In seinem Tagebuch "So schön wie hier kanns im Himmel gar nicht sein!" erzählt Regisseur Christoph Schlingensief, wie der Krebs ab Januar 2008 sein Leben bestimmte. Nach der Lungenkrebs-Diagnose wurde dem 48-Jährigen die halbe Lunge entfernt und er musste eine zwölfwöchige Chemotherapie überstehen. Um nicht alles in sich hineinzufressen, schrieb Christoph Schlingensief seinen Kampf gegen die Fremdbestimmung durch die Krankheit auf.

"Man hat jetzt was anderes. Das ist ein neuer Weg und der muss jetzt gefunden und gegangen werden. Nicht als Befehl - das muss ja wachsen, aus mir rauskommen, und nicht wieder nur als Sensation, als Bonbon da rumliegen. Muss wachsen wie eine Neugeburt", beschreibt der Künstler seine Gefühle (Auszug aus der Leseprobe).

Doch nicht immer schafft es Schlingensief so positiv zu denken, an manchen Tagen ist er fast am Verzweifeln: "Ich bin aggressiv, aber eigentlich bin ich tot. Heute Abend könnte ich wirklich mit einem Knüppel durch die Stadt laufen und alles kurz und klein schlagen." Es fällt ihm zudem schwer, seinen von der Krankheit gezeichneten Körper zu akzeptieren: "Wie soll ich das denn schaffen, dieses Grauen zu akzeptieren und mir zu sagen: Ja, Christoph, das bist jetzt du, du wirst gerade zerlegt, löst dich in Wurm*** auf."

"So schön wie hier kanns im Himmel gar nicht sein! - Tagebuch einer Krebserkrankung" ist am 20. April im Verlag "Kiepenheuer & Witsch" erschienen. Christoph Schlingensief gehört zu den bekanntesten Aktionskünstlern und Regisseuren Deutschlands, durch seine "Parsifal"-Inszenierung in Bayreuth erlangte er Weltruhm.

jan




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