Beckhams

Das fängt ja gut an ...

Passen Victoria und David Beckham vielleicht doch nicht so gut nach Los Angeles? Die geplante Reality-Show könnte mehr schaden als nutzen. Und ein passendes Haus haben sie auch noch nicht

Victoria Beckham

Ihre Pläne

Der neue Kurzhaarschnitt mit den blonden Strähnchen

ist nicht die einzige Überraschung, die Victoria Beckham vergangene Woche aus dem Hut zauberte. Dass die britische Fußballergattin im US-Fernsehen eine eigene Reality-Show bekommt, sorgte mindestens für genauso viel Wirbel. "Die Sendung ist wirklich etwas anderes, sie verschiebt Grenzen, und ich denke, sie wird viele Leute verblüffen", zeigt sich die 32-Jährige optimistisch. 7,5 Millionen Euro soll sie vom TV-Sender NBC für zunächst sechs halbstündige Folgen erhalten. Ausgestrahlt werden sie im Sommer etwa zu der Zeit, wenn Ehemann David Beckham, 31, seinen Einstand beim neuen Arbeitgeber Los Angeles Galaxy feiert.

Eine kluge Entscheidung? "Ich befürchte, die Beckhams könnten nicht genug Kontrolle über die Sendung haben und am Ende in keinem guten Licht dastehen", warnt Imageberaterin Gloria Starr im GALA-Interview (siehe nächste Seite). Abschreckendes Beispiel: "The Osbournes". Zwar erreichte die MTV-Show mit Ozzy Osbourne und seiner Familie Kultstatus, der Sänger selbst aber mutierte zur Witzfigur. Ein Schicksal, das die Beckhams natürlich vermeiden wollen - David und die drei Söhne Brooklyn, 8, Romeo, 4, und Cruz, 2, sollen deshalb auch kaum eine Rolle spielen. "Die Serie wird den Zuschauern einen Eindruck davon vermitteln, was Victoria so populär macht", verspricht NBC-Entertainment-Chef Kevin Reilly. Vics Manager Simon Fuller ergänzt: "Wir werden erstmals ihre menschliche Seite zeigen. Sie ist eine lustige Frau, das wird die Sendung beweisen."

"Fühle mich wie eine neue Frau"

Offenbar ist das ehemalige Spice Girl wild entschlossen, sich in den USA ein völlig anderes Image zuzulegen. "Ich fühle mich wie eine neue Frau mit den kurzen Haaren", sagte sie der britischen Zeitung "The Sun". "Ich finde die Frisur sehr passend für den Umzug nach Los Angeles. Es ist ein von der Sonne geküsster kalifornischer Look, hoffe ich." Wie gern Victoria in die US-Gesellschaft hineinpassen würde, zeigt sich auch in ihren betont konservativen Äußerungen über Familie und Karriere: "Ich habe drei Kinder, ich arbeite hart, und wenn ich nicht arbeite, bin ich zu Hause bei der Familie." David und sie würden ein einfaches Leben führen und nur selten ausgehen, behauptete sie im "Daily Mirror". Die Frage ist nur, ob man ihr diesen Wandel auch abnimmt. Schließlich sah man Victoria in Los Angeles bislang vor allem bei Modenschauen mit Freundin Katie Holmes oder auf der Oscar-Party von Elton John, wo sie mit Jennifer Lopez feierte. Und wenn man sie beim Shoppen erwischte, präsentierte sie sich nicht annähernd so stilsicher, wie sie gern wäre. Besonders ihre Angewohnheit, sogar im Supermarkt Designer-Outfits zu tragen, wirkt angesichts der eher lässig und sportlich gekleideten Kalifornierinnen reichlich deplatziert.

Überhaupt scheint Victorias Einstand in den USA schwieriger als erhofft. Von David, der zur Zeit noch für Real Madrid auf dem Platz steht, bekommt sie wenig Unterstützung, obwohl sie versucht, ihn mit ständigen Anrufen und Bildnachrichten auf dem Laufenden zu halten. "Ich suche Häuser, ich suche Schulen, ich habe viele Dinge, um die ich mich kümmern muss", klagt sie. Am kompliziertesten gestaltet sich offenbar die Suche nach einem neuen Heim. Mehr als zwanzig Villen soll sich Victoria schon angesehen haben - ohne Erfolg. "Manche Häuser sehen von außen toll aus, aber die Einrichtung lässt einiges zu wünschen übrig", erklärte sie im "Daily Mirror". "Unser Anwesen muss ausreichend Privatsphäre bieten und nah genug an Davids Stadion gelegen sein. Und es muss genügend Platz für die Jungs geben." Ein Makler aus Beverly Hills verriet darüber hinaus, dass der Starkicker obendrein keinerlei Umbauten vornehmen lassen will, das Haus sollte möglichst bezugsfertig sein. Trotzdem will David, der bei Los Angeles Galaxy in fünf Jahren die Rekordsumme von 190 Millionen Euro verdient, angeblich nicht mehr als 15 Millionen investieren.

Ihre Leibwächter mussten in England bleiben

Dass die Uhren in Los Angeles etwas anders ticken als in Manchester, London oder Madrid, müssen die Beckhams wohl auf schmerzhafte Weise erfahren.

Die erste große Enttäuschung kam schon Mitte Januar: Ihre Leibwächter, die in Europa gute Dienste geleistet hatten, erhielten in den USA keine Arbeitserlaubnis. Wie dringend die Familie aber auch in Kalifornien Bodyguards benötigt, zeigte sich spätestens Ende Februar. Als Victoria mit Brooklyn und Romeo den Freizeitpark Disneyland besuchte, wurde das britische Trio unaufhörlich von Fotografen verfolgt. Panisch drückte Victoria ihren jüngeren Sohn an sich, schrie: "Hört auf!" Der Vierjährige leidet unter Epilepsie, Blitzlichter können bei ihm schwere Anfälle auslösen.

Während die Paparazzi zu Hause in England versprochen haben, in Romeos Gegenwart nicht mehr zu blitzen, wissen die amerikanischen Kollegen offenbar nichts von den Gefahren. Sieht ganz so aus, als müssten beide Seiten noch dazulernen.

Interview mit der amerikanischen Imageberaterin Gloria Starr

Gala: Ist es gut fürs Ansehen der Beckhams in den USA, dass Victoria eine Reality-Show macht?

Gloria Starr: Ich finde das sehr gefährlich. Zwar lieben die Amerikaner solche Serien, sie haben die höchsten Einschaltquoten, und man erreicht mit ihnen auch die Menschen außerhalb von Los Angeles und New York. Aber ich befürchte, die Beckhams könnten nicht genug Kontrolle über die Sendung haben und am Ende in keinem guten Licht dastehen. Manchmal ist es besser, sich nicht an die Masse zu wenden, um Jeans und Parfums zu verkaufen, sondern exklusiv zu sein.

Gala: In Europa machen sich viele über Victorias mangelnde Talente lustig. In den USA auch?

Gloria Starr: In Amerika bekommt man davon nichts mit. Ich weiß, dass sie früher ein Spice Girl war, aber jetzt ist sie erwachsen geworden. Die Beckhams sind ein Paar, das seit mehr als sieben Jahren verheiratet ist und drei Kinder hat. Diese Dinge sollten sie herausstellen.

Gala: War es gut, dass David und Victoria bei der Hochzeit von Tom Cruise waren?

Gloria Starr: Absolut, sie wurden hier gleich von den wichtigsten Schlüsselpersonen begrüßt. Obwohl Tom Cruise wegen seiner Zugehörigkeit zu Scientology umstritten ist, ist er immer noch ein wichtiger Mann in Hollywood.

Gala: Welche Chancen hat David Beckham in den USA?

Gloria Starr: Seine Kampagne, die Amerikaner für sich zu gewinnen, ist in vollem Gang. David ist sehr fotogen, hübsch, er hat eine gute Haltung und schöne Gesten. Wir brauchen einen neuen prominenten Sportler mit der Anziehungskraft eines Tiger Woods. Wenn er es richtig anstellt, kann David so einer sein.

Gala: Sollte David seinen Stil dem amerikanischen anpassen?

Gloria Starr: Besser nicht. Er ist attraktiv, weil er neu und anders ist als andere Spitzensportler. Er sollte so bleiben, wie er ist.

Gala: Kann er den Fußball in den USA voranbringen?

Gloria Starr: Fußball ist hier nicht besonders populär, aber die Anhängerschaft wächst. Davids Verpflichtung wird den amerikanischen Fußball definitiv ins Gespräch bringen.

Gala: Welchen Fehler sollten er und Victoria vermeiden?

Gloria Starr: Europäische mit amerikanischen Gepflogenheiten in der Öffentlichkeit miteinander zu vergleichen, das würde schlecht ankommen. Die Amerikaner sind so stolz darauf, die Nummer eins zu sein, daran sollte man nicht rühren.

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