Ellen DeGeneres und Portia de Rossi
© Wireimage.com Ellen DeGeneres und Portia de Rossi

Ellen DeGeneres Ist ihre Ehe jetzt illegal?

Stars wie Brad Pitt und Steven Spielberg unterstützen homosexuelle Paare in ihrer Liebe, Ellen DeGeneres und Portia de Rossi haben dies Jahr gar selbst geheiratet. Doch 51 Prozent der Kalifornier wollen die gleichgeschlechtliche Ehe jetzt wieder verbieten

Im August hat die Moderatorin und Schauspielerin Ellen DeGeneres ihre Freundin Portia de Rossi geheiratet - nachdem erst vor rund viereinhalb Monaten die Ehe zwischen homosexuellen Paaren in Kalifornien erlaubt worden war. 18.000 Paare haben seither in dem sonnigen Bundesstaat Hochzeit gefeiert. Doch eine Gruppe konservativer Gegner und kirchennaher Organisationen setzte mit dem Wahlreferendum "Proposition 8" alles daran, den Schwulen und Lesben diese Möglichkeit wieder zu nehmen.

Gemeinsam mit der US-Präsidentschaftswahl wurde nun am 4. November über das Volksbegehren angestimmt. Mit ernüchterndem Ergebnis: 51 Prozent der Kalifornier sind gegen die gleichgeschlechtliche Ehe. Damit steht die Hochzeit zwischen Schwulen und Lesben im Bundesstaat Kalifornien nun erneut auf dem juristischen Prüfstand, der "Supreme Court" muss entscheiden - und das kann dauern. Die Gegner der Home-Ehe wollen sogar in der kalifornischen Verfassung festgeschrieben haben, dass eine Ehe nur als Verbindung zwischen Mann und Frau zu definieren ist.

"Ich habe dieses Jahr etwas bekommen, vom ich dachte, dass ich es nie kriegen würde: Ich habe geheiratet. Es war der glücklichste Tag meines Lebens", sagte Moderatorin und Schauspielerin Ellen DeGeneres im Vorfeld der Abstimmung in einem Video auf NoOnProp8.com - einer Gegenbewegung zu "Proposition 8". "Und da draußen gibt es Menschen, die Millionen von Dollar sammeln, um mir dieses Recht wieder zu nehmen."

Viele Prominente stehen auf DeGeneres Seite und engagierten sich im Kampf gegen "Proposition 8": Hollywood-Größe Brad Pitt etwa spendete rund 70.000 Euro, genau so wie Regisseur Steven Spielberg. Jeder habe das Recht, nach seinen eigenen Vorstellungen zu leben, solange er niemandem Schaden zufüge, erklärte Pitt nach Angaben des Internetdienstes "E!Online": "Diskriminierung hat in Amerika keinen Platz."

Und auch die frischverheiratete Sängerin Melissa Etheridge äußerte sich auf "The Daily Beast" zu der Wahl: "O.K., verstanden. 51 Prozent von Euch denken, dass ich ein Bürger zweiter Klasse bin. [...] Heißt das, ich muss meine Staatsabgaben auch nicht mehr bezahlen, weil ich kein vollwertiger Mitbürger mehr bin?" Weiter sagt sie dann: "Ich kann natürlich viel anstellen mit der halben Million Dollar, die ich zukünftig behalten werde, anstatt sie an den Staat zu geben."

Der als Mr. Sulu aus der TV-Serie "Raumschiff Enterprise" bekannte Schauspieler George Takei (Hochzeit im September 2008) zeigte sich besorgt über die Ablehnung der Homo-Ehe: Vor allem sei es schlecht für die jungen Menschen, denen durch das Referendum die Möglichkeit genommen werde, "wirklich zu sein, wer sie sein wollen".

So beantragten Homosexuellenverbände, die Bürgerrechtsbewegung ACLU und die Städte San Francisco und Los Angeles am Mittwoch beim Obersten Gerichtshof von Kalifornien, dass das Wahlreferendum "Proposition 8" für ungültig erklärt werden soll. Ellen DeGeneres homosexuelle Ehe ist übrigens derzeit nicht illegal.

Dennis Voth