Cecil der Löwe ist tot: Cecil der Löwe war der Star des Hwange-Nationalparks
© Screenshot aus einem Youtube-Video von Bryan Orford Cecil der Löwe war der Star des Hwange-Nationalparks

Cecil der Löwe ist tot So reagieren die Promis

Er war der Liebling im Hwange-Nationalpark in Simbabwe: Löwe Cecil, groß, stark, mit seiner schwarzen Mähne besonders auffällig. Dann kam ein US-Zahnarzt, lockte ihn aus seiner Schutzzone und erschoss ihn. Jetzt herrscht im Internet Jagdstimmung

Update: Weltweit sorgte der Fall des getöteten Löwens Cecil für Entsetzen. Auch viele Promis haben sich jetzt zu dem schrecklichen Vorfall geäußert: "Tiere sind keine Trophäen. Niemals", schrieb US-Schauspielerin Mia Farrow, 70, auf Twitter .

"Jagen ist kein Sport. Beim Sport wissen beide Seiten, dass sie mitspielen", twitterte Paris Hiltons Schwester, Model Nicky Rothschild, 32.

Late-Night-Talker Jimmy Kimmel, 47, zeigte sich in seiner TV-Show sichtlich berührt, als er über den Vorfall redete. Er bat um Spenden für eine Tierschutzorganisation. "Vielleicht können wir der Welt zeigen, dass nicht alle Amerikaner so sind."

Der britische Komiker Ricky Gervais, 54, postete ein Foto von Cecil: "Ich kann mich nicht daran erinnern, jemals etwas Schöneres gesehen zu haben", schrieb er auf Twitter.

Auch die für ihre Tierschutz-Aktivitäten bekannte Hollywood-Schauspielerin Nikki Reed zeigte sich entsetzt. Auf Instagram schrieb die 27-Jährige, dass sie hofft, dass Cecils Tod die Debatte um die Jagd auf seltene Tiere neu anheizt und der Schutz bedrohter Tierarten mehr ins Bewusstsein der Menschen rücken wird.

"Beverly Hills, 902010"-Star Shannen Doherty, 44, schimpfte derweil auf Twitter: "Walter Palmer sollte in Simbabwe ausgesetzt und den Einheimischen überlassen werden. #CecilderLöwe."

"The Big Bang Theory" -Star Kaley Cuoco, 29, teilte auf ihrem Instagram-Profil ihre Trauer über den Tod von Cecil mit ihren Fans: "Mein Herz blutet deinetwegen. Was mit Dir passiert ist, tut mir leid, Du großartiges Tier."

Auch Arnold Schwarzenegger (68, "Terminator: Genisys") äußerte in einem Tweet seinen Unmut und verwies ebenfalls auf eine Spendenseite für Raubkatzen. "Große Katzen zu beschützen ist ebenso draufgängerisch", schrieb die Action-Ikone und ergänzte: "Hört auf sie zu töten!" Unter dem Hashtag #5forBigCats unterstützen unter anderem er und Leonardo DiCaprio (40, "The Wolf of Wall Street") den Welt-Löwen-Tag am 10. August.

Was ist geschehen?

Cecil, ein dreizehn Jahre alter Löwe mit auffälliger schwarzer Mähne, lebt mit seinem Rudel eigentlich in einer Schutzzone, in der nicht gejagt werden darf. Den Jägern wird vorgeworfen, den Löwen mit einem Tierkadaver, den sie an ihr Auto gebunden hatten und herumschleppten, aus der Schutzzone herausgelockt zu haben. Sie schossen mit Pfeilen auf ihn, verletzten ihn aber nur. 40 Stunden schleppte sich das verwundete Tier weiter, verfolgt von den Jägern. Dann töteten sie Cecil mit einem Gewehr, häuteten ihn, köpften ihn und ließen die Überreste liegen, meldet die " Zimbabwe Conservation Task Force " (ZTFC), ein Tierschutzverband. Diese wiederum konnten gefunden werden, weil Cecil Teil einer Studie an der Universität Oxford war und einen GPS-Chip trug. Den Jägern war es nicht gelungen, diesen zu zerstören, obwohl sie es nach Angaben von ZTFC versucht haben sollen.


Der Jäger-Tourist aus den USA

Der ausländische Jäger, der das blutige Schlachten finanziert hatte, war zuerst für einen Spanier gehalten worden. Inzwischen aber ist bekannt, dass es sich um einen Zahnarzt namens Walter Palmer aus der Nähe von Minneapolis handelt. Die Medien haben ihn aufgespürt und zu einer Stellungsnahme bewegt. Er sagt nach Berichten von "BBC", er habe sich ganz auf seine einheimischen Führer verlassen und sei im Glauben gewesen, es sei eine legale Jagd. Sie hätten alle notwendigen Genehmigungen gehabt. Außerdem hätten weder Behörden aus Simbabwe noch aus den USA ihn bisher in der Sache kontaktiert. "Ich bedauere sehr, dass mein Verfolgen eines Hobbys, das ich liebe und verantwortungsbewusst ausübe, dazu geführt hat, dass dieser Löwe getötet wurde."

Cecil der Löwe ist tot: Dieses Bild von der Jägerseite "Trophy Hunt America" verbreitet sich im Internet und soll den Zahnarzt Walter Palmer (links) mit einem Jagdgefährten und einem anderen Löwen zeigen.
© Trophy Hunt AmericaDieses Bild von der Jägerseite "Trophy Hunt America" verbreitet sich im Internet und soll den Zahnarzt Walter Palmer (links) mit einem Jagdgefährten und einem anderen Löwen zeigen.


Solche Sätze werden nicht dazu beitragen, dass er die aufgebrachten Tierschützer versöhnt, die in den vergangenen Tagen zu Tausenden via Internet auf die Geschichte aufmerksam wurden. Adresse, Telefondaten, Wohnort und Ferienhaus des Zahnarztes wurden aufgedeckt, sogar Bilder seiner Frau und seiner zwei Töchter veröffentlicht. Er wurde beschimpft und bedroht und die Facebookseite seiner Zahnarztpraxis überrannt - die ist inzwischen offline. Und auch die Praxis bleibt nach Berichten von Lokalmedien zunächst geschlossen. An der Tür soll ein Zettel hängen, der an eine PR-Agentur verweist, die nun offenbar die Kommunikation übernehmen und die Wogen glätten soll.

Empörte Stars

Auch Stars bezogen Stellung, unter anderem der Komiker Ricky Gervais. Er twitterte: "Es ist nicht fürs Essen. Es ist nicht das Schießen, sonst würden auch Blechbüchsen ausreichen. Es muss der Spaß am Töten sein. Total irre." ("It's not for food. It's not the shooting, or tin cans would do. It must just be the thrill of killing. Mental.")

Und der britische TV-Moderator Piers Morgan schrieb: "Ich würd so gern mit dem Mörder-Zahnarzt jagen gehen, damit ich ihn ausstopfen und an meine Bürowand hängen kann."

Was passiert nun?

Die Behörden in Simbabwe haben die einheimischen Führer verhaftet. Ihnen sollen bis zu 15 Jahre Gefängnis drohen. Der "Guardian" berichtet, der Jäger- und Führerverband von Simbabwe vertrete die Ansicht, es habe sich um eine legale private Safari gehandelt. Simbabwes Regierung soll nach den Berichten aber die Meinung vertreten, der Abschuss sei illegal, weil in einer Schutzzone erfolgt.

Cecil war der Kopf eines Löwenrudels, in dem es derzeit sechs Junge gab. Die Tierschützer befürchten, dass der neue stärkste Löwe im Rudel die sechs Löwenkinder nun töten wird, um die Löwinnen zu ermutigen, sich mit ihm zu paaren.