Sienna Miller und Lindsay Lohan
© Getty Sienna Miller und Lindsay Lohan

Drogen in Hollywood Die verlorenen Kinder Hollywoods

Junge Stars wie Lindsay Lohan und ihre Clique konsumieren hemmungslos Alkohol und Drogen. GALA enthüllt, wie gefährlich ihr Verhalten tatsächlich ist - und wo die tieferen Ursachen liegen

Erst wenige Tage aus dem Wonderland Center in Los Angeles entlassen,

hat Lindsay Lohan ihren wundersamen Weg zurück ins Leben gefunden: Um der Welt zu beweisen, dass ihr Entzug, eine Überdosis Kokain und die Anonymen Alkoholiker längst Geschichte sind, feiert sie einfach weiter bis zum Umfallen. Zwar klammert sich die 20-Jährige bei all ihren Ausflügen zwischen Los Angeles und New York demonstrativ an ein Wasserfläschchen, doch wäre sie nicht die Erste, die Wodka als kristallklare Alternative wiederentdecken würde. Zumal der sowieso flaschenweise in jeder VIP-Ecke von St. Tropez bis Hollywood für sexy Jungstars wie Paris Hilton, Sienna Miller, Mischa Barton, Nicole Richie oder Jesse Metcalfe eisgekühlt bereitsteht.

Designerkleider, Designerdrogen

Eine gefährliche Versuchung für Hollywoods junge Star-Gemeinde. Denn genauso wie die Youngsters darauf bauen dürfen, dass Gucci und Co. sie gratis mit hippen Designerkleidern versorgen, steht des Nachts stets die neueste Kollektion an Designerdrogen zur Verfügung. Ein kurzes Kopfnicken, die kokette Frage nach einer kleinen Erfrischung, und schon bieten sich auf der Marmorablage des Waschraums ein paar Linien Kokain zum Konsum an. Die perfekte Droge für junge Nachtschwärmer: Neben gesteigertem Selbstwertgefühl ist die aufputschende Wirkung ideal, um lange Partynächte durchzustehen. Dabei sein ist alles, ein klar strukturierter Tagesablauf außerhalb von Drehzeiten gilt als spießig.

Genau hier liegt das Problem, meint Hollywoods Star-Psychologin Suzanne Lopez: "Diesen Leuten fehlt ein geregeltes Leben und der Druck, Geld verdienen zu müssen. Alles ist nur Spaß - und der wird schnell langweilig. Das bringt sie dazu, immer größeren Unsinn anszustellen." Als Unsinn alleine kann man die Drogenexzesse allerdings längst nicht mehr abtun. "Wir benutzten während der Nacht Ecstasy zum Feiern und tagsüber Kokain, um wach zu bleiben. Um schlafen zu können, nahmen wir Valium“, berichtet Jason Alexander über die Zeit mit Ex-Frau Britney Spears. Seit acht Jahren soll Britney schon Drogen nehmen, behauptet Alexander.

Kate Moss: Kokain, Skandal, strahlendes Comeback - aufs Feiern mag sie allerdings weiterhin nicht verzichten
© GettyKate Moss: Kokain, Skandal, strahlendes Comeback - aufs Feiern mag sie allerdings weiterhin nicht verzichten

Ein Alkoholproblem jedenfalls besteht unbestritten. Wer sich in der "Skybar" des "Mondrian"-Hotels bereits morgens um zehn Tequilacocktails genehmigt, erregt zumindest Besorgnis. Nicht so jedoch bei Spears' Familie. Noch-Gatte Kevin Federline ist mit Rapkarriere, Fremdflirtereien und dem lukrativen Ausgang der eingereichten Scheidung beschäftigt. Fürsorge seitens ihrer Mutter und Ex-Managerin? Fehlanzeige. "Britney fühlt sich im Stich gelassen und weiß einfach nicht mehr, wem sie trauen kann. Kein Wunder, dass sie zu Drogen und Alkohol greift", so ein Vertrauter der Musikerin. Hinzu kommt, dass neue Freunde wie Partybiene Paris Hilton nicht gerade für einen sorgsamen Umgang mit Genussgiften bekannt sind.

Alles nur Nervenkitzel?

Ohnehin hat sich in den vergangenen Jahren in der Künstlergemeinde Tinseltowns ein offenerer Umgang mit illegalen Substanzen breitgemacht. Und wenn Justin Timberlake nicht ohne Stolz erzählt, verschiedenste Drogen ausprobiert zu haben, Sienna Miller mit ihrer "Wodka-Diät" prahlt und Kate Moss für ihre Kokainexzesse mit einer Extraportion an Werbeverträgen belohnt wird, trägt das natürlich zum coolen Image vom exzessiven Partyleben bei.

Der Grat zwischen Sünde und Sucht erweist sich dabei als denkbar schmal. Ist es reiner Nervenkitzel oder Abhängigkeit, wenn Paris Hilton laut Ex-Lover Nick Carter auf Transatlantikflügen Haschisch in ihrem Teddybär schmuggelt? In jedem Fall steht wohl die Gewissheit dahinter, dass die Familienanwälte sie ohnehin aus jeder Bredouille retten. Jetzt soll die wegen Trunkenheit am Steuer bereits vorbestrafte Erbin während der Dreharbeiten zur Realityshow "The Simple Life" gar Drogen an Minderjährige verschenkt haben - um die Kids locker zu machen, heißt es. Paris' TV-Partnerin Nicole Richie wird wohl kaum ein Machtwort mit ihrer Freundin gesprochen haben. Jüngst mal wieder als bekiffte Geisterfahrerin unterwegs, blickt die 25-Jährige nicht nur einer drohenden Gefängnisstrafe entgegen, sondern auch auf eine lange Drogenkarriere zurück. "In meinem Umfeld war es normal, mit 13 zu kiffen. Mit 14, 15 habe ich angefangen, Kokain zu nehmen. Dann habe ich damit aufgehört und mit Heroin weitergemacht - da war ich etwa 19", sagt die Tochter von Schlagerbarde Lionel heute. "Wenn man bedenkt, dass ich mich nur an die Hälfte dessen erinnern kann, was passiert ist, kann ich nur ahnen, wie sehr ich die Kontrolle verloren hatte." Wo die schützende Hand des Vaters während der verzweifelten Eskapaden seiner Tochter war? Vermutlich um ein Konzertmikro geschlungen.

Nicole Richie: Tabletten, Abmagern, Alkohol am Steuer - eine typische Partykarriere
© GettyNicole Richie: Tabletten, Abmagern, Alkohol am Steuer - eine typische Partykarriere

Magersucht ist die legale Droge

Statt Heroin hat Nicole mittlerweile neben Tabletten und Haschisch eine neue Droge entdeckt - Magersucht. Das Tragische daran: Selbst renommierte Jungschauspielerinnen wie Keira Knightley und Kate Bosworth sind ihr verfallen. Dazu ist sie vollkommen legal und kostet nichts. Nachteil: Lebensgefährlich ist auch sie. Dass besonders junge Frauen von Richie über Lohan bis hin zu Mary-Kate Olsen oft drogen- und magersüchtig sind, ist kein Zufall, ähneln die Motive doch einander: "Menschen, die eine Essstörung entwickeln, greifen Strömungen der Gesellschaft auf und haben meist ein geringes Selbstwertgefühl. Die Gründe können eine Trennung, Probleme in der Familie, Missbrauch oder das Streben nach Perfektion sein", so Diplompsychologe Andreas Schnebel. Der extrem frühe Einstieg ins Showgeschäft, Selbstzweifel und familiäre Probleme sind wohl vielen jungen Suchtpatienten Hollywoods gemein. Dabei sollte man doch denken, dass ausgerechnet die wohlbetuchte, erfolgreiche Elite der Traumfabrik dank des märchenhaften Starts ins Leben nichts anderes als ein Happy End erwartet.

Tribut ans frühe Arbeitsleben

Doch der frühe Arbeitsbeginn in Hollywood fordert oft seinen Tribut. Falsche Freunde und ein Leistungsdruck, der nicht selten aus dem eigenen Elternhaus kommt, lastet schwer auf den zarten Schultern der jungen Künstler. Zudem durch Verkaufszahlen und den Zuspruch einer wankelmütigen Fangemeinde definiert zu werden, kann einen wenig gefestigten Charakter schnell aus der Bahn werfen. Nicht zu vergessen der ständige Druck schlank zu bleiben, der besonders bei Frauen ein Bindeglied zwischen Magersucht und der Abhängigkeit von hungerstillenden Substanzen wie Kokain bildet.

Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten herrschen in diesem Punkt sowieso andere Gesetze. Wo Alkohol auf der Straße in braune Packpapiertüten verbannt wird und Barbesuche erst mit 21 erlaubt sind, feiert die doppelte Moral ungebremst Erfolge. "Andere Kinder gingen zur Schule, ich ins Studio 54", erinnert sich etwa Drew Barrymore, die mit sieben Jahren ihr Schauspieldebüt gab und als Elfjährige die Partyszene eroberte. "Meine Mutter nahm mich immer mit in den Club, für sie war ich schließlich der Garant, reinzukommen." Mit neun trank Drew regelmäßig Alkohol, drei Jahre später rauchte sie Haschisch, mit 13 schnupfte sie Kokain. Erst als es schon fast zu spät war, reagierte die Familie und verordnete dem Mädchen eine Therapie.

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