Christoph Schlingensief
© Getty Images Christoph Schlingensief

Christoph Schlingensief Sein letzter Wunsch

Der krebskranke Christoph Schlingensief spricht über seinen Tod und das, was er vorher noch zu erledigen hat: Ein Festspielhaus in Afrika

Christoph Schlingensief kämpft gegen den Krebs, der - leider kaum von den letzten Operationen erholt - wieder zurückgekehrt ist. Seine Ärzte geben ihm aktuell noch fünf Jahre. Doch Schlingensief hat noch eine große Aufgabe zu erfüllen, vorher ist er nicht bereit, den Tod zu akzeptieren. In einem Interview mit "aspekte" sagte der Regisseur: "Ich kann nicht einfach die Augen zumachen und sagen das war's. Man kann hier nicht einfach nur abhauen und sagen, jetzt bin ich im Himmel angekommen und alle sind glücklich. Und gehen noch ein paar mal zum Grab. Das ist es nicht. Es muss ein größerer Gedanke in einem sein."

Vor seiner ersten Krebs-Operation hat Christoph Schlingensief ein Gelübde abgelegt. Er will in Afrika ein Festspielhaus bauen, darin soll es auch eine Schule, eine Kirche und eine Krankenstation geben – kurz eine künstlerische Sozialstation. Dieses Festspielhaus nimmt langsam immer mehr Form an. Außenminister Steinmeier kündigte bereits an, das Auswärtige Amt würde zusammen mit dem Goethe-Institut das Projekt tatkräftig unterstützen.

Schlingensief ist bereits kurz nach seiner zweiten Operation nach Afrika gereist, um sich verschiedene Orte anzuschauen. Solche Trips waren strapaziös, dennoch brauchte der Skandalregisseur diese aktive Form der Erholung.

Seine Lebensgefährten Aino Laberenz spricht in der "ARD"-Dokumentation " Christoph Schlingensief: Sein Leben, seine Kunst" ganz offen über die Zeit, wenn ihr Partner am Ende seiner Kräfte angekommen sein sollte: "Es gab dieses Abkommen, wenn alles scheiße ist, wenn gar nichts mehr geht. Wenn es wirklich so aussieht, dass er klar stirbt, dann habe ich ihm die Hand darauf gegeben, dass man dann nach Afrika fährt und hier die letzten Stunden erlebt." In einem "Spiegel"-Interview erklärte Schlingensief seine Verbundenheit mit Afrika, die er schon seit 30 Jahren spürt. Es sei etwas Spirituelles, ein zur Ruhe kommen.

Christoph Schlingensief bleibt zu wünschen, dass er die Kraft findet, noch viele weitere Afrikareisen zu unternehmen, um seinen Traum verwirklichen zu können.

csc