gepellt, ein knackiger Teint auf der Haut, die schlanken 1,85 Meter in einem engen Kleid und an den Füßen die ""-Schuhe. Doch tatsächlich treffe ich da in Hamburg eine Frau, die mittlerweile eben genau das heute ist - eine Frau - mit allem was dazugehört. Die ihr Gegenüber für diesen Moment vergessen lassen kann, dass Europa- und Weltmeistertitel sowie 15 Zentimeter Körpergröße zwischen uns liegen. Und weil sich Letzteres am einfachsten beheben lässt, zog Franzi zum Fotoshooting im Anschluss sogar die Schuhe aus.

Gerade ist sie als Botschafterin mit UNICEF und Pampers in die Zentralafrikanische Republik gereist, um sich dort ein Bild von der medizinischen Versorgung von Frauen und Kindern zu machen - eine Reise, die sie sehr bewegt hat.

Dies Erfahrung in Afrika scheint Dich sehr damit verbunden zu haben, dass du selbst auch Mutter bist …

Ja. Ich habe wahnsinnig oft an meinen eigenen Sohn gedacht. Ich gehe ganz fest davon aus, dass ich eine starke Frau bin und hatte da unten auch keine Zweifel daran. Aber ich habe mich schon gefragt, ob ich es dort so schaffen würde wie die anderen Mütter.

Franziska van Almsick besuchte als UNICEF und "Pampers"-Botschafterin die Zentralafrikanische Republik.

Franziska van Almsick besuchte als UNICEF und "Pampers"-Botschafterin die Zentralafrikanische Republik.

Franziska van Almsick

Franziska van Almsick in der Zentralafrikanischen Republik

Was ist dir wichtig in deiner Kindererziehung?

Da gibt es natürlich viele Dinge. Aber im Zuge dieses Projektes ist mir wichtig, dass mein Sohn rechtzeitig lernt, dass es andere Menschen auf der Welt gibt, für die man da sein muss. Das muss nicht so weit weg sein, es kann auch um die Ecke sein. Dieses Miteinander, nicht nur sein eigenes Leben in den Vordergrund zu stellen – ich würde mir wünschen, dass ich das hinkriege.

Auf den Bildern sieht man dich sehr entspannt, in ziemlich bequemer Kleidung und sogar ungeschminkt

Ja, also es ist ja nicht so, dass ich ohne Schminke hingefahren bin. Aber dann passte es einfach nicht dahin. Ich habe mich regelrecht dabei ertappt, völlig ungeschminkt vor die Tür zu treten – das würde ich hier ja nie machen! Eigentlich habe ich immer ein wenig Puder und Wimperntusche drauf, und Rouge, damit man auch nach einer schlechten Nacht lebendig aussieht. Aber dort war das das kleinste Problem. Das war spannend. Ich glaube, dass mir das gut getan hat.

Du wirkst auch jetzt sehr entspannt, sehr ausgeglichen. Ist der Eindruck richtig?

Ja, das stimmt. Ich denke, dass ich zufrieden mit meinem Leben bin und froh, wie die Dinge sich entwickeln. Ich muss nicht mehr die Schnellste sein, ich muss nicht mehr die Schönste oder Beste sein. Ich brauche so viele Dinge in meinem Leben nicht mehr.

Franziska van Almsick und Shila Meyer-Behjat von Gala.de

Franziska van Almsick und Shila Meyer-Behjat von Gala.de

Heute trägst Du aber wieder Highheels und Make-up…

Natürlich ziehe ich mir nach wie vor auch gern mal ein schönes Kleid an. Aber obwohl ich noch so jung bin, habe ich festgestellt, dass es viele Dinge gibt, die mit Öffentlichkeit und prominent Sein nichts zu tun haben und die so zufriedenstellend und wunderschön sind. Es gibt keine Paparazzi-Fotos von uns, es gibt keine Fotos von meinem Kind. Ich liebe und hüte mein Privatleben, denn es ist furchtbar wichtig, nebenbei auch normal zu sein. Deswegen geht es mir so gut.

Gibt es denn die Chance, dass du deine Familie in dein Engagement mit einbeziehst?

Ich versuche meistens, Beruf und Familie strikt zu trennen. Wenn, dann verbinde ich persönliche Erfahrungen mit gewissen Situationen im Alltag. In meiner Familie hat jeder seinen Job. Mir ist wichtig, dass mein Sohn einen geregelten Tagesablauf hat. Durch meine Erfahrung in all den letzten Jahren habe ich gelernt, meine Familie aus der Öffentlichkeit rauszuhalten.

Willst du damit dein Kind schützen oder dich selbst?

Mein Kind, aber auch mich selbst. Es ist wichtig, nach Hause zu kommen und einen Ort zu haben, an dem man auch mal so sein kann wie man will. Das ist ja in einem öffentlichen Leben nicht möglich, oder?

Ja, das ist schwierig. Eine Frage gäbe es da noch…

Nein, ich bin noch nicht verheiratet und es gibt auch keine Planung.

Das war auch gar nicht die Frage, aber vielen Dank. Wir würden gern wissen, wie es Charlène jetzt geht?

Ihr geht es gut. Ich finde, das sieht man auch. Ich habe sie ja in der Zeit vor der Hochzeit erlebt, da war sie zwar sehr ruhig, aber auch sehr angespannt. Dieser ganze Rummel vor der Hochzeit und während – wahnsinnig anstrengend! Ich finde, sie sieht jetzt wahnsinnig gut aus. Und ich finde, sie sind ein sehr harmonisches Paar. Sie wirken glückseliger. Und ich glaube, sie sind es auch.

Shila Meyer-Behjat

ist in diesem Jahr Botschafterin der Aktion "1 Packung = 1 lebensrettende Impfdosis" von "Pampers" und UNICEF. Dabei spendet "Pampers" im Zeitraum von Oktober bis Dezember 2011 für jedes verkaufte mit dem Aktionslogo gekennzeichnete Produkt einen Betrag an UNICEF, der z. B. den Kosten einer Impfdosis gegen Tetanus entspricht.

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