Carla Bruni Der Staat bin ich

Vom Model zur Präsidentenflüsterin: Carla Bruni setzt Schönheit und Verstand ein, um ihre ehrgeizigen Ziele zu erreichen

Die Macht und ihr Preis: Sie hinterlässt Spuren, verändert die Menschen. Die Gesichter. Und die Seelen. Das muss auch Carla Bruni, 41, lernen, seit sie nicht mehr nur das ehemalige Model mit Zweit-Karriere als Sängerin ist, seit sie die Ehefrau an der Seite von Nikolas Sarkozy, 54, wurde, einem der mächtigsten Männer der Welt.

Es ist zwar nur ein Zufall, aber es passt perfekt, dass in dieser Woche zwei Bilder von Carla Bruni um die Welt gingen, die zeigen, wie sehr sie sich verändert hat. Auf der Trauerfeier für die Opfer des über dem Atlantik abgestürzten "Air-France"-Flugzeugs präsentierte sie sich als perfekte Première Dame an der Seite ihres Mannes - gefasst, aber sichtlich bewegt, vor allem aber angemessen staatstragend. Und mit diesem leicht erschöpften Blick, der seit einiger Zeit nicht nur in schweren Stunden zu ihr gehört wie ihre französischen Designer-Kostüme.

Und dann gibt es da dieses ganz andere Foto, das gerade für Aufregung gesorgt hat. Ein Porträt der US-Fotografin Pamela Hanson, das vor wenigen Tagen im Berliner Auktionshaus "Villa Grisebach" für rund 13000 Euro versteigert wurde. Eine Summe, die die Erwartungen übertroffen hat, aber deutlich unter den 63000 Euro liegt, die ein Bruni-Akt von Michel Comte im April 2008 erzielt hatte. Die jetzt verkaufte Aufnahme zeigt Carla Bruni 1994, auf dem Höhepunkt ihrer Model-Karriere - nackt und von einem Laken nur spärlich bedeckt. Sie rekelt sich, wirkt verspielt und verträumt, als würde sie nichts weniger interessieren als der Gedanke an morgen. Nichts an ihrer Pose, nichts in ihrer Mimik lässt erahnen, dass aus ihr einmal eine Frau werden würde, die plant, taktiert, intrigiert und die Geschicke einer ganzen Nation beeinflusst.

Dass sie Monsieur le Président das politische Feld nicht allein überlässt, ist in Frankreich ein offenes Geheimnis und ein heiß geliebtes Small-Talk-Thema. Man erzählt sich, wie sie hinter den Kulissen die Strippen zieht, wie sie keine Gnade kennt, wenn es darum geht, unliebsame Konkurrentinnen aus dem Weg zu räumen.

Ihr prominentestes Opfer soll Rachida Dati sein. Noch vor einem Jahr zählte die Justizministerin zu Sarkozys engsten Vertrauten. Sie war sein erklärter Liebling im Kabinett und auf fast allen Reisen dabei. Nun musste die 43-Jährige bei den Europawahlen am 7. Juni als bürgerliche Spitzenkandidatin antreten. Für Insider ein raffinierter Schachzug Brunis: Sie habe ihren Mann immer wieder in diese Richtung manipuliert, damit die vermeintliche Rivalin Dati am Ende in die Provinz entschwindet.

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