Cristina von Spanien
© Getty Images Cristina von Spanien

Cristina von Spanien Diese Liebe ist ihr Verhängnis

Im laufenden Betrugsprozess hält Cristina von Spanien felsenfest zu ihrem Ehemann Iñaki Urdangarin. Warum bloß? GALA kennt die Hintergründe

Er war ihr Held. Der Ritter in glänzender Rüstung, der die in Beziehungsdingen wenig erfolgreiche Königstochter vor der Einsamkeit rettete. 31 Jahre alt war Cristina von Spanien, als sie den Handballer Iñaki Urdangarin bei einer Party der spanischen Wasserball-Nationalmannschaft in Atlanta kennenlernte. Aus Sicht ihrer Eltern ein "spätes Mädchen", das dringend an den Mann gebracht werden musste. Welch ein Glück, als der attraktive 1,97-Meter-Hüne sie anplauderte. Inzwischen mag es komisch klingen, doch sie verliebte sich – neben den offensichtlichen Vorzügen Iñakis – vor allem in seine bodenständige Art. So zog das Paar nach der Hochzeit 1997 in eine Mietwohnung. Ganz einfach, weil das für ihr Leben passender erschien.

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Gerichtsalltag

Hochromantisch klang es, als sie kurz vor dem großen Tag in einem Interview gefragt wurden, wie ihre gemeinsame Zukunft aussehen solle. Cristina lächelte nur, Iñaki Urdangarin antwortete nach einer Kunstpause: „Wie ein Märchen“. Das Märchen verwandelte sich längst in einen veritablen Albtraum. Statt in Genf bei den vier Kindern wohnt das Paar derzeit in Palma de Mallorca, muss dort an jedem Verhandlungstag vor Gericht erscheinen.

Iñaki Urdangarin ist wegen Unterschlagung, Betrug, Dokumentenfälschung, Steuerhinterziehung und Geldwäsche angeklagt, die Prinzessin wegen Beihilfe zum Steuerbetrug. Urdangarin soll sechs Millionen Euro der Stiftung Nóos, über die er als Vorsitzender Kongresse organisierte, veruntreut haben. Demnächst wird auch Cristina von den drei Richterinnen befragt.

Mehr Zusammenhalt denn je

Wer die Spanierin und Iñaki Urdangarin beim täglichen Gang zum Gericht beobachten kann, sieht Erstaunliches. Wenn das Paar der Limousine entsteigt, die sie zur Verhandlung bringt, wirken beide vertraut, lächeln sich noch einmal zu. Doch kaum geht es Richtung Fotografen, rückt man auseinander.

Die Erklärung hierfür liefert Königshausexpertin Pilar Eyre: "Das liegt an der Strategie ihrer Anwälte. Iñaki hat sich bereits damit abgefunden, dass er ins Gefängnis muss. Die Mission heißt jetzt: Rettet die Bourbonin! Cristina soll als unschuldige Ehefrau dargestellt werden, die von nichts wusste." Um dies zu belegen, treten die Eheleute in der Öffentlichkeit betont distanziert auf. Die Wirklichkeit sei jedoch eine ganz andere: Der Skandal, sagt Pilar Eyre, habe sie nur noch viel enger zusammenrücken lassen. "Sie halten sich für unschuldig, kämpfen vereint gegen den Rest der Welt, der ihnen nur Böses will."

Cristina von Spanien: Die Gefühle von Prinzessin Cristina, 50, für Iñaki Urdangarin, 48, kann nichts zerstören. Die wiederkehrenden Fremdgehgerüchte um den Gatten ignoriert sie geflissentlich
© Getty ImagesDie Gefühle von Prinzessin Cristina, 50, für Iñaki Urdangarin, 48, kann nichts zerstören. Die wiederkehrenden Fremdgehgerüchte um den Gatten ignoriert sie geflissentlich

Auf Sparflamme?

Auch finanzielle Sorgen einen die beiden: So setzte das Gericht jetzt schon die Summe von 14 Millionen Euro für mögliche Schadenersatzforderungen fest, die im Falle einer Verurteilung bereitgestellt werden müssen. Cristina verkaufte deshalb ihre 6,9-Millionen-Euro-Luxusvilla in Barcelona und zwei Stadtwohnungen in Palma.

Bizarr: Sparen ist trotzdem nicht angesagt. Ihren 50. Geburtstag feierte Cristina für 6000 Euro in einem Genfer Luxusrestaurant; die Eliteschule ihrer Kinder kostet pro Jahr insgesamt 120000 Euro. Seit August 2013 lebt die Familie in einer 12-Zimmer-Wohnung in Genf, für die monatlich rund 8000 Euro berappt werden müssen. Eine Putzhilfe feudelt dort täglich, kümmert sich ums Gröbste.

Die restliche Hausarbeit fiel bis zum Start des Prozesses dem arbeitslosen Iñaki Urdangarin zu. Er brachte die Kinder zur Schule, führte Familienhund Kobe Gassi.

Die Liebe ihres Lebens

Häufig sah man den Ex-Sportler im Supermarkt den Einkaufswagen füllen, oft Hand in Hand mit der ihn anhimmelnden Cristina. Seltsam wirken solche Szenen, als würde die Prinzessin nicht erkennen, dass dieser Mann sie gerade in den Abgrund reißt.

Eine Freundin bringt Cristinas Gefühle gegenüber der spanischen „Vanity Fair“ auf den Punkt: "Ich habe selten eine Ehefrau gesehen, die so verliebt in ihren Mann ist. Sie steht hinter ihm, egal was passiert." Sollte Iñaki Urdangarin zu einer Gefängnisstrafe verurteilt werden, würde Cristina auf jeden Fall auf ihre große, einzige Liebe warten. Anders kann ihr Märchen nicht ausgehen.