Barack Obama Obamas Leben

Mit dem Einzug des charismatischen Barack Obamas in das Weiße Haus wird für viele ein amerikanischer Traum wahr. Dafür hat der neue Präsident hart gekämpft

Als Barack Obama zehn Jahre alt war,

erzählte er seinen Schulkameraden, sein Vater sei ein afrikanischer Prinz: "Mein Großvater ist ein Häuptling, sozusagen der König des Stamms." Und wenn er, Little Barack, nur wollte, könnte er nach Kenia gehen und König werden. Die Mitschüler waren beeindruckt.

Schon der kleine Obama strebte nach Höherem. Vielleicht hatte er das von seiner abenteuerlustigen Mutter Ann Dunham, einem Mädchen aus Kansas, das sich im Jahr 1960 Hals über Kopf in einen afrikanischen Austauschstudenten verliebte, mit 18 von ihm schwanger wurde und ihn heiratete, als sogenannte Mischehen in manchen US-Staaten noch strafbar waren. Vielleicht hatte "Barry" seinen Ehrgeiz vom Vater Barack Hussein Obama senior geerbt, dem strengen, aber stolzen Kenianer vom Stamme Luo, der ein Stipendium an der Harvard-Universität seiner Frau und dem gemeinsamen Baby vorzog.

Doch vielleicht waren es auch die Erlebnisse seiner Kindheit, die Obama zu dem Mann machten, der er heute ist. Sehr früh musste er sich mit dem Gefühl des Andersseins auseinandersetzen, sowohl während der vier Jahre, die er mit seiner Mutter und deren zweitem Ehemann in Indonesien lebte, als auch nach seiner Rückkehr nach Hawaii. Hier nahmen ihn die Großeltern Gramps und Toot auf und ermöglichten ihm den Besuch einer besseren Schule - als eines von nur zwei schwarzen Kindern in der Klasse. Am ersten Tag erkundigte sich dort ein Mitschüler, ob Baracks Vater Menschen fresse, erinnert sich Obama in seiner Autobiografie "Ein amerikanischer Traum". Erst als er anfing, Basketball zu spielen, schloss er Freundschaften mit anderen Farbigen.

Als wilde Jugendjahre könnte man die Zeit danach wohlwollend beschreiben. Wäre man strenger, könnte man auch von einem zeitweiligen Absturz des jungen Barack Obama sprechen. Er selbst erklärt es in seinem Buch so: "Ich hatte gelernt, mir keinen Kopf zu machen. Haschisch hatte geholfen, Alkohol, manchmal Kokain, wenn man das entsprechende Geld hatte. Aber kein Heroin. (...) Junkie. Pothead. Dorthin war ich unterwegs, zur endgültigen, tödlichen Rolle des Möchtegern-Schwarzen." Ihn quälten Fragen nach seiner eigenen Identität. Als Sohn einer Weißen, aufgewachsen bei den bürgerlichen Großeltern, gehörte er nicht zu den schwarzen Kids in der Stadt. Aber genauso wenig fühlte er sich bei den Weißen zu Hause. Ein Jahr lang hatte er eine weiße Freundin, während er an der Columbia University in New York Politikwissenschaft studierte. "Ich habe sie geliebt", schreibt Obama rückblickend, aber ein Besuch bei ihren Eltern machte ihm klar, dass ihre Liebe auf Grund ihrer unterschiedlichen Hautfarbe keine Zukunft haben würde.

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