Anna-Maria Zimmermann über ihre Tablettensucht

"Die Ärzte haben mich alleine gelassen"

Anna-Maria Zimmermann spricht im GALA-Interview ganz offen über ihre Zeit nach dem schlimmen Unfall vor sieben Jahren und ihre Tablettensucht

Anna-Maria Zimmermann

geht es heute gut. Gerade veröffentlichte sie ihr fünftes Album "himmelbLAu" und auch privat mit ihrem Ehemann Christian läuft es bestens. Doch die Schlagersängerin hat auch eine Zeit hinter sich, in der es ihr weniger gut ging. Die nach ihrem schlimmen Helikopter-Unfall im Oktober 2010, als sie nicht nur mit einem gelähmten Arm zu kämpfen hatte, sondern auch mit einer Tablettensucht. Dann vor wenigen Wochen der Schock: sitzt in einem defekten Flugzeug, die Fans machen sich Sorgen. Zum Glück geht alles gut, die Maschine hat lediglich Verspätung. Doch natürlich fragen sich alle, wie heute mit genau solchen Situationen umgeht und wie es ihr ein Jahr nach dem Geständnis ihrer fünfjährigen Tablettensucht geht. GALA hat die DSDS-Kandidatin von 2005 zum Gespräch getroffen und nachgefragt. 

Hurra Hurra Ich will doch einfach nur nach Hause 😩🙈 Gebucht hatte ich Rückflug heut morgen 11.15 h Wurde dann vor 10...

Posted by Anna-Maria Zimmermann on Sonntag, 23. April 2017

 Du hattest vor einigen Tagen ein ziemlich unangenehmes Erlebnis mit einem Flug von Palma de Mallorca nach Deutschland – erst wurdest du umgebucht auf eine andere Maschine und dann ging es aus verschiedenen Gründen nicht los. Wie war das für dich?

Ich bin ja echt nervenstark, aber das war schon heftig. Ich saß zweieinhalb Stunden im Flieger. Hinter mir die Frau fing schon an zu heulen, weil sie sich gerade überlegt hatte, dass sie jetzt Flugangst bekommt. Andere erzählen sich Horrorgeschichten, warum wir jetzt grade nicht starten, was mit der Maschine alles nicht stimmen könnte, ob Benzin ausläuft, oder der Flügel kaputt ist. Ich meinte nur "Leute, bitte, könnt ihr jetzt mal aufhören?" Als das war ein sehr spezieller Flug.

Viele User haben geschrieben, sie würden das Flugzeug sofort verlassen, das sei kein gutes Zeichen - Wie denkst du darüber?

Wenn es wirklich diesen Moment gegeben hätte, das Gefühl, das läuft hier jetzt aus der Bahn, wäre ich ausgestiegen. Mittlerweile höre ich mehr auf mein Bauchgefühl. Aber ich habe mich nicht unwohl gefühlt, es war einfach nur nervig, dass man jetzt so viel Zeit verliert.

Nach dem Unfall im Oktober 2010 war es ähnlich. Die Leute meinten zu mir "Aber du fliegst doch jetzt nicht mehr, oder?" Irgendwann habe ich mich selbst gefragt, ob ich jetzt Flugangst habe. Ich könnte es mir auf jeden Fall einbilden. Doch dann habe ich meine Freundin angerufen und gesagt "So, ich buch uns jetzt zwei Flüge, wir fliegen für ein paar Tage nach Mallorca." Ich möchte im Leben schließlich auch noch Urlaub in fernen Ländern machen und nicht nur am Ostseestrand liegen.

Ich sage immer, das war mein Schicksal. Es musste passieren, der Zeitpunkt war gekommen. Ein alter Mann in der Reha sagte mal zu mir "Es gibt für uns alle im Leben eine Fahrkarte, die gelocht ist. Es steht auch schon fest, was wann passiert." Doch Gott sei Dank wissen wir nicht, wann der Zeitpunkt kommt. Wenn ich jetzt nur noch panisch durchs Leben renne und mir Gedanken mache, wenn meine Schwester oder meine Mutter in den Urlaub fliegen, dann komme ich ja gar nicht mehr zur Ruhe. Es kommt sowieso alles so, wie es kommen soll.

Letztes Jahr hast du über deine Abhängigkeit von Schmerztabletten erzählt. Du bist seit über einem Jahr davon weg. Wie geht es dir heute? Kann man sagen, dass diese Zeit ganz vorbei ist? Oder besteht die Möglichkeit, wieder rückfällig zu werden?

Gar nicht. Ich musste damals echt schmunzeln, dass ganz Deutschland so schockiert war. Es war keine Tablettensucht in dem Sinne, dass ich mir jetzt abends überlegt habe, ich nehme mal eine ganze Hand voll Tabletten. Ich wurde natürlich von den Ärzten medikamentös so eingestellt, um wieder zurück ins Leben zu finden. So viele Menschen, die einen schweren Unfall hatten, werden Tablettenabhängig. Die gehen erstmal aus dem Krankenhaus raus und sind abhängig, auch wenn die das Wort vielleicht nicht hören wollen.

Die Tabletten abzusetzen, war meine Entscheidung. Ich habe zu den Ärzten gesagt "Ihr habt mir bis hierhin geholfen und wart immer für mich da, aber wann werde ich diese Tabletten los?“ Die Ärzte meinten nur „Dir geht’s doch gut mit den Tabletten". Ja, aber es ist doch von der Natur nicht vorgesehen, dass man morgens, mittags und abends Tabletten nimmt. Das war der Moment, in dem ich mich allein gelassen gefühlt habe. Und dann setzte sich mein Dickkopf durch, dass ich gesagt habe, ich probiere das jetzt mal. Ich habe also die Dosis kontinuierlich reduziert. Irgendwann meinte ich dann zu meinem Mann im Urlaub. "So, und heute nehme ich nichts mehr." Christian war erst mal geschockt, denn er will immer nur das Beste für mich. 

Andrea Berg, Helene Fischer + Co.

Der Style der Schlagerköniginnen

Beim großen "Sommer-Hit-Festival 2017" in Timmendorfer Strand trägt Michelle einen gold schimmernden Einteiler. Durch die extrem weiten Fledermausärmel wirkt der kurze Overall etwas groß geraten. 
Puh, nicht gerade ein Augenschmaus, liebe Michelle. Der pinke Plastiklook mit Hot-Pants und Spitzentop steht vermutlich keiner Frau.
Ein toller Körper darf ruhig betont werden. Gut gemacht, liebe Michelle. Das Etuikleid im Lederlook und mit Zipper-Details steht der Sängerin ausgezeichnet.
Nun gut, gerade so lassen wir dieses Outfit noch als Jugendsünde der 2000er Jahre durchgehen. Schlagerstar Michelle hat seit 2006 erfreulicherweise an Stilbewusstsein zugelegt.

28

Mehr zum Thema

Star-News der Woche