Carla Bruni
© Getty Carla Bruni

Carla Bruni Vorhang auf für die Liebes-Show

Nicht nur die Franzosen wundern sich: Sind es wirklich große Gefühle, die Präsident Nicolas Sarkozy und Carla Bruni verbinden? Oder steckt hinter dieser Beziehung ein riesiger PR-Coup?

Strahlen, winken, Händchen halten - und dabei immer schön in die Kameras schauen.

Hier noch ein Küsschen auf die Wange, da noch ein schmachtender Blick. Es war bemerkenswert, wie offensiv sich Nicolas Sarkozy, 52, und Carla Bruni, 39, beim Liebesurlaub in Ägypten für die Presse in Szene setzten. Auch im Tal der Könige bekam jeder, wirklich jeder Journalist sein Foto von Frankreichs neuem Traumpaar, das den Wirbel auffällig entspannt über sich ergehen ließ. Selbst Touristen, die es auf einen Schnappschuss abgesehen hatten, wurden bedient. Zurückhaltung wie beim ersten gemeinsamen öffentlichen Auftritt im Disneyland Paris Mitte Dezember? Fehlanzeige! Während Bruni nicht nur als Model, sondern auch als Freundin vieler Showgrößen immer schon ein Faible fürs Blitzlichtgewitter hatte, findet auch Sarkozy immer mehr Gefallen an derartigen Auftritten. In Ägypten posierte er betont lässig mit aufgeknöpftem Hemd und Fliegerbrille an der Seite seiner neuen Freundin.

"Die ganze Zeit schien es so, als wolle er in die Welt hinausposaunen, dass er tatsächlich mit Carla zusammen ist", bringt ein Beobachter seine Eindrücke gegenüber GALA auf den Punkt. Lautstarke Kritik der Opposition an seinem "prahlerischen Benehmen" und der Tatsache, dass Sarkozy sich für den Flug nach Luxor die Privatmaschine des befreundeten, milliardenschweren Geschäftsmanns Vincent Bolloré lieh, prallt derweil an ihm ab. Der Elysée- Palast hüllt sich zum aktuellen Privatleben des Staatschefs zwar weiterhin in Schweigen - aber wer braucht nach so eindeutigen Szenen noch eine offizielle Bestätigung? Allein die Tatsache, dass auch Sarkozys Sohn Jean, 20, ihn und seine Angebetete nach Ägypten begleiten durfte, zeigt, wie ernst es ihm ist. Aber womit eigentlich genau?

Bis ins kleinste Detail

schien die "Sarkobruni"-Liebesshow kalkuliert. Eine Inszenierung ganz nach dem Geschmack des für medienwirksame Auftritte bekannten Präsidenten. Bei manchen seiner kritisch eingestellten Kollegen und Mitbürger allerdings hinterlässt sie einen faden Nachgeschmack. Zumal das Privatleben von Staats- und Regierungschefs in Frankreich bis dato als tabu galt. "Viel zu öffentlich, zu glatt, zu aufgesetzt", granteln Kommentatoren in Zeitungen wie dem "Figaro" angesichts des zur Schau gestellten Glücks. Die neue Liaison komme für den Machtmenschen Sarkozy "wie gerufen, um Peinlichkeiten der vergangenen Wochen vergessen zu machen", mutmaßt Ségolène Royal, seine Konkurrentin im letztjährigen Wahlkampf um die Präsidentschaft. Damit spielt sie nicht nur auf den umstrittenen Staatsbesuch von Libyens starkem Mann Muammar al-Gaddafi an. Auch die vom Wahlvolk ungeliebten Reformbeschlüsse oder die ungelöste Rentenproblematik - das alles hat Spuren hinterlassen und Sarkozy in Umfragen abstürzen lassen.

Carla Bruni bei einem Auftritt im französischen Fernsehen
© Wireimage.comCarla Bruni bei einem Auftritt im französischen Fernsehen

Höchste Zeit also für den kleinen Mann mit dem großen Ego, um mit Hilfe seiner einflussreichen Freunde in der Medienbranche gegenzusteuern. Das klappte bereits im Herbst, als die Verkündung seiner Scheidung von Cécilia von den Eisenbahnerstreiks ablenkte - perfektes Timing. Wie ein Geschenk des Himmels muss es ihm vorgekommen sein, als er Ende November bei einem Dinner des Werbemanagers Jacques Séguéla die in Frankreich aufgewachsene Italienerin Carla kennenlernte. "Ich habe live miterlebt, wie der Präsident sich blitzartig verliebt hat", erinnert sich Séguéla. Und auf einmal steht Sarkozy in der Öffentlichkeit wieder als Siegertyp da. Als einer, der die schönsten Frauen für sich gewinnt. Frauen vom Kaliber einer Carla Bruni, die in den Neunzigern mit Supermodels wie Naomi Campbell und Claudia Schiffer auf Augenhöhe war, die für Dior, Chanel und Lagerfeld über den Catwalk stöckelte, dafür bis zu fünf Millionen Euro Jahresgage kassierte und 2002 mit ihrem Debütalbum ("Quelqu'un m'a dit") auch als Chansonsängerin einen Millionenerfolg feierte. Steckt hinter dem massenwirksam ausgeschlachteten Geturtel am Ende nur ein Coup mit absehbarem Liebes-Aus? Eine PR-Geschichte, die Sarkozys Image aufpolieren soll? Britische Tageszeitungen berichten amüsiert über den "Playboy-Präsidenten" und die "Sarkozy-Seifenoper". Nur die US-Medien lassen den Zirkus um Carla und Nicolas links liegen - ein derart liebestolles Staatsoberhaupt wird im moralinsauren Amerika erst mal lieber totgeschwiegen.

Aber selbst wenn sich entgegen der allgemein herrschenden Skepsis am Ende tatsächlich die große Liebe anbahnen sollte, bleibt eine entscheidende Frage: Wie lange wird Monsieur le Président sein chérie halten können? Carla Bruni blickt in Sachen Männer auf eine bewegte Vergangenheit zurück und steht in Interviews auch heute noch zu ihrem Jagdinstinkt. "Ja, ich habe die Kerle gerne als Objekte gesehen. Dieser Widerspruch zur traditionellen Rollenverteilung hat mich immer amüsiert", sagt der Spross aus dem millionenschweren Pirelli-Clan. Im Klartext heißt das: Die schöne Kluge - sie studierte auch mal Architektur - nahm sich immer wieder Kerle, die ihr gefielen, und warf sie weg, sobald sie ihr langweilig wurden.

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