Carla Bruni

Die Carla-Bruni-Show

Mit ihrem Charme machte Carla Bruni den Besuch von Nicolas Sarkozy in England zu einem vollen Erfolg: So polierte die "Geheimwaffe" Carla das ramponierte Image ihres Gatten auf

Carla Bruni

Carla Bruni bezauberte mit ihrem Jackie-O.-Stil

Carla Bruni bezauberte mit ihrem Jackie-O.-Stil

Bei der Parade wurde Nicolas Sarkozy

wohl doch etwas unsicher. Als die königliche Garde im Innenhof von Schloss Windsor im donnernden Gleichschritt vor der Bühne aufmarschierte, tastete Frankreichs Staatsoberhaupt, 53, nach der Hand seiner Première Dame. bemerkte es und ergriff zielstrebig die Rechte ihres Ehemanns. Dann ein kurzer Blick, ein kleines Lächeln - und die Anspannung wich von . Die staatstragende Szene bekam dadurch etwas Rührendes: und Hand in Hand, ganz so, als wollten sie sich gegenseitig Mut machen. Eingerahmt auf dem Podium von und , davor die bewaffneten Elitesoldaten in ihren schwarzen Bärenfellmützen und grauen Mänteln.

Nur ein kurzer Augenblick bei dem Staatsbesuch von Nicolas Sarkozy und Carla Bruni in Großbritannien, doch einer von vielen, mit denen die 39-Jährige die Herzen der Briten für sich und für ihren Gatten gewann. Denn gerade ein Besuch bei der 81-jährigen Queen kann zu einem Spießrutenlauf der Etikette werden, so viele Vorschriften birgt das strenge britische Hofreglement. Und für das französische Paar war die Visite auf der Insel nach einer Reise in den Tschad der erste richtig große Auftritt, den es in Europa auf dem diplomatischen Parkett absolvierte. Das Ergebnis: Das Ex-Model bekam Bestnoten von der britischen und französischen Presse. Sie habe "Frankreich einen großen Dienst erwiesen" lobt "Le Figaro". Ihr Hofknicks vor Elizabeth II.? "Perfekt", "vollendet" finden "Daily Mail" und "Libération". Ihr Kleidungsstil? Der erinnerte viele an . Bruni, komplett in Dior gekleidet, trug unter anderem den Pillbox-Hut, der das Markenzeichen der legendären First Lady der USA war. Für die Berichterstatter war sie jedenfalls eindeutig die "Queen of Style".

Wo auch immer diese Königin hinblickte, wessen Hand sie auch ergriff, stets wurde sie mit einem strahlenden Lächeln empfangen. , Camilla, die Abgeordneten im Parlament, Premierminister und Gattin Sarah, die Schaulustigen auf den Straßen - alle schien der Charme von Bruni zu verzaubern. Ihr größter Fan dürfte jetzt Prinz Philip sein. Beim Bankett auf Schloss Windsor saß sie an der 55 Meter langen Tafel neben dem 86-Jährigen. Bei Filets vom Glattbutt und Lamm und einem 1962er Rotwein des berühmten französischen Weinguts Château Margaux verstanden sich die beiden prächtig. Charmant parlierte Philip auf Französisch und lachte immer wieder herzlich.

Queen Elizabeth begrüßte Carla Bruni freundlich

Queen Elizabeth begrüßte Carla Bruni freundlich

Dabei war die Atmosphäre auf der diplomatischen Ebene vorher verschnupft, weil Sarkozy die Reise auf zwei Tage eingedampft hatte; gleichzeitig druckten viele britische Tageszeitungen das 15 Jahre alte Nacktfoto von Bruni, das am 10. April beim Auktionshaus Christie's versteigert wird. Das gab dem feierlichen Anlass einen peinlichen Beigeschmack. Doch jetzt? Kein zweites Waterloo. Die Beobachter sind sich einig: Dass der Staatsbesuch ein solcher Erfolg wurde, lag nicht nur daran, dass Sarkozy für eine "neue französische- britische Brüderlichkeit" plädierte. Bruni, Tochter aus einer reichen italienischen Industriellen- und Künstlerfamilie, habe mit ihrer frischen Art und ihrer Weltläufigkeit großen Anteil am Gelingen.

Auf die Reise nach London soll sie sich gründlich vorbereitet haben. Offiziell wolle sie als Bruni-Sarkozy angeredet werden, ließ sie dem Buckingham-Palast mitteilen. Den Hofknicks übte sie angeblich fleißig mit ihrer Mutter Marisa, die sie auf der Reise begleitete, und ihre Garderobe stellte sie in enger Absprache mit dem Élysée-Palast zusammen. Brunis Handtaschen ähnelten im Stil denen von Elizabeth, und während Nicolas Sarkozy manchmal nervös wirkte, umschiffte Bruni taktvoll die tückischen Klippen. Da ihr Gatte und die Queen deutlich kleiner sind, trug die langbeinige Italienerin nur flache Schuhe. Auf dem offiziellen Foto senkte sie den Kopf, um nicht die größte Person auf dem Bild zu sein. Und nicht nur an ihrem Auftreten hat Bruni intensiv gefeilt. Aufmerksam verfolgt Frankreichs Öffentlichkeit, wie die frischgebackene First Lady in den letzten Wochen aus dem protzigen "Président bling-bling" einen dezenten Staatsmann gemacht hat. Mit Erfolg: Verlor Sarkozy vorher dramatisch an Zustimmung, finden jetzt laut einer Umfrage von "Le Figaro" 58 Prozent der Franzosen, dass Bruni den Stil des Präsidenten verbessert habe. "Libération" spricht bereits von der "Carla-Strategie" und nennt Bruni eine "Geheimwaffe". Wie effektiv die sein kann, hat sie jetzt zum ersten Mal bewiesen.

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