Annette Frier, Johannes Wünsche
© Getty Images Annette Frier

Annette Frier "Kinder? Das Thema ist durch"

Im TV-Drama "Nur eine Handvoll Leben" präsentiert sich Annette Frier ungewohnt ernst. GALA traf die Schauspielerin auf Sylt zum Gespräch. Es ging um Nachwuchs, Küche – und den perfekten Mann

Der Name Frier will so gar nicht zu ihr passen. Während der Rest der Truppe beim Shooting am Strand vor Rantum im eisigen Wind bibbert, wedelt die Schauspielerin gut gelaunt ihre beneidenswert warmen Hände durch die Luft. "Herrlich ist es hier", ruft sie und erzählt, wie viele entspannte Stunden sie im Sommer mit ihrem Mann und den beiden Kindern auf der Insel verbracht habe. Auf Sylt steht Annette Frier für eine Folge der Krimi-Reihe "Nord Nord Mord" mit Robert Atzorn vor der Kamera. Nur eines ihrer vielen TV-Projekte – es läuft gerade wunderbar für die Kölnerin. "Im Moment entscheide ich nur nach Drehbuch, ob mich etwas packt oder nicht", sagt sie. Echter Luxus für eine Schauspielerin.

Ein fesselndes Drehbuch überzeugt sie

Sofort erwischt habe sie das Skript zu "Nur eine Handvoll Leben", der Film läuft am 23. März im Ersten. Die Geschichte ist so taff wie mitreißend: Frier spielt eine werdende Mutter, die im sechsten Schwangerschaftsmonat mit der Diagnose "Trisomie 18" konfrontiert wird – das heißt, ihr Baby wird aufgrund eines Gendefekts bereits im Mutterleib sterben oder massiv behindert und kaum überlebensfähig zur Welt kommen. Dem hochemotionalen Thema nähert sich Annette Frier beeindruckend feinfühlig, jede Szene sitzt.

Schwerer Schicksalsschlag

Wohl auch, weil sie die Gefühle ihrer Filmfigur gut nachvollziehen kann. Als Risikoschwangere galt Annette Frier selbst einmal. Mit Mitte 30 erwartete sie ihre Zwillinge Josefina Fritzie und Bruno Maria, heute fast acht Jahre alt."Da meine Kinder zu früh zur Welt gekommen sind, weiß ich, wie es ist, auf einer Frühgeborenenstation zu sein. Auch diese ganzen medizinischen Vorsorgegeschichten im Vorfeld erinnere ich sehr gut." Relativ naiv habe sie damals die empfohlene Pränataldiagnostik über sich ergehen lassen, sagt Frier.

Heute würde sie vieles anders machen

"Wenn ich noch einmal schwanger wäre, würde ich gewisse Untersuchungen überhaupt nicht mehr machen. Einfach deshalb, weil ich mir bewusst bin, dass das im Denken etwas verändert. Eine Untersuchung, nach der man mir vielleicht sagt: Sie können ihr Kind jetzt auch abtreiben? Nein, danke!" Bei Annette Frier verlief glücklicherweise alles gut, ihre Kinder sind gesund. "Sie sind absolute Wunschkinder und machen mich total glücklich. Was für ein Geschenk! Sie zeigen mir noch mal ganz neue Seiten im Leben".

Wünscht sie sich noch mehr Kinder?

Weiteren Nachwuchs könne sie sich grundsätzlich vorstellen: "Ich würde auch fünf Kinder toll finden … Aber das Thema ist jetzt durch. Wir vier sind eine gute Truppe!" Mit dem Vater der Zwillinge, Drehbuchautor Johannes Wünsche, ist Annette Frier seit 1999 zusammen, 2002 heiratete das Paar. Ein echter Glücksgriff sei er, ein Mann, der zu Hause alles wuppt, wenn sie selbst dreht oder Theater spielt. "Er ist die bessere Hausfrau, kocht zum Beispiel viel besser als ich", lobt Frier.

Sie hat die große Liebe gefunden

"Er ist die Liebe meines Lebens! Das kann man ruhig sagen, es ist so." Den Altersunterschied von gut 18 Jahren sieht sie entspannt. "Als wir uns kennenlernten, habe ich mal kurz darüber nachgedacht. Aber weil ich so komplett verknallt war, hatte ich gar keine andere Wahl." Hört sich nach Idealzustand an. Ob ihre Ehe unkaputtbar sei? "Ich hoffe! Um sie zu zerstören, müssen schon ganz harte Einschläge kommen."