Skandal vorprogrammiert: In seinem neuen Dokumentarfilm "Witch Hunt" thematisiert Sean Penn als ausführender Produzent und Erzähler Gerichtsurteile in den 1980ern in Kalifornien, bei denen Eltern zu Unrecht wegen Kindesmissbrauch angeklagt und verurteilt wurden. Er übt scharfe Kritik am amerikanischen Rechtssystem und unterstellt den verantwortlichen Polizisten Korruption und Inkompetenz: "..die Verurteilten müssen ihr ganzes Leben wieder aufbauen, das von den zuständigen lokalen Behörden für eigennützige politische Zwecke zerstört wurde [...]. Viele dieser Beamten sind heute noch in der selben Position wie damals, es handelt sich um ein aktuelles Problem", so Penn in einem Interview mit dem Onlinedienst "TV Guide Magazine".

Vorbild für das Projekt ist die tragische Geschichte des Familienvaters John Stoll, der im Mai 2004 nach 20 Jahren Gefängnis unschuldig aus der Haft entlassen worden war. Er war des sexuellen Missbrauchs an seinem eigenen Sohn angeklagt worden, der jedoch niemals stattgefunden hatte. Dennoch hatten ihn Gerichte des kleinen Ortes Bakersfield, Kalifornien schuldig gesprochen, Beweise waren verschwunden und die Aussage seines Sohnes verändert worden. Dieser ist nur einer von vielen Fällen, die Penn in der Dokumentation mit Interviews, Bild- und anderem Archivmaterial vorstellt.

Laut der Website "Contactmusic.com" soll der Film am 12. April in Amerika anlaufen, Sean Penn erhoffe sich vor allem, sein Publikum darauf aufmerksam zu machen, besonders in Rechtsfällen mit großem öffentlichen Interesse kritisch das Geschehen zu verfolgen und nicht einfach der Gesamthysterie der Masse zu verfallen. Der Film war im vergangenen Jahr auf den Filmfestspielen in Toronto und Los Angeles so positiv aufgenommen worden, dass er vom amerikanischen Nachrichtensender "MSNBC" angekauft wurde und nun im Kabelfernsehen zu sehen sein wird.

lha

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