Christian Bale Kasteien für die Kunst?

Dunkle Augenhöhlen, schmale Lippen, eingefallene Wangen: Christian Bale starrt als klappriger Junkie in die Kameras am Set von "The Fighter". Für seine Rollen mutet der Star seinem Körper viel zu - vielleicht zuviel?

Christian Bale ist mit Leib und Seele

Schauspieler. dabei hat er sich seinem Beruf so verschrieben, dass sein Leib tatsächlich leidet - überschreitet der Perfektionist für seine Kunst inzwischen die Grenzen der eigenen Belastbarkeit?

Sein aktuelles Filmprojekt, das auf einer realen Geschichte beruht, verlangt Bale schier Unmenschliches ab: Für "The Fighter" schlüpft er in die Rolle des Dickie Eklund, der Boxer, Trainer und leider auch Crack-Junkie war und seine Karriere letztlich aufgrund seiner Drogensucht beenden musste. Den Junkie mimt Christian dabei wahrlich überzeugend. Natürlich tragen die Visagisten ihren Teil zu seinem erschütternden Erscheinungsbild bei - so wurde dem Schauspieler etwa das Haar extrem ausgedünnt, Make-up-Schattierungen perfektionieren den kranken Look. Doch maßgeblich ist und bleibt die Extremdiät, mit der Christian Bale seinen Körper bis an seine Grenzen treibt.

Und es ist nicht das erste Mal, dass sich der Perfektionist zum Skelett hungert: 2004 schockte er seine Fans mit einem KZ-gleichen Anblick. In "Der Maschinist" leidet er als Fabrikarbeiter Trevor Reznik über ein Jahr an Schlaflosigkeit; um diese verzehrende Qual auch körperlich sichtbar zu machen, nahm Christian Bale beinahe 30 Kilogramm ab. Das entsprach nahezu einem Drittel seines Ausgangsgewichts. Seine Radikaldiät bestand aus Salat, Kaugummi und fettarmen Latte Macchiato. An manchen Tagen aß er lediglich einen Apfel und eine Dose Thunfisch.

Und als sei dies nicht schon genug Stress für seinen Körper, fing er mit voller Absicht wieder mit dem Rauchen an, um das Hungergefühl zu betäuben. Die Konsequenz: Letztlich fühlte der 35-Jährige sich so schwach, dass er in den wenigen Szenen, in denen er rennen musste, kaum dazu in der Lage war - es war schlicht und einfach kaum noch Beinmuskulatur vorhanden. Die Produzenten verlangten schließlich, dass Bale seine Extremdiät stoppt, da sie ernstahft um seine Gesundheit fürchteten. Hätten sie ihren Hauptdarsteller nicht davon abgehalten, wäre dieser sicher nicht von seinem Plan abgewichen, sich auf 45 Kilo herunterzuhungern.

Jeder Berufskollege hätte sich nach einer solchen Grenzerfahrung wohl erst einmal eine Auszeit gegönnt. Doch nicht Christian Bale. Er stürzte sich direkt in ein neues Projekt: "Batman Begins".

"Was soll ich dazu sagen, ich verachte nun mal romantische Komödien und suche mir lieber Projekte, in denen ich mich fordern kann und so weit wie möglich hinter den Figuren verschwinden kann," erklärt Bale dem "Rolling Stone". Um den Comic-Helden Batman auch wirklich überzeugend mimen zu gönnen, musste er eine stattliche und muskulöse Gestalt annehmen: In weniger als sechs Monaten nahm der Brite 46 kg zu, die Waage sprang von schwachen 58 kg zu massigen 105 kg. Als Bale erschrocken feststellte, dass er sogar ein bisschen zu viel zugenommen hat, reduzierte er sein Gewicht zu Drehbeginn wieder auf 86 kg. Doch die ersten Tage des Trainings nach "Der Maschinist" waren die pure Qual: "Ich konnte keine einzige Liegestütze, man schickte mich zu einem Trainer, der mich am T-Shirt hochhalten musste," erzählt Bale dem "New Zealand Herald".

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