Angelina Jolie + Florian Henckel von Donnersmarck

"Keiner kann sich ihrem Charme entziehen"

Angelina Jolie sprüht vor Energie, strahlt vor Glück - ihr enger Freund Florian Henckel von Donnersmarck erzählt in Gala, wie sie ihn und alle Welt bezaubert

Angelina Jolie, Donnersmarck

Angelina Jolie, Donnersmarck

Sie versprühten Harmonie

pur, wo auch immer , 35, und , 46, vergangene Woche in auftauchten. Eine zärtliche Umarmung hier, ein inniger Kuss da. Vergessen der Stress beim Dreh in Budapest, wo Angelina an ihrem Regiedebüt arbeitete.

Angelina Jolie und Brad Pitt

Das ist ihr Familienalbum

17. März 2017   Angelina Jolie hat alle Hände voll zu tun: Shiloh, Pax, Knox, Vivienne, Zahara und Maddox müssen offensichtlich bei Ankunft am LAX Airport zügig weiter.
18. Februar 2017   Angelina Jolie und ihre Kinder Pax, Knox, Vivienne, Maddox, Zahara und Shiloh besuchen den König von Kambodscha.
28. Januar 2017  Ihre Kinder geben ihr Halt: Angelina Jolie ist mit den Zwillingen Vivienne und Knox in Malibu unterwegs. Gemeinsam besuchen das "SunLife Organics"-Restaurant und machen sich einen schönen Nachmittag. 
Manchmal hat man eben auch im Winter Lust auf ein Eis: Nach schweren Trennungszeiten sehen wir Angelina endlich mal gut gelaunt.

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Kurz vor gönnten sich Brangelina eine Woche mit der sechsköpfigen Kinderschar an der Seine. Und obwohl es offizielle Anlässe für den Besuch an der Seine gab - die Premiere von Brads aktuellem Film "Megamind" und Bussinesstermine für Angelina - , hatten sie genügend Zeit, um das Familienleben zu genießen. Damit sie möglichst ungestört sein konnten, hatte die Großfamilie ein Appartement im Pariser Zentrum angemietet.

Glücklich verheiratet: Florian Henckel von Donnersmarck und seine Frau Christiane haben drei Kinder.

Glücklich verheiratet: Florian Henckel von Donnersmarck und seine Frau Christiane haben drei Kinder.

"Es ist so schön, dass wir alle mal hier eine Zeit lang zusammen sein können", schwärmte Brad. Wie gewohnt kümmerten sich die Eltern rührend um die Kids. Zum siebten Geburtstag von Pax mieteten sie extra ein Hausboot auf der Seine. Außerdem standen der Besuch eines Aquariums, eine Fahrt mit einem Heißluftballon und natürlich ausgiebiges Weihnachtsshopping auf dem Programm: Zahara,5, freute sich über ein Herzogin-Kostüm, während sich ihre Schwester Shiloh, 4, für ein Ritteroutfit samt Schwert entschied. Die Brüder Pax und Maddox, 9, bekamen neue Pullover, und für die zweijährigen Zwillinge Vivienne und Knox gab's ein knallgrünes Plastikkrokodil. Sogar Zeit für romantische Stunden blieb den beiden, unter anderem in ihren Lieblingsrestaurants, dem "Le Stresa" im noblen achten Arrondissement und dem "Guy Savoy" in der Rue Troyon.

Häufig an der Seite des Glamour-Paares und mit seinen 2,05 Meter Körpergröße nicht zu übersehen: Oscar-Gewinner , 37. Mehrere Monate hatte er Anfang des Jahres mit Angelina für seinen neuen Film "The Tourist" in Paris und Venedig gedreht. Schon seit Jahren ist der ("Das Leben der Anderen") eng mit dem Paar befreundet. Angelina findet nur lobende Worte für den Deutschen: "Es gibt kaum einen Regisseur, der heute noch mit so viel Präzision und Liebe zum Detail arbeitet." Im Exklusiv-Gespräch mit Gala in Berlin erzählt der Regisseur von der Arbeit mit Jolie und beschreibt sehr persönlich, was ihren Reiz ausmacht.

Gleich für Ihren ersten US-Film konnten Sie Angelina Jolie und Johnny Depp gewinnen - mehr geht nicht, oder?

Es gibt ja Schauspieler, die sogenannte "Big Names" sind, aber trotzdem nicht sonderlich interessant. Angelina Jolie und sind aber aus gutem Grund solche "Big Names": faszinierende Menschen, mit denen man wahnsinnig gerne arbeitet.

Wie haben Sie Angelina kennengelernt?

Durch Brad Pitt, der einer meiner ersten Freunde in war und mit dem ich auch ein gemeinsames Projekt entwickele. Er hat sie mir 2006 bei den Golden Globes vorgestellt. Er sagte: "Angelina, das ist Florian Henckel von Donnersmarck." Woraufhin sie fragte: "Wer?" Brad weiter: "Wir haben uns doch seinen Film angeschaut und waren so begeistert." Daraufhin sie: "Daran kann ich mich aber nicht erinnern." Vorher hatte Brad mir allerdings erzählt, dass sie den Film gleich zweimal hintereinander geschaut hatten. Und dann sagte Angelina: "Ich glaube, ich habe die erste Hälfte gesehen." Jetzt, wo ich sie besser kenne, weiß ich, dass es ein Spiel war. Sie provoziert gerne, und das macht sie mit sehr viel Charme. Sie hat wahrscheinlich gedacht, der Kerl kriegt gerade so viel Lob, dem will ich mich jetzt nicht auch noch anschließen. Sie merkte, dass ich das witzig fand, und dadurch hatten wir gleich eine gute Verbindung.

Und dann wollte Angelina plötzlich unbedingt mit Ihnen arbeiten ...

Es ist ja so, dass diese großen Schauspieler zu jedem Zeitpunkt gut ein Dutzend Projekte haben, mit denen sie gedanklich spielen und bei denen sie überlegen, ob das ein geeignetes nächstes Projekt sein könnte. Und dann treffen sie sich mit verschiedenen Leuten und überlegen, was fühlt sich am besten an, was wäre jetzt der nächste Schritt. Als Angelina dieses Projekt bekam, wandte sie sich an mich und fragte: Hast du eine Idee, wie wir aus dem Drehbuch etwas machen können? Und ich hatte eine Idee. Allerdings wollte ich es unbedingt zu einem vierhändigen Klavierstück machen, also einen wirklich ebenbürtigen Co-Star mit einbeziehen. Und so kamen wir relativ schnell auf Johnny Depp.

Wie gemalt: Angelina Jolie in "The Tourist" als Femme fatale auf einem roten Samtsofa und mit knallroten Lippen.

Wie gemalt: Angelina Jolie in "The Tourist" als Femme fatale auf einem roten Samtsofa und mit knallroten Lippen.

Was macht Angelinas Reiz aus?

Männer und Frauen reagieren gleichermaßen stark auf sie, und zwar aus gutem Grund. Es gab niemand aus unserem Team, der sich ihrem Charme entziehen konnte. Sie verbreitet einfach eine sehr ungewöhnliche Atmosphäre. Das Wort Charme kommt ja von "Carmen", Lied. Es ist, als ob man ein Lied hört. Jemand, der Charme hat, hat also die gleiche Wirkung wie ein Musikstück. Und so ist das mit Angelina auch: Sie ist wie ein Lied!

Welches Lied wäre das?

(schmunzelt) Jedenfalls nicht "Angie" von den Stones ...

Sie haben Angelina mehrere Monate hautnah erlebt - kein Divengehabe oder Gezicke am Set?

Im Gegenteil, sie ist total unkompliziert im täglichen Umgang. Und dabei fast zu professionell. Sie weiß natürlich, wie sehr alle Leute sich auf ihre Ankunft vorbereiten.Und dann geht man natürlich davon aus, dass so ein Superstar gerne mal 15 Minuten zu spät kommt. Sie ist aber 15 Minuten zu früh, nur weil es ihr Spaß macht zu sehen, wie die Leute völlig den Kopf verlieren. Solche kleinen Spielchen machen ihr Spaß. Sie ist wirklich fabelhaft. Immer wahnsinnig gut vorbereitet, sie konnte perfekt ihren Text und hatte sehr gute Anregungen zu jeder Szene. Man kann leider gar nichts Negatives über sie sagen - es wäre eigentlich viel lustiger und würziger, wenn man irgendwas finden würde, aber sie ist schon sehr nah dran an einer Traumfigur. Und einfach sehr nah dran an den Rollen, die sie spielt. Man kann keine entschlossene Actionheldin spielen, ohne das auch im wirklichen Leben ein bisschen zu sein - oder eine bezaubernde Sirene, ohne diese Eleganz nicht auch im täglichen Leben zu haben. Das muss in einem drinstecken. Man kann sich so etwas nicht von außen holen.

Sprechen Sie schon über Folgeprojekte?

Auf jeden Fall. Wir haben uns so gut verstanden, dass da bestimmt noch etwas nachkommt. Es ist ja das Schönste, wenn man eine gewisse Kontinuität hat.

Kann man schon von einer Freundschaft sprechen?

Natürlich. Für uns war das besonders leicht, weil unsere Kinder alle ungefähr im gleichen Alter sind und wir uns schon vorher häufiger getroffen hatten. Angelina ist eine echte Freundin, die Kinder sind befreundet, und Brad ist jemand, den man sowieso lieben muss. Er ist einer der liebevollsten, herzlichsten und rücksichtsvollsten Menschen, die ich in Hollywood kennengelernt habe. Dazu ist er sehr gastfreundlich und hat ein unglaubliches kulturelles Interesse. Ein wirklich sehr angenehmer Mensch. Solche Topleute sind einfach keine Ellbogenkämpfer. Es sind natürlich getriebene Menschen, aber sie haben irgendwie eine gewisse Weisheit und Ruhe gefunden, ohne die sie es wahrscheinlich gar nicht an die Spitze geschafft hätten.

Wie sehr haben Ihre Freunde Sie beneidet? Sie sollten doch bestimmt Autogramme besorgen ...

Dazu kennen mich meine Freunde zu gut. Ich habe noch nie jemanden um ein Autogramm gebeten und würde das auch nicht weiterleiten. Bei der großen Ballszene habe ich allerdings meine siebenjährige Tochter Lara mitgenommen, und sie war total beeindruckt von Angelinas wunderschönem Diamantcollier. Angie hat es dann abgenommen und meiner kleinen Tochter umgelegt. Sie hat mit ihrem Handy ein Foto gemacht von Lara und sich. Und das hat sie danach Lara geschickt, mit folgender Widmung: "Dir steht es besser."

Modische Minis

Shiloh Jolie-Pitt

Wie ihre Brüder Pax und Maddox wirkt Shiloh im grau-schwarzen-Anzug mit Krawatte und zurückgegelten Haare bei der Hollywood-Premiere von "Unbroken" besonders lässig.
Einen ganz entspannten Eindruck macht Shiloh Jolie-Pitt beim Einkaufsbummel im blauen Kapuzenpulli, ihrer geliebten Cargo-Hose und Chucks.
Alle lieben "Star Wars": Shiloh Jolie-Pitt zeigt das mit einem leuchtend roten Shirt im Comic-Style.
Polo-Hemden hat Shiloh sicherlich einige in ihrem Kleiderschrank, die gehören fest in ihr Style-Repertoire.

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Sie leben jetzt seit vier Jahren in Los Angeles. Sind Sie dort heimisch geworden?

Ich fühle mich auf jeden Fall sehr wohl. Das ist ein Ort, der eine extreme Anziehungskraft für Menschen hat, die gerne tolle Geschichten erzählen und erleben. Ich versuche auch mit den Deutschsprachigen dort Kontakt zu halten. , Cornelia Funke, Thomas Gottschalk und - alle wohnen dort. Wenn ich einen Rat brauche, weiß ich, dass ich von Wolfgang Petersen oder Arnold Schwarzenegger einen bekomme. Insofern gibt es da einen gewissen Zusammenhalt.

Was vermissen Sie an Deutschland, an Berlin?

Ich bin ja viel in Deutschland. Letztes Jahr war ich mehrere Monate hier, weil mein Vater gestorben ist und ich die letzten Monate noch mit ihm verbracht habe. Und wir verbringen immer die Sommer hier. Was ich vermisse, ist vielleicht die Selbstverständlichkeit im Umgang mit Hochkultur. In Amerika kommt das etwas zu kurz. Da ist gar kein Bewusstsein mehr dafür da, dass das wirklich Nahrhafte nicht die Populärkultur ist, sondern das Gehaltvolle. Das kennt man in Amerika nicht. Hochkultur in der Kunst ist Sache einer kleinen Elite, das ist hier anders. Hier gehört es zum guten Ton, sich damit zu beschäftigen.

Ihre Kinder fühlen sich auch wohl?

Ja, aber ich versuche natürlich schon, ihre Identität als Deutsche am Leben zu erhalten. Bei uns zu Hause wird natürlich nur deutsch gesprochen, und ich würde ihnen auch nie ein amerikanisches Kinderbuch vorlesen. Insofern ist schon eine gewisse Deutschland-Sehnsucht da, aber im positiven Sinne. Allerdings machen wir nicht alles mit - zum Beispiel Feste wie Thanksgiving. Ich käme mir schon affig vor, wenn ich plötzlich einen Truthahn schlachten und mir über die Indianer Gedanken machen würde. Da möchte ich mich nicht zu sehr vereinnahmen lassen. Ich feiere Weihnachten immer noch Heiligabend, Bescherung ist auch am 24. Dezember abends, und ich nehme auch nicht an der "4th Of July"-Parade teil. Sie sehen, ich fühle mich dort noch sehr als Deutscher.

Aber Hollywood wird erst mal Ihr Standort bleiben?

Mir schwebt vor, nachdem ich ein paar Filme dort gemacht habe, abwechselnd Filme in Deutschland und in Hollywood zu drehen. Mir würde wirklich etwas fehlen, wenn ich nicht weiter auf Deutsch Filme inszenieren könnte. Innerhalb dieses Hollywood-Systems lerne ich natürlich viel über hochprofessionelles Filmemachen, aber irgendwann will ich das auch wieder in die Heimat zurückbringen. Ein bisschen patriotisch gesprochen habe ich da ein höheres Ziel, weil ich nach Hause bringen will, was ich dort lerne, um auch das deutsche Kino voranzubringen. Ich fände es eigentlich ideal, zwischen Amerika und Deutschland zu pendeln und an beiden Orten gleichermaßen verwurzelt zu sein.

Hat der "L. A. Way Of Life" schon auf Sie abgefärbt?

Makrobiotisches Essen, viel Sport und ganz viel Yoga? Dafür bin ich wahrscheinlich doch zu sehr Hedonist und Europäer. Und glücklicherweise muss ich auch nicht vor die Kamera. Sonst würde ich wahrscheinlich schnell mit Yoga anfangen und nur noch hungern ...

Man munkelt, Ihr nächstes Projekt sei ein Musical.

Ich habe kein Musical in Planung, obwohl mich kürzlich eine Anfrage erreicht hat von einem Musicalproduzenten aus New York, der "Das Leben der Anderen" in ein Musical verwandeln wollte. Also vielleicht haben wir bald singende Stasi-Leute! Anderthalb Jahre vor "The Tourist" habe ich ein Drehbuch geschrieben, einen dramatischen Thriller, das werde ich jetzt gleich im Anschluss drehen. Wir sind gerade in den letzten Zügen der Vertragsverhandlungen, daher darf ich leider noch nichts verraten. Aber es wird wieder ein englischer Film innerhalb des Hollywood-Systems sein.

Hili Ingenhoven

Star-News der Woche