Dennis Quaid

Kampf um bessere Krankenhäuser

Auf Konferenzen und im eigene Film kämpft Schauspieler Dennis Quaid für mehr Qualität und einen besseren Umgang mit Fehlern im Krankenhaus. Seine eigenen Kinder hätte ein solcher Fehler fast das Leben gekostet

Dennis Quaid

Dennis Quaid

Schauspieler Dennis Quaid setzt sich für bessere Krankenhäuser ein. Mit dieser Botschaft kam er auch Anfang der Woche zu einem Lunchtermin des Nationalen Presseclubs der USA, berichtet "USA Today". Wie unterschiedlich doch die Wahrnehmung vom Versagen von Airlines und dem der medizinischen Versorgung sei, klagte er: Ein Flugzeugabsturz bekomme naturgemäß eine große Aufmerksamkeit und alle berichteten darüber. Wenn aber im Hospital etwas schiefgehe, dann bekomme die Öffentlichkeit das im Zweifelsfall gar nicht mit. Dabei sollen geschätzt rund 100.000 Amerikaner jedes Jahr an Fehlern des medizinischen Personals sterben.

Schicksalsschläge

Hart getroffen

7. September 2009: Schlimme Zeiten für Reinhard Mey. Der Sohn des Liedermachers liegt seit sechs Monaten im Wachkoma
9. Mai 2014: Erneut muss sich Hugh Jackman wegen einer Hautkrebserkrankung behalndeln lassen. Den ersten verdächtigen Hautfleck entdeckte Jackmans Frau Deborra-Lee Furness Ende 2013, woraufhin Hugh das potentiell gefährliche Gewächs sofort entfernen ließ.
5. Mai 2014: Julia Roberts auf einer Trauerfeier für ihre Halbschwester Nancy Motes. Sie war am 9. Februar an einer Überdosis gestorben. "Es ist einfach Herzeleid", sagte die Schasupielerin später dem Magazin "WSJ".
19. Dezember 2013: Jane Birkin hat den wohl schwersten Gang vor sich. Sie muss ihre Tochter Kate Barry zu Grabe tragen. Die Fotografin starb am 11. Dezember nach einem Sturz aus dem Fenster ihres Pariser Appartements. Sie wurde 46 Jahre alt. Die Todesursache ist nicht vollständig geklärt. Die Polizei schließt Suizid nicht aus.

65

Dennis Quaid hat zu diesem eher unglamourösen Thema einen sehr persönlichen Bezug: Als im Jahr 2007 seine beiden Säuglinge, die Zwillinge Thomas Boone and Zoe Grace, zur Behandlung im Krankenhaus waren, bekamen sie versehentlich eine zu hohe Dosis des Blutverdünners Heparin gespritzt. Die Babys verbluteten beinahe und mussten auf der Intensivstation behandelt werden. "USA Today" zitiert Quaid mit den Worten, das Blut sei dünn wie Wasser geworden und einmal sei es fast zwei Meter weit aus der Nabelschnur seines Sohnes bis an die Wand gespritzt.

In einem im Januar 2008 veröffentlichten Untersuchungsbericht der Gesundheitsbehörde wurde festgestellt, dass die Kinder jeweils zwei Ampullen mit 10.000 Einheiten Heparin pro Milliliter erhielten - das 2000-fache dessen, was sie bekommen dürfen. Das bekannte Promi-Krankenhaus Cedars-Sinai, in dem das passierte, hatte hingegen nach dem Vorfall erklärt, die am 8. November von einer Leihmutter geboren Kinder hätten je nur eine Ampulle bekommen. Der Klinkchef Michael Langberg sprach später gegenüber "People" von einem vermeidbaren Fehler.

Quaid ist inzwischen Fürsprecher einer Kampagne, die die Patientenversorgung und - sicherheit verbessern will. Dazu gehören einfache Mittel wie häufiges Händewaschen des Klinikpersonals ebenso wie Strichcodes an den Patientenbetten, um Verwechslungen von Akten und das Risiko einer falschen Medikation zu vermeiden. Die "Quaid Foundation" und ihr prominenter Fürsprecher wollen "Bewusstsein schaffen. Bewusstsein für die möglichen Schäden und auch für die Möglichkeit, unzählige Leben zu retten". Am 22. April feiert ein von Quaid produzierter Dokumentarfilm mit dem Titel "Chasing Zero: Winning the War on Healthcare Harm" in Nizza bei einer Fachtagung Premiere. In den Folgewochen wird der Film im "Discovery Channel" zu sehen sein.

Nach dem Vorfall mit Quaids Zwillingen hat das Cedars-Sinai-Krankenhaus große Summen darin investiert, die Betten mit Strichcodes auszustatten - und den Zwillingen von Dennis Quaid geht es heute wieder gut.

cfu

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