Felix Baumgartner, Dietrich Mateschitz
© Picture Alliance / Reuters Felix Baumgartner, Dietrich Mateschitz

Dietrich Mateschitz + Felix Baumgartner Ein Mann hält die Welt in Atem

Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz machte den historischen Sprung von Felix Baumgartner möglich. Nicht das erste Mal, dass der österreichische Unternehmer im Hintergrund die Fäden für spektakuläre Aktionen zog

Andere an seiner Stelle hätten sich vor die Kameras gedrängt,

wären Felix Baumgartner nach der Landung in die Arme gefallen, hätten bei der anschließenden Pressekonferenz in Roswell, New Mexico, mit auf dem Podium gesessen. Nicht so Dietrich Mateschitz. Der 68-jährige Österreicher hat 50 Millionen Euro in die "Mission Stratos" investiert - und sich dann zurückgezogen. Ganz so, wie es seine Art ist.

Als sein Landsmann Baumgartner am Sonntag aus gut 39 Kilometern Höhe auf die Erde sprang, dabei mehrere Weltrekorde brach und viele Millionen Zuschauer auf YouTube und vor den Fernsehern in Atem hielt, rieb sich Mateschitz im stillen Kämmerlein die Hände: Die lebensgefährliche Aktion, die Baumgartner einen Platz in den Geschichtsbüchern sichert, bescherte Mateschitz' Firma Red Bull den größten Erfolg seit der Unternehmensgründung vor 25 Jahren. "Die 50 Millionen haben ihm eine Medienpräsenz im Wert von schätzungsweise einer Milliarde Euro eingebracht", sagt Mateschitz-Biograf Wolfgang Fürweger.

Der zweite Höhenflug für Red Bull am Sonntag: Felix Baumgartner nahm den Firmenslogan "Red Bull verleiht Flügel" wörtlich und sprang aus der Stratosphäre auf die Erde. Hier nach der Landung mit Projektleiter Art Thompson.
© Picture AllianceDer zweite Höhenflug für Red Bull am Sonntag: Felix Baumgartner nahm den Firmenslogan "Red Bull verleiht Flügel" wörtlich und sprang aus der Stratosphäre auf die Erde. Hier nach der Landung mit Projektleiter Art Thompson.

Der Journalist weiß auch, warum der Unternehmer den spektakulären Event nicht zu seiner eigenen Bühne gemacht hat: "Mateschitz will, dass das Produkt wichtig ist, nicht er. Er hasst öffentliche Auftritte, gibt keine Interviews." Ein "Kontrollfreak" sei Mateschitz. Einer, der ein eigenes Societymagazin gegründet hat - in dem er nicht vorkommen darf. Und der einem Fotografen für viel Geld alle Bilder abgekauft hat, die der von ihm gemacht hatte.

Red-Bull-Pilot Sebastian Vettel dominiert die Formel 1, gewann am Sonntag in Südkorea. Auch das zweite Team mit Mark Webber ist erfolgreich.
© ReutersRed-Bull-Pilot Sebastian Vettel dominiert die Formel 1, gewann am Sonntag in Südkorea. Auch das zweite Team mit Mark Webber ist erfolgreich.

Statt auf Partys zu posieren, zieht er lieber im Hintergrund die Fäden. So effektiv, dass der Gewinn von Red Bull vergangenes Jahr um 40 Prozent auf 311 Millionen Euro gestiegen ist. 4,5 Millionen Dosen des süßen Getränks wurden 2011 verkauft - elf Prozent mehr als im Vorjahr. Was für Mateschitz, dessen Privatvermögen auf vier Milliarden Euro geschätzt wird, aber viel wichtiger ist als nackte Zahlen: Spätestens seit dem Sprung des 43-jährigen Baumgartner weiß nun fast jeder, dass Red Bull nicht nur die Formel 1 oder den Fußball-Regionalligisten RB Leipzig sponsert, sondern weltweit unzählige Extremsportler, die sich wagemutig von Felsen ins Meer stürzen, über haushohe Wellen reiten oder sich bei X-Row, der härtesten Ruderregatta der Welt, durchs Wasser kämpfen. Genau das war von Beginn an die Marketingstrategie, die sich Mateschitz für sein Unternehmen zurechtgelegt hat. Rund 30 Prozent des Umsatzes investiert er in Freestyle Motocross, X-Fighters oder Crashed Ice, wie die Sportarten genannt werden. Zum Vergleich: Bei Coca-Cola sind es neun Prozent. "Wir helfen Menschen bei der Verwirklichung ihrer Träume und Ideen", heißt es aus dem Unternehmen.

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