Barack Obama
© Wireimage.com Barack Obama

Barack Obama Obamania in der Hauptstadt

US-Präsidentschaftskandidat Barack Obama besucht Berlin. GALA analysiert, was seine große Faszination ausmacht

Die Obama-Euphorie

schwappt jetzt mit voller Kraft nach Deutschland. Berlin vibriert, denn am 24. Juli wird Barack Obama, 46, amerikanischer Präsidentschaftskandidat der Demokratischen Partei, die Hauptstadt besuchen. Auf seiner Agenda stehen Gespräche mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und Außenminister Frank-Walter Steinmeier sowie Besuche am Checkpoint Charlie und Flughafen Tempelhof.

Als Höhepunkt wird er am Abend eine Rede vor der Siegessäule halten. Ein ursprünglich angedachter Auftritt vor dem Brandenburger Tor hatte eine heftige Kontroverse ausgelöst. Die Kanzlerin äußerte "Bedenken", weil der Gast sich im Wahlkampf befindet. Dennoch steht der Amerikaner Obama in bester Tradition: Die spektakulären Berliner Auftritte der US-Präsidenten John F. Kennedy und Ronald Reagan schrieben Geschichte. Kaum jemand zweifelt daran, dass auch Obama die Herzen im Sturm erobern wird.

Trotz knapper Umfragenergebnisse sehen viele in Barack Obama bereits den 44. US-Präsidenten
© FreitextTrotz knapper Umfragenergebnisse sehen viele in Barack Obama bereits den 44. US-Präsidenten

Er gilt als größter Hoffnungsträger seit Kennedy. Man feiert ihn als Polit-Popstar, und Zehntausende zelebrieren seine Auftritte wie Rock-Konzerte. Mit seinem Credo "Yes, we can!" hat er vor allem bei jungen US-Wählern eine überraschende Politik-Begeisterung ausgelöst. Und selbst wenn er entgegen allen Prognosen die US-Präsidentschaftswahl im Herbst gegen den Republikaner John McCain, 71, verlieren sollte - seine Kandidatur hat historische Bedeutung.

Eine Emnid-Umfrage ergab: 74 Prozent der Deutschen würden ihn gern als neuen US-Präsidenten sehen. "Es ist vor allem sein Charisma, seine besondere Aura und diese Mischung aus John F. Kennedy und Martin Luther King, die auch hierzulande viele Menschen fasziniert", sagt der Hamburger Psychologe Michael Thiel. Auch die Tatsache, dass der Senator von Illinois für "Change"- Veränderung und Wechsel - steht, trägt ihm derzeit viele Sympathien ein. Mit ihm könnte sich das ramponierte deutsch-amerikanische Verhältnis wieder entspannen.

Persönliche Entspannung kann Obama dagegen allerdings kaum noch finden - im Anschluss an seinen Berlin-Besuch muss er gleich weiter nach Paris. Zudem müssen ihn Bodyguards rund um die Uhr schützen. Aus Angst vor einem Anschlag...

Seine Familie

Bei fast allen wichtigen Wahlkampfveranstaltungen dabei: Obamas Frau Michelle und die Kinder Malia und Sasha
© FreitextFast immer dabei: Obamas Frau Michelle und die Kinder Malia und Sasha

Zur Imagepflege eines Siegertyps gehört auch die Präsentation einer perfekten Familie. Deshalb gewährte Barack Obama dem US-Sender "Access Hollywood" erstmals Einblicke in sein Privatleben. Er ließ sich beim Radfahren mit seinen Töchtern Sasha, 7, und Malia, 10, filmen, die bekannten, dass ihnen ihr Papa "manchmal peinlich" sei, weil er bei ihren Freundinnen Wahlkampf mache. Obama verriet, dass er und Ehefrau Michelle, 44, ihre Liebe mit romantischen Abendessen lebendig halten. Inzwischen bereut er seine private PR-Offensive.