Depression + Borderline: Robin Williams, Anne Hathaway, Jim Carrey, Catherine Zeta-Jones (v.l.)
© Getty Images Robin Williams, Anne Hathaway, Jim Carrey, Catherine Zeta-Jones (v.l.)

Depression + Borderline Warum macht Hollywood seine Stars so krank?

Der Selbstmord von Robin Williams rückt das Thema Depression wieder in den Fokus. Aber sind denn alle Schauspieler depressiv? Gala.de zieht ein Resumeé.

Es könnte sein, dass nach dem Tod von Robin Williams dieses verzerrte Bild vom Spaßmacher am Abgrund ein Klischee ist, das alle Schauspieler unter psychiatrischen Generalverdacht stellt. Wahrscheinlich gibt es nämlich nicht mehr depressive Schauspieler als depressive Lehrer, aber uns fallen immer nur Erstere ein.

Zuletzt natürlich der mit Depressionen kämpfende Schauspieler Robin Williams, der sich am vergangenen Montag (11.August) in seinem Haus nahe San Francisco das Leben nahm. Robins‘ Leben schien so perfekt, viele neue Filme waren bereits abgedreht und umso schrecklicher scheint es, weil er uns immer zum Lachen bringen wollte, er selbst aber so unglücklich war.

Es ist tragisch, dass Robin Williams in der Welt des Glitzer und Glamour mit psychischen Erkrankungen nicht alleine dasteht. Auch Megastars wie Catherine Zeta-Jones, Jim Carrey oder Anne Hathaway leiden am Borderline-Syndrom oder Depressionen.

Medienexperte Prof. Dr. Jo Groebel sagt dazu: "Oben wird die Luft dünner. Im Schnitt haben Prominente von sich aus schon eine entsprechende Persönlichkeitsstruktur und sind anfälliger für psychische Erkrankungen. Einerseits suchen sie gewollt die öffentliche Aufmerksamkeit, aber die lässt sich dann, je weiter sie die Erfolgskurve hinaufklettern, nicht mehr bremsen. Da ist ein Fall dann umso tiefer."

Wichtig wäre zu diesem Zeitpunkt ein stabiles Umfeld, damit man nicht in der sogenannten "Depressionsspirale" hängen bleibt, aber viele Prominente scheitern an Scheinfreundschaften: "Erst geht es steil nach oben mit einer Menge Rollenangeboten, hohen Einspielergebnissen und allem, was man sich nur wünschen kann. Nach dieser Hochphase will der Status Quo gehalten werden – die Leistung wird erhöht, zur Not mit Bootcamp, Botox, Drogen und Alkohol nachgeholfen – und an diesem enormen Druck scheitern die meisten und driften ab", so der Medienexperte.

Weiter sagt Groebel: "Bei Robin Williams kommt noch dazu, dass er als sehr gefühlvoller Schauspieler immer ganz zu seinen subtil traurigen Rollen geworden ist. Das verlangt als Akteur sehr viel Kraft. Sobald also etwas abgedreht ist, suchen Stars nach schneller Entspannung und rutschen so viel leichter in depressive Phasen ab".

Da ist es umso wichtiger, sich Ruhepole zu suchen und sich auch einmal fernab der Massen zu bewegen. Komiker Jim Carrey beispielsweise ist auf dem Weg der Besserung: "Seit kurzem meditiere ich jetzt und bleibe von Alkohol und anderen Drogen fern. Meine Freunde sind sehr stolz auf mich, obwohl ich mich aus dem Showbiz raushalte", so Jim in einem Interview mit der "Gala". Bleibt zu hoffen, dass Angehörige die Warnzeichen einer Erkrankung vorzeitig erkennen und gleich ernst nehmen, ehe es, wie bei Robin Williams, vielleicht zu spät ist.