Djimon Hounsou
© Getty Djimon Hounsou

Djimon Hounsou Von der Parkbank zur Oscar-Verleihung

Schauspieler Djimon Hounsou fügt Hollywoods Dauermärchen "vom Tellerwäscher zum Millionär" eine neue Episode hinzu. Nach seiner Oscar-Nominierung als bester Nebendarsteller soll er jetzt das neue Unterwäsche-Model von Star-Designer Calvin Klein werden

Die Modewelt hat bald einen neuen Star: Designer Calvin Klein will den markanten Schauspieler Djimon Hounsou als Model für seine Unterwäsche-Kollektion im kommenden Herbst. In der Vergangenheit warben unter anderem bereits Calvin Kleins Muse Kate Moss und Mark Wahlberg in den groß angelegten Kampagnen des Modegiganten. Sie wurden dadurch fast aus dem Nichts zu Weltstars.

Wenn Hounsou lacht, blitzen ebenmäßige, weiße Zähne in dem schwarzen Gesicht auf. Dabei hatte der Schauspieler in seiner Vergangenheit nicht viel zu lachen. Aufgewachsen in Cotenou, Benin in Afrika lebte er als Sohn eines Koches in einfachen Verhältnissen. Im Alter von 13 Jahren zog er nach Frankreich, zog bei seinem älteren Bruder ein und begann, in Lyon Medizin zu studieren. Aber er hielt nicht lange durch. Mit 20 Jahren reizte den jungen Einwanderer ein anderes Leben: "Die Schule langweilte mich. Gebildet sein und intelligent sein, sind zwei verschiedene Dinge. Ich dachte, ich wäre klug genug, und vor allem wollte ich ein Entertainer sein." Sein Bruder setzte ihn auf die Straße, Djimon ging ohne Arbeitspapiere und somit auch ohne Aussicht auf legitime Verdienste nach Paris. Fast ein Jahr lang lebte er als Obdachloser auf der Straße, wusch sich in Brunnen. Das persönliche Märchen des dunkelhäutigen Schönen nahm auf einer Parkbank seinen Lauf: Ein Agent bemerkte ihn, und ebnete ihm einen Weg, der Djimon zum erfolgreichen Supermodel des Designers Thierry Mugler auf den Laufstegen in Paris und London machte. "Das Modeln ist eine sehr unwirkliche Welt, doch es holte mich von der Straße", beschreibt Djimon die folgenschwere Wende in seinem Leben.

Durch den Regisseur David Foster kam Djimon Hounsou mit Filmen in Berührung. Als Tänzer in drei seiner Musikvideos fand er Gefallen daran, vor der Kamera zu stehen. Also zog er nach Los Angeles, um dort an seiner Karriere als Schauspieler basteln zu können.

Ein rasanter Lebenswandel

Das tun viele, doch nur wenige sind dabei so erfolgreich wie der Mann aus Benin. Inzwischen kann Djimon Hounsou auf zwei Oscar-Nominierungen stolz sein (die erste gab es für seinen Nebendarstellerauftritt in "In America" aus dem Jahr 2003). Er ist ganz oben angelangt. Sein Gehemnis: Es ist sein Leben, das ihn für seine Rollen so gut vorbereitet hat: Der 42-Jährige hat vieles gesehen, ist ein Garant für Gegensätze. Als Obdachloser in den schmutzigen Straßen von Paris lernte er abschätzige Blick von oben herab kennen. In den Blockbustern "Amistad" und "Gladiator" dann den Glanz Hollywoods.

Bei den 2007er Oscar-Verleihungen war der Schauspieler als Nebendarsteller in dem Bürgerkriegsdrama "Blood Diamond" für den Award nominiert. Den Goldjungen gewann zwar der "Little Miss Sunshine"-Großvater Alan Arkin. Djimon Hounsou kann trotzdem von sich behaupten, vom Glück geküsst worden zu sein. Seine Geschichte ist filmreif und das ist sicher nicht nur Calvin Klein aufgefallen.