Um 6.15 Uhr deutscher Zeit ging im Kodak Theatre in Los Angeles gerade die Verleihung der 79. Academy Awards, nach der Trophäe liebevoll Oscars genannt, ihrem Ende entgegen. Und für Altmeister Martin Scorsese erfüllte sich ein mehr als ein Vierteljahrhundert alter Traum: Nach sieben Nominierungen ohne Preisgewinn, die erste davon 1981 für das Boxerdrama "Raging Bull", durfte er dieses Jahr erstmals als strahlender Sieger die Bühne betreten. Gleich drei würdige alte Herren standen bereit, ihm den Oscar für die beste Regie in die Hand zu drücken: die Regiekollegen Steven Spielberg, George Lucas und Francis Ford Coppola. Noch mehr als die drei alten Weggefährten freute sich aber Jack Nicholson hinter den Kulissen, der Scorsese, als der die Bühne verließ, erst einmal kräftig knuddeln musste. Auch darauf hatte der Regisseur sicherlich lange gewartet.
Das ist der Siegerfilm: "Departed - Unter Feinden"
Ein Oscar für "Das Leben der Anderen"
Zweiter großer Gewinner des Abends: das mexikanische Horrormärchen "Pans Labyrinth" von Guillermo del Toro. Nach Mexiko gingen die Trophäen für Kamera, Ausstattung und Make-up. Die Dichte an untersetzten bärtigen Männern auf der Oscarbühne dürfte selten höher gewesen sein.In der Kategorie des "Besten ausländischen Films" musste sich "Pans Labyrinth" allerdings - zur großen Freude der deutschen Oscardelegation - dem Stasidrama "Das Leben der Anderen" geschlagen geben. Zum dritten Mal ging damit ein Oscar nach Deutschland. Der 33-jährige Regisseur Florian Henckel von Donnersmark dankte überglücklich Deutschland, Bayern, seinen Hauptdarstellern Ulrich Mühe und Sebastian Koch und nutzte die Gelegenheit für eine weltweite Liebeserklärung an seine Frau Christiane.
Wenig überraschend waren die Gewinner der Hauptdarstellerpreise: Helen Mirren ("die Queen") und Forest Whitaker ("Der letzte König von Schottland") hatten bei den Preisverleihungen der letzten Wochen ja schon immer die Nase vorne. Helen Mirren nutzte die Gelegenheit am Dankesmikrofon, um ihren Respekt vor der Disziplin und Beständigkeit von Königin Elizabeth II. auszudrücken.
Zur besten Nebendarstellerin wurde - wie schon bei den Golden Globes im Januar - Jennifer Hudson aus "Dreamgirls" gewählt, der Preis für den besten Nebendarsteller ging überraschender an Alan Arkin ("Little Miss Sunshine").




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