Claude Chabrol

Berühmter Regisseur ist tot

Claude Chabrol ist im Alter von 80 Jahren gestorben. Der Regisseur, Produzent, Autor und Schauspieler wurde vor allem durch seine sozialkritischen Filme über das französische Bürgertum bekannt

Claude Chabrol

Claude Chabrol

Das französische Filmgenie Claude Chabrol starb am Sonntag (12. September) im Alter von 80 Jahren in seinem Geburtsort Paris, teilte Christophe Girard mit, der dem Pariser Bürgermeister als Kulturbeauftragter unterstellt ist. Girard würdigte den Verstorbenen mit den Worten: "Er war ein großer französischer Regisseur: offen, unverschämt, politisch und schwatzhaft."

Schon in seiner Jugend interessierte sich Claude Chabrol für Filme. Ende der 1950er Jahre wurde er Filmkritiker und erfand mit Kollegen wie , Eric Rohmer und mit der "Nouvelle Vague" eine neue filmische Stilrichtung. Dabei wollten die Filmemacher keine Literatur verfilmen, sondern Beobachtetes wieder erschaffen. Unter dem Schlagwort "Autorenkino" zeichnet es sich bis heute dadurch aus, dass jeder Film die typische Handschrift seines Regisseurs trägt.

Seinen ersten Erfolg hatte Claude Chabrol 1959 mit "Les cousins". Wie er damals zum Film kam, erklärte er der Presse einmal so: "Meine erste Frau stammte aus reichem Hause, und wir haben im Grunde nichts anderes gemacht als dekadente Partys zu veranstalten. Als sie dann auch noch ihre Oma beerbte, wussten wir gar nicht mehr, wohin mit dem Geld. Da beschloss ich, einen Film zu drehen, um wenigstens einen Teil der Kohle auszugeben. Unglücklicherweise war der Film erfolgreich, und so sah ich mich gezwungen, einen zweiten zu machen."

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In rund 50 Jahren hat Claude Chabrol, dessen Vorbild war, über 70 Filme gedreht - überwiegend Krimis. Seine Werke, wie "Die untreue Frau", "Das Biest muss sterben", "Der Schlachter" oder "Blutige Hochzeit" befassten sich überwiegend sozialkritisch mit dem französischen Bürgertum. 2009 drehte Chabrol seinen letzten Kinofilm. In dem melancholischen Krimi "Bellamy" arbeitete er erstmalig mit zusammen.

In einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" sagte Chabrol 2007: "Filmen ist für mich wie eine Droge, ohne die ich nicht leben kann. Was sollte sich denn auch sonst treiben". Zwei Jahre später wurde er auf der "Berlinale" für sein Lebenswerk ausgezeichnet.

kma

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