Farrah Fawcett

Ihr schwerer Kampf gegen den Krebs

Schmerz, Leid und Liebe - in der TV-Dokumentation "Farrah's Story" zeigt Farrah Fawcett der ganzen Welt ihren sehr persönlichen, tapferen und dramatischen Kampf gegen den Krebs

Es sind erschütternde Bilder: Als der deutsche Arzt Professor Vogl mit einer langen Nadel in ihre Leber sticht, krümmt sich Farrah Fawcett vor Schmerzen. Doch sie lässt die Prozedur über sich ergehen - in der Hoffnung, dass der Krebs endlich verschwindet.

Über die gesamte Zeit ihrer Erkrankung, von der erneuten Krebsdiagnose 2007 bis jetzt, ließ sich Farrah von ihrer Freundin Alana Stewart filmen und bei ihrem Kampf begleiten. Das war Farrahs Idee.

Am Freitag (15. Mai) wurde der daraus entstandene Dokufilm "Farrah's Story" auf dem US-Sender NBC ausgestrahlt. 8,9 Millionen Zuschauer sahen die ergreifenden Aufnahmen - und eine Frau, die selbst mit viel Herz, Mut, besten Behandlungsmethoden und starkem Willen die schreckliche Krankheit nicht besiegen kann. Und den gleichen schmerzvollen Leidensweg durchmacht, wie alle anderen Krebspatienten. Ungeschönt und qualvoll, zwischen Hoffnung und Verzweiflung.

Farrahs Weg beginnt im "UCLA Medical Center" (Klinik der Universität von Kalifornien). Dort informieren sie die Ärzte, dass sie nur durch einen umfangreichen chirurgischen Eingriff eine Chance gegen ihren Darmkrebs habe.

Doch das würde einen künstlichen Darmausgang mit sich bringen. Die Schauspielerin entscheidet sich dagegen und fliegt zur Alternativtherapie nach Deutschland. "Sie dachte, es wäre weniger dramatisch", so Farrahs Freundin Alana Stewart. Farrah begibt sich in Behandlung von Professor Thomas Vogl und Dr. Ursula Jacob, bestehend aus direkten Injektionen in die Tumore und Vitaminbehandlung.

Die Therapie scheint zunächst auch anzuschlagen, Professor Vogl erklärt Farrah für geheilt. Doch kurze Zeit später stellt sich heraus: Der Tumor ist größer denn je - und hat auch noch in die Leber gestreut. Farrah ist verzweifelt, weint: "Ich dachte, ich wäre wieder gesund."

Aber aufgeben kommt für sie nicht infrage. Sogar den Verlust ihrer berühmten blonden Wallemähne versucht die "Charlie's Angels"-Darstellerin mit Humor zu nehmen. "Ihr wolltet wohl nicht aufhören, bis ihr endlich meine Haare hattet", sagt sie zu den Ärzten.

Ihr Lebensgefährte Ryan O'Neal ist immer an ihrer Seite. "Ich werde niemals jemand anderen mehr lieben als Farrah", sagt er. Eine Liebe, die auf Gegenseitigkeit beruht. "Er betritt den Raum und ihr Gesicht erhellt sich", sagt Alana Stewart über Farrah und Ryan.

Auch der gemeinsame Sohn des Paares, Redmond, ist in dem Film zu sehen. Er darf seine kranke Mutter per Ausnahmeregelung besuchen, obwohl er eigentlich in Haft ist. Farrah weiß nicht, dass ihr Redmond wieder Probleme hat. Derzeit nimmt er an einem einjährigen Entzugsprogramm im "Twin Towers"-Gefängnis in Los Angeles teil. Dort sitzt er wegen Drogenbesitzes ein. Falls er die Behandlung nicht erfolgreich abschließen kann, drohen ihm vier Jahre Haft. "Lebe dein Leben als Tribut an deine Mutter", sagt Ryan O'Neal in der Doku zu seinem Sohn. Redmond will wirklich clean bleiben - Farrah zuliebe.

Sie hängt sehr an ihrem Sohn. Und liest aus einem bewegenden Brief vor, den Redmond nach ihrem Tod bekommen soll. "Ich werde immer da sein. Wenn du fällst, werde ich da sein. Wenn du eines Tages aufwachst und feststellst, dass ich gegangen bin, werde ich noch immer da sein. Immer. Immer bei dir ... Redmond, mein Sohn."

Am Freitag, dem Tag der Ausstrahlung, durfte er sie noch einmal besuchen. Momentan bekommt Farrah starke Medikamente, schläft die meiste Zeit. Das sagte Ryan O'Neal zu US-Medien. Auf die Frage, was die Menschen nach dem Film seiner Meinung nach wohl über Farrah denken, sagte Ryan: "Wenn man sie mochte, wird man sie lieben. Und man wird wissen, warum."

In "Farrah's Story" geht es um Mut, Perspektive, um Farrahs Beziehung zu ihrem Vater James, der bereits eine Tochter an Krebs verloren hat, Farrahs standhafte Hingabe an ihren Sohn Redmond, ihre Freundschaft mit Kate Jackson und Jaclyn Smith (die anderen beiden "Charlie's Angels"-Darstellerinnen). Vor allem aber geht es um Hoffnung und die innere Stärke, die es braucht, um den Kampf gegen den Krebs überhaupt aufnehmen zu können - auch, wenn er vielleicht aussichtslos sein mag.

Am Ende des Films schaut die todkranke Farrah Fawcett in die Kamera, wendet sich direkt an die Zuschauer und fragt: "Wie geht es euch? Wofür kämpft ihr?"

jwa

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