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Alonso vs. Hamilton Wer ist hier die größere Zicke?

Die Formel-1-Piloten Lewis Hamilton und Fernando Alonso sollten als Siegerteam durchstarten. Doch jetzt liegen die beiden Jungstars im Clinch

Zurzeit herrscht Funkstille.

Dabei müssten Lewis Hamilton und Fernando Alonso dringend reden. Zum Beispiel über das, was da neulich beim Grand Prix in Ungarn passiert ist, als Alonso seinen Kollegen beim Qualifying mit einem extralangen Boxenstopp blockierte. Und über diesen Moment, als Hamilton Alonso entgegen der Anweisung des gemeinsamen Teamchefs nicht überholen ließ. "Ich wollte doch mit Fernando sprechen", beteuert Hamilton, "aber er ist einfach weitergegangen."

Frauenschwarm: Fernando Alonso bei einer Preisverleihung
© GettyFrauenschwarm: Fernando Alonso bei einer Preisverleihung

Geäußert hat sich Fernando Alonso dann doch - in den spanischen Medien. "Entweder Hamilton bleibt im Team oder ich", ließ er McLaren Mercedes via Interview ausrichten. Willkommen im Zweikampf der Rennfahrer. Einem Kampf, der für enorm viel Spannung in der Formel-1-Welt sorgt und mit dem zum Saisonstart im März keiner gerechnet hätte. McLaren-Teamchef Ron Dennis schon gar nicht. Geplant war ein unschlagbares Spitzenduo aus Weltmeister Alonso und Aufsteiger Hamilton. Heraus kam ein Hassduell und das "schwierigste Fahrerpaar, das ich je hatte", so Ron Dennis. Von der Leichtigkeit des aktuellen Mercedes-Benz-Werbespots, wo die beiden Hase und Igel spielen, ist in der Realität nichts zu spüren. Der stolze Spanier Alonso kommt offenbar nicht damit klar, dass Neuling Lewis Hamilton ihm ordentlich zusetzt. Noch 2006, als Alonso seinen zweiten Weltmeistertitel holte, wurde er weltweit gefeiert. Nun ist Hamilton das "Formel-1-Phänomen". So kurzlebig hatte sich Fernando seinen Ruhm nicht vorgestellt. Aber deshalb gleich bockig werden?

Medienliebling: Lewis Hamilton bei einem Promo-Termin
© Wireimage.comMedienliebling: Lewis Hamilton bei einem Promo-Termin

Ständige Sympathiebekundungen müssten ja nicht sein, kommentierte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug die Männer-Zickereien, "aber die Piloten müssen sich akzeptieren". Genau das jedoch ist das Problem. Schließlich handelt es sich um zwei gleich starke, ehrgeizige Fahrer. Vielleicht sind sie sich sogar zu ähnlich. Beide düsten schon als Kinder auf ihren Karts durch die Gegend,­ fuhren als Teenager Regionalsiege ein. Beide landeten mit Anfang 20 in der For­mel 1. Und trotz des Rummels um ihre Personen verlieren Alonso und Hamilton (noch) nicht die Bodenhaftung, verbringen die Freizeit am liebsten mit ihren Familien, führen abseits des Rennzirkus (noch) kein Jetsetleben. "Ich bin kein Superstar", sagt Hamilton, "ich mache nur meinen Job."

Und den macht er verdammt gut. In der Formel-1-Gesamtwertung liegt der Brite im Moment an erster Stelle, dicht gefolgt von Alonso. "Mein Sohn ist erst glücklich, wenn er Weltmeister ist", meint Hamiltons Vater Anthony. Eine grauenhafte Vorstellung für Kollege Alonso. Das nächste Rennen ist am 26. August in Istanbul, davor will sich das komplette Team zusammensetzen. Und Wege zur Versöhnung suchen.