Fiona Swarovski
© Wireimage.com Fiona Swarovski

Fiona Swarovski Diese Frau ist nicht zu bremsen

Für die Liebe bleibt Fiona Swarovski im Moment wenig Zeit. Obwohl die Kristall-Erbin im August ihr viertes Kind erwartet, gönnt sie sich keine Pause. Gerade stellte sie in Venedig ihr neues Projekt vor: eine selbst designte Luxusjacht

Andere Frauen wären an ihrer Stelle längst im Mutterschutz.

Doch Fiona Swarovski ist kaum zu bremsen. Obwohl sie im siebten Monat schwanger ist, verbringt sie bei 35 Grad und gleißender Sonne zehn Stunden auf der Luxusjacht "Yaretti by Fiona" und erläutert ihr Design-Konzept. Nicht einmal für ihren Ehemann Karl-Heinz Grasser hat die Kristall-Erbin eine freie Minute übrig. Obwohl Österreichs schillerndstes Society-Paar gemeinsam in die romantische Lagunenstadt gereist ist, denkt Fiona Swarovski jetzt nur an das eine: ihre Arbeit.

Am Pier der Isola San Giorgio bei Venedig liegen silberne Ballerinas, braune Herren-Wildlederslipper, Manolo-Blahnik-Pumps mit Leopardenmuster und halbhohe schwarze Stiefel einträchtig nebeneinander: Die Motorjacht darf man nur barfuß oder auf Socken betreten. An der Reling lehnen zwei blonde Damen und trinken Prosecco, drinnen in der Lounge sitzt Fiona Swarovski, ihren Babybauch kann man unter dem kurzen Hängerkleid kaum erkennen. "Ich habe bei dem Boot im Endeffekt nur die Interior Decoration gemacht", erzählt die 42-Jährige, wobei sie die Wörter mit amerikanischem Akzent ausspricht. Sämtliche Kabinen hat die Österreicherin nach Motiven aus der Unterwasserwelt gestaltet, hier und da blinken Swarovski-Steine von Lampen und Bademänteln, sogar das Geschirr hat sie selbst entworfen. Fiona Swarovski startet als Innenarchitektin und Designerin gerade erst durch. Der Name Swarovski - Inbegriff edlen Kristalls aus Österreich - kommt ihr dabei zugute. Zwar hieß nur ihre Großmutter mütterlicherseits tatsächlich Swarovski, doch Fiona, geborene Winter und eigentlich Fiona Pacifico Griffini-Grasser, führt den berühmten Namen clever wie ein Künstlerpseudonym.

Fiona Swarovski
© Wireimage.comFiona Swarovski sei "vom Temperament her mehr Italienerin als Österreicherin", sagt man

"Ich benutze das Kristall als Lichtquelle, für mich ist Kristall einfach Licht", erklärt sie. "In der Master-Cabin haben wir viel Koralle, in der VIP-Kabine haben wir Türkis und Lapislazuli, hier oben gibt es Horn, Tigerauge und Fossilien." Einfälle habe sie jede Menge, manchmal auch um drei Uhr nachts oder morgens beim Zähneputzen. "Ich habe so viel Energie im Moment", sagt die dreifache Mutter, "noch mehr als während meinen anderen Schwangerschaften." Energie ist auch das Schlüsselwort für ihre Kreationen: "Die Einrichtung der Jacht basiert darauf", sagt sie. "Ich benutze Halbedelsteine, weil sie Energie bringen. An diese Lehre glaube ich sehr fest." Sie lehnt sich in die braunen, mit Swarovski-Steinen bestickten Kissen zurück und streicht sich über den Bauch. "Er ist ganz hart", sagt sie wie zu sich selbst. Kein Wunder: So viel Power kann man gar nicht haben, dass man einen derart anstrengenden Tag auf dem Boot einfach so wegsteckt.

Warum mutet sie sich das zu? "Was kann ich ändern? Man muss da einfach durch", sagt Fiona Swarovski. Vor ihr auf dem Tisch liegt eine Packung Philip Morris Lights, daneben ein Feuerzeug, verziert mit kleinen Kristallen. Wie zum Beweis, dass sie hart im Nehmen ist, zündet sie sich eine Zigarette an. Es ist nicht die erste und nicht die letzte an diesem Tag. Als ein Fotograf den Tisch abräumt und dabei auch ihr Glas mitnimmt, ruft sie ihm hinterher: "Schatzi! Lass mir meinen Bellini da!" Der Cocktail ist eine Spezialität aus der berühmten "Harry's Bar" in Venedig: Pfirsichpüree mit Prosecco. Zigaretten und Alkohol - offenbar fühlt sich niemand an Bord berufen, die Schwangere an die Gefahren für das ungeborene Kind zu erinnern. Obwohl sich die meisten heimlich erschrocken zeigen.

"Vom Temperament her ist Frau Swarovski viel mehr Italienerin als Österreicherin", sagt eine der Damen sehr diplomatisch. "Sie hat so eine Art, anderen zu sagen, wo es lang geht." Tatsächlich sind ihre Ausbrüche gefürchtet. Als ein Wasser­taxi nicht so schnell kommt, wie sie es verlangt, staucht die Erbin eine Mitarbeiterin am Telefon zusammen. Und auf die Nachricht, dass alle Tische im Hotelrestaurant bereits reserviert seien, antwortet sie: "Das gilt aber nicht für mich!" So unnachgiebig wie gegen andere ist Fiona Swarovski auch gegen sich selbst. Sogar nach der Geburt der Tochter Ende August will sie sich keine Pause gönnen: "Als Unternehmerin kann man sich keine Auszeit nehmen, alles geht weiter", betont sie. So wird sie in diesem Jahr noch zwei weitere Geschirrkollektionen für Augarten entwerfen, ein Büro in Wien einrichten sowie ein Swarovski-Bäder-Design entwickeln.

Hat die zweifach Geschiedene keine Angst, dass die Familie bei so viel Action zu kurz kommt? Ihre beiden Söhne Nicola, 13, und Arturo, 16, gehen aufs Internat, Tochter Tayla ist erst sechs Jahre alt. Und eigentlich hatten Fiona Swarovski und Karl-Heinz Grasser, 38, sich nach der Hochzeit vor knapp zwei Jahren vorgenommen, endlich mehr Zeit miteinander zu verbringen. "Mein Mann wird sehr viel arbeiten", erklärt die Millionenerbin. "Ich werde in unserem Haus in der Schweiz bleiben, weil meine Kinder dort in die Schule gehen." Erst vor zwei Wochen gab der ehemalige österreichische Finanzminister bekannt, wohin es mit seiner eigenen Karriere geht: Mit zwei Partnern will er einen Invest­mentfonds gründen, der Kraftwerke in Osteuropa ins Visier nimmt. Seine Frau dürfte das freuen: Auch bei ihm dreht sich jetzt alles um Energie.