Barack Obama

Obamas Star-Kraft

Barack Obama liegt im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur nah an vor Hillary Clinton - dank seiner Geheimwaffe Hollywood

Barack Obama

Sie feiern einen Sieg.

Zwar nur einen Etappensieg, aber sie feiern ihn wie einen ganz großen. Zu Recht: Denn lange Zeit sah es nicht so aus, als könne sich Barack Obama, der junge Senator aus Illinois, im Kampf um die Präsidentschaftskandidatur gegen die politisch erfahrene Hillary Clinton durchsetzten. Dann gewinnt der 46-Jährige die Vorwahlen in Iowa. Und deshalb jubeln die 17.000 Obama-Fans in der "Hy-Vee Hall". Auch wenn ihr Held sich wenige Tage später bei der Vorwahl in New Hampshire der eisernen Mrs. Clinton wieder mit zwei Prozent Rückstand geschlagen gaben muss. Es ist auf jeden Fall eines knappes Rennen.

Die aufgeheizte Stimmung, der Applaus und die "Barack"-Rufe an diesem Vorwahltag in Iowa, das alles dürfte ihm und den Menschen im STädtchen Des Moines bekannt vorkommen. Denn genau in dieser Halle trat vor knapp einem Monat Talklady Oprah Winfrey an die Seite des Politikers und sagte: "Ich bin hier, weil ich persönlich von Barack Obama überzeugt bin." Und dann geschah, was immer geschieht, wenn Quoten-Queen Oprah Winfrey kundtut, was sie will: Die Massen ziehen nach.

Barack Obama und seine Fürsprecherin, die mächtige Talklady Oprah Winfrey

Barack Obama und seine Fürsprecherin, die mächtige Talklady Oprah Winfrey

Oprah Winfrey hat die Gabe, Menschen zu bewegen. Es gibt wohl keinen im Land, der sie nicht kennt. Mit ihrer täglichen Talkshow erreicht die 53-Jährige rund 7,4 Millionen Zuschauer. Und wenn sie bei "Oprah Winfrey's Book Club" ein Buch empfiehlt, landet es unausweichlich auf der Bestseller-Liste. Wäre Barack Obama ein Schmöker, wäre er nun vergriffen. Weil Barack Obama aber ein Kandidat ist, wird er jetzt vielleicht Präsident.

Obama greift nach den Sternen

und lässt sich dabei kräftig von allerhand Stars unter die Arme greifen. "Er hat diese Gabe, die man nicht erwerben kann: Er ist ein Anführer. Ich habe so etwas wirklich nur ganz selten erlebt", sagt George Clooney. Der Schauspieler ist bekannt dafür, politisch Stellung zu beziehen. Seine frühe Entscheidung für Obama war richtungsweisend für viele andere Anhänger der Demokraten unter seinen Kollegen. "Ich liebe einfach alles, wofür er einsteht", bekundet Halle Berry. Und weiter: "Oh mein Gott, ich würde alles tun, um seinen Wahlkampf zu unterstützen. Ich würde Pappbecher vom Boden aufsammeln, um ihm den Weg nach oben zu ebnen."

Viele Stars sind auf der Seite von Barack Obama: Scarlett Johannson, Halle Berry und Will Smith gehören zu seinen Fans

Viele Stars sind auf der Seite von Barack Obama: Scarlett Johannson, Halle Berry und Will Smith gehören zu seinen Fans

Stars wie Jennifer Aniston, Tyra Banks oder Cindy Crawford ziehen eine stillere Form der Wahlkampfhilfe vor: Sie unterstützen Obama mit vielen tausend Dollars. Üppige Wahlkampfspenden von Sympathisanten sind im amerikanischen Wahlkampf oft entscheidend. Nur wer es sich buchstäblich leisten kann, übersteht die ersten Vorwahlen. Eine, die das durchaus könnte, ist Obamas härteste Konkurrentin Hillary Clinton. Was die Wahlkampfetats angeht, liegt sie noch weit vor Barack. Ihre prominenten Geldgeber sind allerdings weit weniger schillernd, jung und sexy, sind keine Jessica Biels, Scarlett Johanssons und Ben Afflecks, die sich allesamt auf Obamas Seite geschlagen haben. Clinton unterstützen dafür millionenschwere Studiobesitzer und Produzenten aus dem Filmbusiness, die sich lieber im Hintergrund halten.

Das Familienunternehmen: Hillary, Chelsea, Bill Clinton

Das Familienunternehmen: Hillary, Chelsea, Bill Clinton

Gut möglich,

dass dies Hillary Clinton Vorteile verschafft. Denn wie der ehemalige USA-Korrespondent der ARD und heutige Tagesthemen-Moderator Tom Buhrow beobachtet hat, tut zu viel Hollywood-Glamour Politikern oftmals nicht gut: "Wenn die Menschen in der amerikanischen Provinz das Gefühl bekommen‚ da ist einer, der umgibt sich nur noch mit diesen Stars, kann das dazu führen, dass man dort denkt: 'Ach, der hat die Bodenhaftung verloren. Der hat mit uns einfachen Menschen hier nichts mehr zu tun.' Das ist gefährlich für einen Politiker."

Ob genau das Barack Obama zum Verhängnis wird, zeigt sich voraussichtlich am 5. Februar, am "Super-Tuesday", wenn die "Primaries" in den wichtigsten US-Staaten stattfinden. Danach wird klar sein, wen die Demokraten im November zur Präsidentschaftswahl ins Rennen schicken - den Star-Force-Kommandanten Obama oder die ehemalige First Lady Clinton.

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